Momentan wird im Bad Nauheimer Sprudelhof zwischen den Badehäuser 2 und 3 der Kellergang saniert. Noch in diesem Monat sollen die eigentlichen Sanierungsarbeiten beginnen. Wann sie enden? Die Stadt hofft, so bald, wie möglich. FOTO: IHM-FAHLE
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Momentan wird im Bad Nauheimer Sprudelhof zwischen den Badehäuser 2 und 3 der Kellergang saniert. Noch in diesem Monat sollen die eigentlichen Sanierungsarbeiten beginnen. Wann sie enden? Die Stadt hofft, so bald, wie möglich. FOTO: IHM-FAHLE

Kellergang wird schon saniert

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Kann die Sanierung der Badehäuser 2 und 5 beschleunigt werden? Ja, sagt Bürgermeister Klaus Kreß. Eine AG Beschleunigung wird gegründet, eine zusätzliche Stelle eingerichtet. Zwischen den Badehäusern 2 und 3 hat derweil die Sanierung der Kellergänge begonnen. Ein SPD-Antrag, den Kooperationsvertrag zwischen Stadt und Land offenzulegen, wandert aber erst mal in den städtischen Haupt- und Finanzausschuss.

Die Sonne scheint, Spaziergänger schlendern durch den Sprudelhof. Interessiert schauen einige auf eine Holzwand, die den Durchgang zwischen den Badehäusern 2 und 3 versperrt. Wie Geräusche verraten, wird dahinter gearbeitet. "Das ist die Kellergang-Sanierung, die der Landesbetrieb für Bau und Immobilien Hessen (LBIH) beauftragt hat, der auch die Kosten trägt", erläutert Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) auf Nachfrage. Die Kellergang-Sanierung sei primär dazu gedacht, die Tragfähigkeit der Oberfläche zu gewährleisten, unter anderem, weil dort Baufahrzeuge fahren werden. Mit der eigentlichen Sanierung des Kellers beginne der (LBIH) erst im November.

Kreß erzählt von Freitag, als das Kuratorium der Stiftung Sprudelhof tagte. "Es war eine sehr konstruktive Sitzung." Das Gremium habe den Mietvertragsentwurf für das Badehaus 5 gebilligt. "Das bedeutet, dass die Theodora-Konitzky-Akademie ab August 2022 im Sprudelhof residieren und junge Menschen ausbilden kann", freut sich das Stadtoberhaupt. Die Akademie am jetzigen Standort platze aus allen Nähten. Deshalb komme es zwischen August 2021 und 2022 zur Containerlösung am jetzigen Standort am Hochwaldkrankenhaus.

Kreß: "Während dieses Zeitraums teilen wir uns mit der Stiftung die Kosten. Sollte sich der Einzug verzögern, würde die Stiftung die Kosten allein ab August 2022 tragen. Aber davon gehen wir nicht aus." Zustimmend habe das Kuratorium die Nachricht über die "AG Beschleunigung" aufgenommen, mit Experten von Stadt und Land. Vertreter der Stadt sind Jürgen Patscha (Stadtentwicklung) und Matthias Mroncz (Stadtplanung).

Ziel sei, bis Ende November Vorschläge zu erarbeiten, um einen früheren Fertigstellungstermin als Dezember 2024 für das Badehaus 2 zu realisieren. Zudem soll eine Projektstelle für den Denkmal-Aspekt eingerichtet werden. Das nächste Spitzengespräch findet laut Kreß am 3. Dezember in Wiesbaden statt. Auftrag sei dabei, den Übergabetermin festzusetzen. Stadt und Kuratorium hätten sehr konkrete Vorschläge gemacht, lobt der Bürgermeister, unter anderem der Stadtverordnete Sebastian Schmitt (CDU).

Sprudelhof: SPD will mehr Infos

Welchen Stellenwert der Sprudelhof aktuell in der Bad Nauheimer Politik einnimmt, spiegelte sich auch in der jüngsten Parlamentssitzung am Donnerstagabend wider. Ort war die Frauenwaldhalle in Nieder-Mörlen, wo SPD-Fraktionschef Steffen Hensel beantragte: "Der Magistrat wird aufgefordert, den Fraktionen den Kooperationsvertrag zur Modernisierung des Sprudelhofs zur Ansicht zu bringen."

Infos zu den finanziellen Auswirkungen der Verzögerung zu bekommen, war ein weiterer Punkt des Antrags, ebenso der Wunsch, Fraktionen und Öffentlichkeit regelmäßig über den Stand der Dinge zu informieren. Manfred Jordis (CDU) erwiderte: "Dem ersten Punkt würden wir zustimmen, denn aus städtischer Sicht dürfte es kein Problem sein, den Vertrag offenzulegen." Allerdings müsse dies mit dem Land als Vertragspartner abgesprochen werden. Wer die Kosten der Verzögerung jetzt schon beziffern soll, könne die CDU aber nicht nachvollziehen.

Kreß schloss sich an: Aussagen darüber glichen dem Blick in die Glaskugel. Laut Jordis - er ist Bauausschuss-Vorsitzender - sind regelmäßige Berichte in den städtischen Ausschüssen sowieso vorgesehen. Markus Philipp (FW/UWG) dankte dem Bürgermeister erneut für den "couragierten Einsatz in Wiesbaden". Er wollte wissen, wie Kreß zu einer Recherche dieser Zeitung steht, wonach es laut LBIH kaum Chancen für eine schnellere Sanierung gibt. Kreß widersprach dieser Sichtweise. Auf Initiative von Markus Theis (FW/UWG) verwies das Stadtparlament den Antrag einstimmig in den Haupt- und Finanzausschuss. Kreß hatte angekündigt, das Thema tags darauf im Kuratorium anzusprechen, doch da es wegen der Verweisung keinen Beschluss gibt, vertagte er dies.

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