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Nicole Jost legt Wert auf Nachhaltigkeit: Ihre Espadrilles haben biegsame Sohlen aus Jute und Naturkautschuk, die sie aus einer spanischen Manufaktur importiert.

Geschäftsidee

Zu jedem Stoffrest eine Geschichte: Wetterauerin baut Start-up für Espadrilles aus

Vor etwa zwei Jahren hat Nicole Jost aus Karben-Rendel (Wetterau) das Start-up »Espadrilles Maker«gegründet. Mittlerweile hat sie neue Ideen verwirklicht.

Karben – Nicole Jost fertigt zu Hause in Handarbeit Espadrilles, verziert mit Borten, Bändern, Perlen, Glöckchen und anderem mehr (diese Zeitung berichtete). »Ich liebe, was ich tue. So entstehen handgemachte Glücksmomente - für mich beim Fertigen und für die Kundinnen beim Tragen der Schuhe«, sagt sie. Mittlerweile hat sie neue Ideen verwirklicht, die kleine Manufaktur entwickelt sich. Und: Mit jedem Paar verkaufter Schuhe möchte Jost gemeinnützige Organisationen unterstützen, derzeit ist es die »Stiftung firmm«, die sich für den Schutz von Meeressäugern und deren Lebensraum engagiert (Infos: www.firmm.org).

Eine Kundenreklamation habe sie auf einen neuen Pfad geführt, was die Beschaffung der Sohlen für ihre Espadrilles betrifft, berichtet Nicole Jost. So habe sie den Sohlen-Lieferanten gewechselt. Nach längerer Recherche im Internet sei sie auf eine kleine Manufaktur in Nordspanien gestoßen, die handgemachte Sohlen aus Jute und Naturkautschuk anfertigt. »Sie sind 100-prozentig biologisch abbaubar«, betont Jost, die von Beruf Grafikdesignerin ist. Die Sohlen seien beweglich und nicht geklebt. Das passe in ihr Geschäftskonzept der Nachhaltigkeit. Dazu gehört der Aspekt des Upcyclings von Stoffen. Mit naturfarbenem Garn näht sie den Stoff, den sich jede Kundin selbst aus einem großen Sortiment auswählen kann, an die Sohlen.

Die Grafikdesignerin hat ihre Homepage »Espadrilles Maker« aufgefrischt. Und - ob der vielen Anfragen nach dem sommerlichen Schuhwerk - hat sie eine Näherin beschäftigt. »Ich habe inzwischen mit der Organisation viel zu tun«, lacht Jost. Auch auf Instagram sei sie präsent.

Schuhe aus der Wetterau für ein Spa in Italien

Während eines Italienurlaubs hatte sie mit den Betreibern des Camping Village »Garden Paradiso« in Cavallino vereinbart, dass ihre Espadrilles im dortigen Spa-Bereich angeboten werden. »Für den Sommer 2020 hatte ich eine Ladung Schuhe gefertigt und verschickt. Aber dann war wegen Corona geschlossen«, berichtet Jost. Der diesjährige Verkauf dort laufe gut an: »Ich bekomme regelmäßig E-Mails mit Fotos und schöne Rückmeldungen von den Gästen. Der Standort passt super ins Konzept, da der Campingplatz mit der ›blauen Flagge‹ für Umweltschutz und Sauberkeit der Meere ausgezeichnet ist.«

Die Reaktion auf den Zeitungsartikel vor zwei Jahren sei positiv gewesen, meint Nicole Jost, und schildert zwei, wie sie sagt, rührende Begegnungen. So habe aus Okarben eine ehemalige Mitarbeiterin einer Gardinen-Weberei angerufen und ihr viele schöne Stoffreste angeboten. »Zu jedem Stoffrestchen konnte sie mir eine Geschichte erzählen.« Und ein älterer Herr aus Oberdorfelden habe ihr eine Nähmaschine geschenkt. Gefertigt werden nun auch Brautschuh-Espadrilles - entweder aus dem Stoff des Brautkleides oder aus Josts Stoff- und Spitzen-Fundus. Dazu Anhänger, Verzierungen, Perlen. Für den Bräutigam und die Brautjungfern können ebenfalls die passenden Stoffschuhe entworfen werden. Neu sind Espadrilles mit freier Zehenpartie. Gefragt seien bunte Espadrilles im Mustermix oder im Rockabilly Style.

»Ich werde die Stoffauswahl für Männer erweitern. Ich finde, sie können modisch ruhig etwas mehr Selbstbewusstsein und Farbe vertragen«, meint die Espadrilles-Anbieterin.

Die Kundenkontakte im vergangenen Jahr seien intensiver gewesen, Bestellwünsche ausführlicher und persönlicher kommuniziert worden: »Die Kundinnen hatten Lust zu sprechen und haben nicht nur eine kurze E-Mail geschrieben.« Sie habe im Gegenzug kleine Geschenke in die Bestellungen gepackt und Karten mit einem schönen Spruch, berichtet Nicole Jost.

Wetterau: Unternehmerin aus Karben holt handgemachten Schmuck ins Sortiment

Seit Kurzem habe sie handgemachten Schmuck aus Perlen und anderen Materialien im Sortiment. Sie arbeite dafür mit einer kreativen Freiberuflerin zusammen. »Sie fädelt Ketten, Fußbändchen, Armbänder oder Brillenketten passend zum jeweiligen Paar Espadrilles«, ist Nicole Jost begeistert.

Um das Angebot an Accessoires auszubauen, plant sie für nächstes Jahr, selbst entworfene Taschen zu fertigen. »Vielleicht in Form einer Clutch und einer Badetasche, aber das steht noch nicht fest. Und ich suche dafür jemanden Kreatives, der mitmacht«, sagt die Jungunternehmerin. »Ich weiß noch nicht, wo es hinführt, ich lasse da meinem Start-up seinen Lauf.«

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