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Vorstandschef Jerry J. Artishdad hat die Firma Artec IT-Solutions gegründet.

Zweiter Standort zur IT-Sicherheit

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Wer einem Unternehmen schaden will, muss keine Bombe zur Explosion bringen. Massive Schäden können Kriminelle auch per Mausklick anrichten, indem sie das Datennetz einer Firma lahmlegen oder auf sensible Daten zugreifen. Weil die Gefahr erkannt worden ist, rufen immer mehr kleine und große Firmen nach IT-Sicherheit. Einer der führenden Anbieter dafür sitzt in Karben. Jetzt errichtet er einen zweiten Standort in Bad Nauheim.

U nternehmen, die große Datenmengen zu verarbeiten haben, haben immer zwei Möglichkeiten. Entweder speichern sie ihre Daten im eigenen Haus oder sie senden sie in eine sogenannte Cloud. Sowohl die firmeneigenen als auch die externen Speicher müssen jedoch gegen Hackerangriffe geschützt werden. Der Frage der Datensicherheit widmet sich das Karbener Unternehmen Artec IT-Solutions. Hier haben Experten Softwareprogramme erfunden, die sich die Firma hat patentieren lassen und die sie Kunden weltweit anbietet.

Beispielhaft sei genannt ein Programm, mit dessen Hilfe Dokumente, Dateien, E-Mails, Bilder und sogar Sprach- und Telefonaufzeichnungen rechtssicher archiviert werden können. Außerdem ist in Karben eine Software entwickelt worden, mit der gesamte Geschäftsvorgänge schnell wieder aufzufinden sind. Die EBA genannte Software findet sich in einer schwarzen Box, die an jedes Computersystem angeschlossen werden kann.

Zu den Kunden des Karbener Unternehmens gehören so unterschiedliche Firmen wie die Sparkassen-Versicherungen, DB Schenker, Jenoptik, die Bremer Verkehrsbetriebe und zahlreiche Rechtsanwälte. Kleine Firmen mit fünf Mitarbeitern bis hin zu Großunternehmen mit 65 000 Mitarbeitern nehmen dessen Dienste in Anspruch.

Neben der internen Software tritt immer häufiger die externe Speicherung von Firmendaten. In dem bestens gesicherten Gebäude in der Robert-Bosch-Straße hat Artec Millionen Daten von seinen Kunden gespeichert. Artec ist damit verantwortlich dafür, dass nur die Firmen selber, nicht aber Fremde darauf zugreifen können.

Neben guten Schutzschirmen müssen die Daten auf den Servern des Karbener Unternehmens auch vor schwerwiegenden lokalen Ereignissen wie Überschwemmungen oder Großbränden gesichert werden. Bei Artec geht man nun auf Nummer sicher und errichtet in Bad Nauheim einen zweiten Standort. Mitte der Woche wurde dafür im Gewerbegebiet Auf dem Hohenstein der Grundstein gelegt. In zweijähriger Bauzeit entsteht dort ein fünfstöckiges Bürogebäude, in dem nicht nur ein zweiter Speicherstandort für die jetzt und künftig in Karben gespeicherten Daten entstehen soll, sondern auch bis zu 120 Arbeitsplätze.

Daten in der Nähe gespeichert

"Wir bauen damit eine eigene Sicherheitsstruktur auf mit einer eigenen Technologie", hebt Firmengründer und Vorstandschef Jerry J. Artishdad hervor. "Wir und unsere Kunden sind damit nicht von Drittanbietern abhängig." Artishdad spielt damit auf die großen Dienste wie Amazon oder Google an, die solche Speicherdienste (Clouds) anbieten. "Niemand weiß doch, wo genau die dort hingesendeten Daten eigentlich liegen", umreißt der Firmenchef eines der Probleme. Konkret also, niemand kennt den genauen Ort, an dem die ausgelagerten Firmendaten gespeichert sind. "Wir versprechen unseren Kunden, dass ihre Daten sicher und in der Nähe gespeichert sind."

Man baue in Bad Nauheim kein übliches Bürogebäude", hebt der Vorstandschef hervor. Vielmehr entspreche das sehr hohen Sicherheitsstandards. Kommunikationsmanagerin Christiane Totok nennt eine Zugangskontrolle nur mit biometrischer Erkennung, mit der der Zugang Unbefugter verhindert werde.

Nein, eine richtige Wolke am Himmel ist das natürlich nicht. Übersetzt würde "Cloud" aber genau das bedeuten. In der Computersprache heißt etwas auf eine Cloud zu laden aber, dass man Daten auf einem entfernten Server speichert. Diese Daten werden von einem Gerät, also beispielsweise einem PC, aber auch einem Tablet oder einem Smartphone über das Internet auf den Server eines Cloud-Anbieters hochgeladen. Später können diese Dateien dann wieder mit diesem oder anderen Geräten abgerufen werden. Das bedeutet auch, dass man bei dem Abrufen der Daten nicht mehr an einen speziellen Ort gebunden ist. Man kann auch auf verschiedene Computer oder Smartphones zugreifen und die Daten von verschiedenen Orten aus bearbeiten, sie aber auch mit Freunden und Kollegen teilen. Beispielsweise wird dies gerne bei Fotos von Feiern gemacht.

Und worin liegt der Vorteil dieses Vorgehens? Man spart Speicherplatz auf eigenen Geräten. Vor allem insbesondere bei größeren Datenmengen für das Tablet oder das Smartphone ist diese Technik hilfreich. (pe)

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