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Wenn Straßenglätte droht, muss gestreut werden - notfalls auch im zeitigen Frühjahr, erklärt Hessen Mobil den Einsatz des Winterdienstes auf Bundes-und Landesstraßen. SYMBOLFOTO: DPA

Kein salziger Aprilscherz

  • vonAnnette Hausmanns
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Frisches Streusalz an einem vermeintlich perfekten Frühlingstag Ende März? Ein Anwohner der Ober-Mörler Ortsdurchfahrt wundert sich. Mit Rücksicht auf Natur, Umwelt und den Steuersäckel würde er sich mehr Zurückhaltung beim Streuen wünschen. Aber: Man streue nicht aus Jux und Dollerei, sagt Hessen Mobil. Mit Nachtfrösten verbundene Straßenglätte sei auch im März oder April keine Seltenheit.

Wenn er das nicht schon öfter erlebt hätte, würde er seinen Augen nicht trauen. Als Helmut Riehl am 24. März, einem schönen, trockenen Frühlingstag, vor sein Haus an der Usinger Straße tritt, bedecken dicke Salzkristalle Fahrbahnrand und Bürgersteig. Wiederholt werde - aus seiner Sicht unnötigerweise - auf der Ortsdurchfahrt Salz gestreut. Das schade nicht nur der Umwelt und dem Steuerzahler, das Salz greife auch Hundepfoten an, Aluminium- und Magnesiumteile. Man möge doch bitte sparsamer mit dem Salz umgehen, wünscht sich Riehl.

Zuständig für den Winterdienst auf Bundesstraßen ist Hessen Mobil. Dort nachgefragt, gibt Pressesprecherin Daniela Czirjak Auskunft über die Modalitäten. Nachtfröste und damit verbundene Straßenglätte seien bis in den April hinein keine Seltenheit. Sie streuten nicht aus Jux und Dollerei. Um bereits vor der Glätte mit Streufahrzeugen vor Ort zu sein, nutze Hessen Mobil das Straßenzustands- und Wetter-Informationssystem SWIS des Deutschen Wetterdienstes, das regionale Prognosen der Wetterentwicklung anbietet und Wetterwarnmeldungen sendet. Zusätzliche Informationen erhielten die Straßenmeistereien durch Glättemeldeanlagen im hessischen Straßennetz. Diese messen Untergrund- und Lufttemperatur sowie Luft- und Fahrbahnfeuchte.

»Wenn anhand der Messwerte Glätte droht, rücken die Streufahrzeuge aus, um die Fahrbahnen rechtzeitig zu präparieren«, erklärt Czirjak. Präventives Streuen spare Salz und diene der Verkehrssicherheit. »Auch der Einsatz am 24. März im Raum Ober-Mörlen erfolgte auf dieser Grundlage.«

Die Pressesprecherin erinnert daran, dass der nächtliche Frost in der vergangenen Woche stellenweise noch in den Morgenstunden am Raureif und vereisten Fahrzeugscheiben festzustellen war. Im Bereich Ober-Mörlen seien in dieser Nacht Temperaturen von bis zu minus drei Grad Celsius gemessen worden, teilweise habe es Nebelbänke gegeben. »Daher war ein Einsatz erforderlich, um einer womöglich auftretenden Reifglätte entgegenzuwirken.«

»Der Vollständigkeit halber möchten wir noch erwähnen, dass Hessen Mobil für den Winterdienst auf den hessischen Bundesstraßen sowie den Landes- und Kreisstraßen außerhalb von Städten und Gemeinden zuständig ist«, so Czirjak. »Die Ortsdurchfahrten auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, wie beispielsweise auch in der Ortslage von Ober-Mörlen, werden von Hessen Mobil im Durchfahrtsbetrieb als freiwillige Leistung mitgeräumt und gestreut.« Zum Einsatz komme hoch wirksames Feuchtsalz, bestehend aus Salz und einer Solelösung. Die Mischung verteile sich gleichmäßig und erziele schon bei kleiner Menge große Tauwirkung. Pro Quadratmeter sei damit »nur noch etwa ein Teelöffel Salz notwendig«. Damit könne ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

Salzkristalle auf einem Gehweg in Ober-Mörlen.

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