Zwar gibt es so viele Briefwähler wie nie zuvor, dennoch sind auch viele Wetterauer in die Wahllokale gegangen. Dort waren entsprechend der Hygienemaßnahmen einige Vorkehrungen getroffen worden - wie hier in Wöllstadt.
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Zwar gibt es so viele Briefwähler wie nie zuvor, dennoch sind auch viele Wetterauer in die Wahllokale gegangen. Dort waren entsprechend der Hygienemaßnahmen einige Vorkehrungen getroffen worden - wie hier in Wöllstadt.

Stadtparlamente und Gemeindevertretungen

Kommunalwahlen in der Wetterau: Kehrtwende in Wöllstadt – Details aus den Städten und Gemeinden

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Die Wetterauer haben gestern ihre Kommunalparlamente gewählt. Wie haben die Parteien in den Städten und Gemeinden abgeschnitten?

Die Wetterauer haben gestern ihre Kommunalparlamente gewählt. Wie haben die Parteien in den Städten und Gemeinden abgeschnitten? Wie ist das Ergebnis im Vergleich zu 2016? Als um 18 Uhr die Wahllokale geschlossen haben, sind zuerst jene Stimmzettel ausgewertet worden, auf denen weder kumuliert noch panaschiert wurde. Die vorläufigen Endergebnisse werden erst im Laufe der Woche feststehen.

Die folgende Übersicht stellt die Trendergebnisse der Kommunen vom späten Sonntagabend dar.

Butzbach: Gewinner, Verlierer und ein Neueinzug ins Stadtparlament: In Butzbach hat sich im Vergleich zur 2016er Wahl einiges geändert. Die zwei »Großen« haben Rollen getauscht: War 2016 noch die SPD stärkste und die CDU zweitstärkste Partei, liegt die CDU diesmal vorne. Laut Trendergebnis kommen die Christdemokraten auf 27,14 Prozent (2016: 25,5), die Sozialdemokraten auf 25,65 (2016: 27,9). Die Linke, die bei der vergangenen Wahl nicht angetreten ist, hat 5,85 Prozent der Stimmen bekommen und wird damit in der kommenden Wahlperiode als neue Kraft im Stadtparlament vertreten sein.

Den größten Sprung im Vergleich zu 2016 haben die Grünen gemacht: Mit 18,82 Prozent haben sie um knapp 9 Prozentpunkte zugelegt. Verlierer ist die UWG: Waren es 2016 noch 24,1 Prozent, sind es nun nur noch 13,61. Auch die FDP verliert: Die Liberalen holen 8,93 Prozent (2016 waren es 12,5).

Die Zahlen bilden das Ergebnis nach der Auszählung von knapp 5200 Stimmzetteln ab - also rund 49 Prozent. Insgesamt haben 10586 Butzbacher ihre Stimmen abgegeben; das entspricht einer Wahlbeteiligung von 52,52 Prozent.

Echzell: Die SPD hat ihre absolute Mehrheit in der Echzeller Gemeindevertretung verloren: Die Partei stürzte von 55,6 Prozent auf 40,87 Prozent ab - zumindest laut Trendergebnis, dem gut 45 Prozent der abgegebenen Stimmen zugrundeliegen. Die CDU konnte leicht zulegen, von 29,6 auf 30,72 Prozent. Die klaren Wahlsieger der Abends sind aber die Grünen: Sie verbesserten ihr Ergebnis von 14,8 Prozent im Jahr 2016 auf nun 28,41 Prozent. Im Wahlbezirk »Siedlung Preulen/Rotkopf« sind sie mit 37,25 Prozent der Stimmen sogar stärkste Kraft. 54,08 Prozent der 4375 wahlberechtigten Bürger hatten ihre Stimme abgegeben. 2016 waren es 53,8 Prozent gewesen.

Florstadt: Die SPD hat in ihrer Hochburg Florstadt offenbar kräftige Verluste erlitten. Ob die Sozialdemokraten ihre absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung verteidigen können, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Laut Trendergebnis kommt die SPD zwar auf 49,9 Prozent der Stimmen und damit auf 16 der 31 Sitze im Parlament. Allerdings waren gestern Abend erst rund 40 Prozent aller Stimmen ausgezählt. Die SPD müsste im Vergleich zu 2016 demnach einen Verlust von knapp 10 Prozentpunkten hinnehmen. Auch die CDU verzeichnet Verluste, allerdings vergleichsweise leichte: von 27,8 auf jetzt 26,61 Prozent. Die einzigen, die zulegen konnten, und zwar deutlich, sind die Grünen: Sie steigerten ihr Ergebnis von 12,6 auf 23,48 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,6 Prozent - 2016 waren es 53,5 Prozent gewesen.

Münzenberg: Von der kleinsten zur größten Fraktion: Die FWG hat die Gemeindewahl in Münzenberg klar gewonnen. Gut 35 Prozent der Stimmen waren am Abend ausgezählt, und demnach konnten die Freien Wähler ihr Ergebnis von 17,6 Prozent im Jahr 2016 auf jetzt 37,64 Prozent verbessern. Die SPD rutscht von 43,5 auf 31,42 Prozent ab, die CDU von 38,9 auf 30,94 Prozent. Die Wahlbeteiligung war schon vor fünf Jahren mit 60,9 Prozent hoch. Diesmal nutzten sogar 61,75 Prozent der wahlberechtigten 4802 Bürger ihr Stimmrecht.

Niddatal: In Niddatal haben sich die Mehrheitsverhältnisse geändert. Laut Trendergebnis ist die CDU stärkste Kraft im Stadtparlament. Die Christdemokraten haben 45,72 Prozent der Stimmen geholt. Das sind 15,62 Prozentpunkte mehr als 2016. Herbe Verluste müssen die Sozialdemokraten hinnehmen: Von 44,6 Prozent bei der Kommunalwahl 2016, bei der sie als stärkste Partei hervorgegangen sind, sind sie nun auf 22,13 Prozent gefallen.

Weiterer Gewinner in Niddatal sind die Grünen, die laut Zahlen vom Sonntag 18,57 Prozent der Stimmen bekommen haben (2016: 8,6). Die FDP kommt auf 8,58 Prozent. Die Linke, ähnlich wie 2016, auf 5 Prozent. Die Zahlen spiegeln das Ergebnis der bisher rund 2060 ausgezählten Stimmzettel wider (rund 47 Prozent). Insgesamt haben 4391 Niddataler gewählt (Wahlbeteiligung: 57,56 Prozent).

Ober-Mörlen: Verluste für CDU und SPD, Gewinne für FWG und Grüne. Laut Trendergebnis bleibt die CDU mit 33,2 Prozent zwar stärkste Kraft im Gemeindeparlament, hat aber weniger Stimmen bekommen als 2016 - damals waren es 37,7 Prozent. Neue zweitstärkste Kraft wird kommende Wahlperiode die FWG sein. Mit 30,09 Prozent der Stimmen hat sie die SPD überholt, die auf 20,64 Prozent kommt (2016: 29,2). Einen Sprung haben die Grünen gemacht - 16,07 Prozent der Stimmen haben sie geholt (2016: 8,7). Dem Trendergebnis liegen knapp 1030 Stimmzettel zugrunde - rund 37 Prozent der Gesamtzahl an abgegeben Stimmzetteln (2743 Wähler haben ihre Kreuzchen gemacht; Wahlbeteiligung: 59,89 Prozent).

Reichelsheim: Die SPD hat vermutlich die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung geholt. Knapp 38 Prozent der Stimmen waren gestern Abend ausgezählt, und das Ergebnis fiel mit 57,74 Prozent pro SPD eindeutig aus. 2016 hatten die Sozialdemokraten 44,3 Prozent erreicht. Die Freien Wähler, die beim letzten Mal einen riesigen Sprung von 6 auf 23,9 Prozent hatten hinlegen können, verlieren zwar knapp 6 Prozentpunkte und landen bei 17,73 Prozent. Noch härter trifft es laut Trendergebnis aber die CDU, die von 31,8 auf nun 24,53 Prozent abrutscht - erst recht, wenn man bedenkt, dass die Partei 2011 noch knapp 40 Prozent der Stimmen errungen hatte. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,14 Prozent: 2962 der wahlberechtigten Reichelsheimer hatten ihre Stimme abgegeben.

Rockenberg: Die Grünen sind, Stand Sonntagabend, die klaren Wahlsieger in Rockenberg: Sie konnten ihr Ergebnis mehr als verdoppeln - von 10,4 Prozent im Jahr 2016 auf jetzt 23,09 Prozent. CDU und SPD mussten beide kräftig Federn lassen. Nachdem rund ein Drittel der Stimmen ausgezählt war, kommt die CDU auf 32,92 Prozent, das sind knapp 9 Prozentpunkte weniger als 2016. Die SPD rutschte von 18,5 auf nun 11,89 Prozent. Die Dorfpartei legte von 29,4 auf 32,10 Prozent zu. Die Wahlbeteiligung lag mit 63,78 Prozent noch einmal höher als 2016 (57,7 Prozent). Wahlberechtigt waren 3440 Rockenberger und Oppershofener.

Rosbach: Gewinne für die Grünen, Verluste für die SPD. Laut Trendergebnis haben sich die Mehrheitsverhältnisse in Rosbach im Vergleich zur 2016er Wahl geändert. Als Wahlsieger gehen die Grünen aus der Wahl mit 19,60 Prozent (2016 waren es 8,3). Auch die »Stimme Rosbach/Rodheim« hat zugelegt: Von 12,2 Prozent in 2016 ist die Stimme nun auf 16,62 Prozent gestiegen. Stärkste Kraft ist nach wie vor die CDU mit 28,27 Prozent (2016: 26,1). Die SPD, die in der vergangenen Wahlperiode zweitstärkste Kraft gewesen ist, fällt nun auf Platz fünf (13,41 Prozent; 2016: 22,4). Auch FWG und FDP verlieren Stimmen. Die FWG kommt auf 13,73 Prozent (2016: 15,2), die FDP auf 7,36 (2016: 11,6). Die Zahlen bilden das Trendergebnis von rund 2220 Stimmzetteln ab (rund 42 Prozent). Insgesamt haben 5257 Rosbacher gewählt (Wahlbeteiligung: 52,61 Prozent).

Wölfersheim: Die Sozialdemokraten behalten im Gemeindeparlament die absolute Mehrheit, wenn auch mit einem kleineren Vorsprung als nach der Wahl 2016. So stellt es sich zumindest nach dem am Sonntagabend vorliegendem Trendergebnis dar. Demnach kommt die SPD auf 54,96 Prozent der Stimmen (2016 waren es 67,3). Die Sozialdemokraten gehen in allen Ortsteilen als Wahlsieger hervor. Zweitstärkste Partei in Wölfersheim sind die Grünen mit 19,78 Prozent - ein Gewinn von rund 13 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2016. Die Ergebnisse von CDU und FWG sind ähnlich wie bei der Wahl vor fünf Jahren: Die Freien Wähler vereinen laut Trendergebnis 12,73 Prozent der Stimmen auf sich (2016: 13,4), die CDU erhielt 12,53 Prozent der Stimmen (2016: 12,7). Das Trendergebnis bildet die bisher ausgezählten Stimmzettel von knapp 2000 Wählern ab (rund 44 Prozent). Insgesamt haben 4506 Wölfersheimer gewählt (Wahlbeteiligung: 57,2 Prozent).

Wöllstadt: Kehrtwende in Wöllstadt: Laut Trendergebnis gibt es im Gemeindeparlament eine neue absolute Mehrheit. Demnach hat die FWG 51,58 Prozent der Stimmen bekommen (2016 waren es 38,1). Wahlverlierer ist die CDU, die in der vergangenen Wahlperiode die absolute Mehrheit im Gemeindeparlament hatte und nach den aktuellen Ergebnissen nur noch auf 33,97 Prozent der Stimmen kommt (2016: 52,1). Die SPD ist nach wie vor die Partei mit den wenigsten Sitzen im Gemeindeparlament, verzeichnet jedoch mit 14,46 Prozent einen Gewinn von 4,56 Prozentpunkten. Was sich zeigt: Die Ergebnisse von Ober-Wöllstadt und Nieder-Wöllstadt unterscheiden sich enorm. Ist die FWG mit 61,87 Prozent die stärkste Partei in Nieder-Wöllstadt (dort hat die CDU 26,18 Prozent geholt), haben mehr Ober-Wöllstädter ihr Kreuz bei den Christdemokraten gemacht; die CDU kommt in dem kleineren der beiden Ortsteile auf 47,61 Prozent, die FWG auf 33,54.

Dem Trendergebnis liegen rund 1280 Stimmzettel zugrunde. Insgesamt haben jedoch 3079 Wöllstädter gewählt. Das bedeutet: Die am Sonntagabend ausgezählten Stimmen bilden knapp 42 Prozent ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,36 Prozent.

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