Stadträtin Rosemarie Plewe (FW) tritt bei der Kommunalwahl im März nicht mehr an.	FOTO: CF
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Stadträtin Rosemarie Plewe (FW) tritt bei der Kommunalwahl im März nicht mehr an. FOTO: CF

Abschied

Zuhören, Gestalten und Kümmern

  • vonChristine Fauerbach
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Rosemarie »Rosi« Plewe hört auf. Die Stadträtin der Freien Wähler tritt zur Kommunalwahl nicht wieder an. Die 69-Jährige freut sich auf mehr Zeit zum Lesen.

Politisch interessiert war Rosemarie Plewe schon immer. Die Zeit sich auf kommunaler Ebene zu engagieren fand die gebürtige Hannoveranerin erst vor zwölf Jahren. Bevor sie 2009 Mitglied der Freien Wähler wurde, besuchte sie Sitzungen im Stadtparlament, um sich über kommunalpolitische Themen und deren Lösungen zu informieren.

An Gesprächen mit Bürgern, Parteifreunden, Koalitionspartnern und Oppositionspolitikern schätzt sie den offenen Austausch. »Ich gehe offen auf Menschen zu.« Sachliche Diskussionen liegen ihr. Wichtig ist ihr, dass der Bürgerwille bei politischen Entscheidungen respektiert wird.

Dafür hat die 69-Jährige sich immer ebenso engagiert eingesetzt wie für eine sparsame kommunale Haushaltsführung »damit wir den Wohlstand und die Zukunft unserer Kinder sichern«. Seit 2016 ist sie ehrenamtliche Stadträtin. Ihre Aufgabe ist das Kümmern um die Büchereien. Eingesetzt hat sie sich für den Umzug der Stadtbücherei in neue moderne, doppelt so große Räume in zentraler Lage. »Die Stadt-bücherei verfügt in ihrem neuen Domizil in der Stadtmitte über flexible Nutzungsbereiche. Damit erfüllt sie alle Anforderungen an ein Zentrum, das der sozialen Einbeziehung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen dient.«

Eines ihrer weiteren Anliegen war die bürgernahe Realisierung Erlebnispunkte entlang der renaturierten Nidda. »Mir ist wichtig, dass Karben zu den für Kärber und Besucher interessanten Anziehungspunkten am Niddaradweg gehört.«

Vierspuriger Ausbau der B 3 ist nötig

Zwingend notwendig sei der vierspurige Ausbau der B 3 zwischen Kloppenheim und Massenheim. Die Grundsanierung des Hallenbades, der Ausbau der Ärzteversorgung und ein öffentlich zugängliches barrierefreies Toilettenangebot in Karben stehen oder standen auf ihrer To-do-Liste. »Ich habe mich als Politikerin ausschließlich mit Karbener Themen beschäftigt, weil Entscheidungen in einer Kommune vor Ort zum Wohle der Bürger, unabhängig von Altersgruppen oder sozialen Schichten erarbeitet werden müssen.« Das gelinge mit einer aktiven Bürgerbeteiligung. »Für mich sind bürgerliche Denkansätze das Fundament meines Handelns. Meine Grundhaltung ist liberal und werteorientiert.« Die Arbeit als Stadträtin habe ihr viel Freude bereitet. »Ich habe vieles dazugelernt, immer den offenen Dialog gesucht, Verständnis für andere aufgebracht, meine Ziele mit Beharrlichkeit, Geduld und Idealismus verfolgt.«

Durch ihr ehrenamtliches politisches Engagement blicke sie zurück »auf unzählige Begegnungen mit Leuten, die ich sonst nie kennengelernt hätte«. Zu ihrem Einsatz sagt sie: »Ich mache eine Sache entweder ganz oder gar nicht. Wenn einen eine Aufgabe interessiert, dann ist diese auch keine Last.«

Mehr Zeit zum Krimi-Lesen

Den neuen Stadträten rät sie vor allem eines: »Zuhören können, das ist das Wichtigste.« Für Rosemarie Plewe, die seit vier Jahren verwitwet ist, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. »Es ist Zeit, mein Leben und die mir noch verbleibenden Jahre, neu zu ordnen. Ich freue mich auf mehr Zeit zum Lesen von Biografien und Krimis, zum Wandern und für Exkursionen in der Natur.«

Ihr Lieblingsplatz in Karben ist der Ludwigsbrunnen. »Von diesem neu gestalteten Kleinod aus genieße ich den Blick in die freie Landschaft.« Karben sei eine Stadt im Grünen, die mit ihrer überschaubaren Größe die Bedürfnisse ihrer Bürger gut bedienen könne. »Ich schätze das gute Miteinander, dass in unserer Stadt in vielfältiger Weise aktiv gelebt wird.« Die pensionierte Bankkauffrau verspricht: »Als politisch interessierte Bürgerin, werde ich mich weiterhin für meine Stadt einbringen.«.

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