Die Planungsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der DB Netz AG zum Ausbau der Niddertalbahn soll im Frühjahr geschlossen werden. ARCHIVFOTO: NIEHOFF
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Die Planungsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der DB Netz AG zum Ausbau der Niddertalbahn soll im Frühjahr geschlossen werden. ARCHIVFOTO: NIEHOFF

Keine Alternative zu Strom

  • vonJürgen W. Niehoff
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Nicht mit Dampf oder Diesel, sondern mit Strom und vor allem einen größeren Zugangebot soll die Niddertalbahn die Pendler schon bald nach Frankfurt bringen. Mit einer Resolution wollen die Anliegerkommunen der Bahn nun Druck auf die Verantwortlichen in Bund und Land ausüben.

Die Zukunft der Niddertalbahn ist elektrisch und abschnittsweise zweigleisig - darauf haben sich Vertreter des Wetteraukreises, des Main-Kinzig-Kreises, der Kommunen Bad Vilbel, Niederdorfelden, Schöneck, Nidderau, Altenstadt und Glauburg, des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), des ZOV und der KVG Main-Kinzig in einer gemeinsamen Resolution verständigt. Und diese Resolution liegt nun zuerst dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss und kommende Woche dann der Stadtverordnetenversammlung zur Verabschiedung vor. "Zwar läuft der Vertrag mit der Bahn noch bis 2027. Doch bis dahin müssen möglichst alle Weichen gestellt und alle Voraussetzungen geschaffen sein, damit das Angebot dann deutlich ausgeweitet werden kann", verriet Stadtrat Sebastian Wysocki den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschusses die Gründe für die Erstellung der gemeinsamen Resolution.

Ende der 1990er Jahre stand das Stockheimer Lieschen, wie die Bahn liebevoll von ihren Benutzern auch heute noch genannt wird, eigentlich schon vor dem Aus. Die zu diesem Zeitpunkt sehr niedrigen Nutzerzahlen schienen eine deutliche Sprache zu sprechen. Deshalb wurden Ausweichstellen für den Begegnungsverkehr geschlossen und das Zugangebot deutlich verkleinert. Doch statt des erwarteten Aus kam wie aus dem Nichts eine Wiederbelebung. Nicht zuletzt aufgrund der immer länger werdenden Staus auf den Straßen in Richtung Frankfurt.

100 Millionen Euro

Schnell war allen Beteiligten klar: Soll der Pendlerverkehr nach Frankfurt nicht irgendwann einmal ganz zusammenbrechen, muss schnell etwas getan werden. Für die Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Niddertal (AGNV) war recht schnell klar, dass die Zukunft der Niddertalbahn in ihrem abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau und ihrer Elektrifizierung zwischen Bad Vilbel und Glauburg-Stockheim liegen würde. Denn nur eine erweiterte Infrastruktur kann die steigenden Fahrgastzahlen der Niddertalbahn aufnehmen. Kapazitätssteigerung, kürzere Fahrzeiten und Elektrifizierung seien das A und O auch beim Klima- und Lärmschutz.

So wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die in diesem Jahr fertig wurde und nun Grundlage der Resolution ist. Sie kommt zu dem Schluss, dass es zu dem abschnittsweisen Ausbau und der Elektrifizierung keine bessere Variante gibt. Rund 100 Millionen Euro soll nach Worten Wysockis der Ausbau kosten. 60 Millionen Euro werde der Bund übernehmen, 27,5 Millionen das Land und die restlichen 12,5 Millionen Euro würden auf die beiden Landkreise Wetterau und Main-Kinzig anteilmäßig aufgeteilt.

Frage nach Wasserstoffantrieb

Auf die Frage der Grünen im Ausschuss, warum denn keine Züge mit Wasserstoffantrieb Berücksichtigung fänden, berichtete Wysocki, dass diese Variante zwar angesprochen worden sei, doch gebe es derzeit kein entsprechendes Angebot seitens der Industrie. Im Übrigen sei man nach einer Elektrifizierung der Strecke wesentlich flexibler.

Die Resolution, die im Wesentlichen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zusammenfasst, wurde anschließend einstimmig von den Mitgliedern des Ausschusses angenommen.

Der nächste Schritt, um das Projekt voranzutreiben, ist nach Worten des Ersten Stadtrates, eine Planungsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der DB Netz AG, die als Eigentümerin der Infrastruktur für die Umsetzung des Bauvorhabens verantwortlich ist. Und die soll bereits im kommenden Frühjahr geschlossen werden.

Die komplette Machbarkeitsstudie kann übrigens in der jeweiligen Kommune auf Voranmeldung seit dem 5. November von jedermann eingesehen werden.

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