Peter Mayer hat im Lockdown ein neues Kuh-Bild fürs "KUHtelier" gemalt. FOTOS: CHRISTNE FAUERBACH
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Peter Mayer hat im Lockdown ein neues Kuh-Bild fürs "KUHtelier" gemalt. FOTOS: CHRISTNE FAUERBACH

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Zeit zum Experimentieren und Renovieren

  • vonChristine Fauerbach
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Karben(cf). Kunst will live gesehen, gehört und erlebt werden. Kunst schärft die Sinne, den Verstand und die Kritikfähigkeit. Kunst ermuntert zum Entdecken, Erleben, Begreifen, Fühlen und Mitfiebern. Für viele Künstler bedeutet die Corona-Pandemie eine Katastrophe. Theater, Kinos, Konzertsäle, Ateliers und Museen sind geschlossen. Die Bühnen im Pandemiejahr 2020 sind dunkel und verlassen. Der ins Jahr 2021 verlängerte Teil-Lockdown trifft die Kultur weiter hart. Finanziell wie organisatorisch wird Künstlern, Veranstaltern, Mitarbeitern und Institutionen des Kulturbetriebs viel abverlangt.

"Pouring Technik" neu ausprobiert

Peter Mayer, Künstler, Veranstalter, Gründer und Betreiber des "KUHtelier" auf dem Schlossgelände der Familie von Leonhardi in Groß-Karben, zieht eine gemischte Bilanz. "Für mich als bildender Künstler war es insofern auch ein gutes Jahr, weil ich endlich Zeit hatte, Neues auszuprobieren und Bekanntes aufzugreifen." Neu ausprobiert hat er zusammen mit seiner Lebensgefährtin unter anderem die angesagte Pouring Technik. Dabei wird Acrylfarbe mit einem speziellen Pouring Medium vermischt und anschließend großflächig auf die Leinwand gegossen. "Das war eine tolle neue Erfahrung, die bisher 60 farbenfrohe Pouring-Bilder zum Ergebnis hatte", berichtet der Künstler.

Zu den Dingen, die er "schon ewig nicht mehr gemacht hat", gehört das Arbeiten mit Ton. "Während der beiden Lockdowns wurde das "KUHtelier" wieder in seiner ursprünglichen Funktion als Atelier genutzt." Schlecht in 2020 sei gewesen, dass er seine und die Werke befreundeter Künstler Besuchern bis auf den "Kunstmarkt to go" am ersten Adventswochenende nicht präsentieren konnte. "Die Öffentlichkeit war fast das ganze Jahr über eingeschränkt und fehlt jetzt wieder ganz." Vor allem Musiker, die seit dem Frühjahr praktisch arbeitslos sind, aber auch Autoren, die Lesungen oder Lesereisen absagen mussten, seien von der Pandemie besonders hart betroffen. Positiv zu bewerten sei, dass die pandemischen Bedingungen 2020 auch Kreativität freisetzten und neue Konzepte etablierten. Dazu gehörte, dass Künstler, Vereine und Firmen in Karben, die sonst auf dem Weihnachtsmarkt vertreten sind, ihre Waren und Kunstwerke online unter www.karben.stark.business.de anbieten konnten, sagt Peter Mayer. "Sehr gut finde ich auch die von Harald Steinke vom Kulturbahnhof in Stockheim übertragenen Online-Konzerte, bei denen das Publikum um Spenden für die Musiker gebeten wird." Das KUHtelier hatte im Sommer und Herbst zu Hofkonzerten unter freiem Himmel unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln eingeladen.

Novemberhilfe vom Staat erhalten

Trotz allem liege der Umsatzeinbruch 2020 bei 80 Prozent. Das sei bitter, weil das "KUHtelier" nach vielen kostendeckenden Jahren 2019 erstmals Gewinn abwarf. "Ein großes Lob geht an unsere Stammgäste. Sie haben sich für den Erhalt des ›KUHtelier‹ eingesetzt, wollen auch künftig Projekte entwickeln, um es zu erhalten." Sobald es wieder möglich ist, will Mayer die Türen für Kurse im kleinen Rahmen öffnen. Konzerte, Feiern und Stammtische könnten vorerst nicht stattfinden. "Wir stehen in den Startlöchern, um das Jahr 2021 zu planen. Normalerweise wäre das Programm bereits fertig, doch dieses Mal hat sich aufgrund der unsicheren Lage bisher noch kein Künstler um einen Auftritt beworben", bedauert Veranstalter Mayer.

Trotz aller negativen Auswirkungen der Pandemie für Kreativschaffende, lobt Mayer den Staat: "Ich habe online den Antrag für die Novemberhilfe gestellt, hatte innerhalb von einer Minute nach Absendung des Antrags die Zusage und eine Woche später das Geld auf dem Konto."

Die veranstaltungsfreie Zeit nutzte Mayer unter anderem zur Renovierung des "KUHtelier" und zum Einbau einer Küche. "Für mich ist der Lockdown eine Zeit zur Besinnung, in der ich gelernt habe vieles wie Konzerte, Lesungen, Ausstellungen wieder wertzuschätzen und in der ich erkannt habe, dass vieles nicht selbstverständlich ist."

Veranstaltungen im "KUHtelier" finden vorläufig aufgrund der Corona-Pandemie keine statt. Beliebt sind die Events im ehemaligen Stallgebäude im Hof des Leonhardischen Schlosses in Groß-Karben vor allem aufgrund der bunten Mischung aus Kunst, Kultur, Coaching und Consulting. Für kulturelle Veranstaltungen, Workshops, Seminare, Feiern und vieles andere mehr steht Veranstaltern ein rund 100 Quadratmeter großer Raum mit einer 25 Quadratmeter großen, integrierten Bühne, ein 30 Quadratmeter großer Seminarraum sowie Küche und Aufenthaltsraum zur Verfügung.

Infos gibt es im Internet unter www.mayers-kreaktiv.de, Telefon 0 60 39/93 81 73, Mobil 01 73/3 14 88 85, E-Mail: peter.mayer@mayers-kreaktiv.de. cf

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