K_BUND1_250921_4c_1
+
Den Schluss der Radgruppe bildet Eckhard Neitzel mit seinem Dreirad und der BUND-Fahne.

Zehn aufschlussreiche Kilometer

  • VonRedaktion
    schließen

Karben (pm). Der Ortsverband Karben/Niddatal des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) freut sich über die Bürgerinnen und Bürgern, die sich am Sonntagnachmittag mit ihrem Fahrrad am Ludwigsbrunnen einfanden, um die nähere Umgebung zu entdecken. Nach einer kurzen Diskussion darüber, ob schwefelhaltiges Wasser der Gesundheit eher zuträglich ist oder nicht -,einige füllten sich dort Wasser auch ab für unterwegs, startete die Tour.

Eckhard Neitzel fuhr mit seinem schnittigen Dreirad und der großen BUND-Fahne hinter der Gruppe her.

Die Gruppe legte einen kleinen Zwischenstopp am Holzausguck beim Naturschutzgebiet an der Ludwigsquelle ein. Die große Info-Tafel daneben macht auf die seltenen Tier- und Pflanzenarten aufmerksam, die hier leben. Birgit Scharnagl erklärte den Teilnehmern einige der Hinweise.

Auenprojekt Niddatal besichtigt

Im weiteren Verlauf fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Südrand von Burg-Gräfenrode nach Norden zum Auenprojekt Niederwiesen der Stadt Niddatal. Auf der großen Info-Tafel der Hessischen Landesgesellschaft steht, dass es sich um eine Kompensationsmaßnahme für den Ausbau des Frankfurter Flughafens handelt. Ein 68 Hektar großes Gebiet soll als Retentionsraum reaktiviert werden. Der Lohgraben wurde hier aufgestaut, damit neue Feucht- und Frischwiesen entstehen und das Grundwasser sich nachbilden kann.

Ein Teilnehmer, der hier öfters vorbeikommt, erzählte, dass es das Projekt seit etwa acht Jahren gebe. In dieser Zeit habe er beobachten können, wie sich die Natur ihren Lebensraum zurückholt. Leider sei man zur falschen Jahreszeit unterwegs, denn im Frühling und Sommer quaken hier Frösche im Tümpel. Die Rinder grasten auch im September noch auf den Wiesen.

Es ging weiter zur Nidda und von dort am Flussufer entlang bis zum Jugendkulturzentrum (Jukuz) am Selzerbrunnen. Die Fahrt wurde noch an zwei weiteren Stellen kurz unterbrochen: an einem Schild der Firma Rapp’s, auf dem für Blühpatenschaften geworben wurde und an einem Zuckerrübenfeld, wo ein konventioneller Bauer über Dünger und »Pflanzenschutzmittel« aufklärte. Das Feld wird also mit Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden gespritzt. Die Gifte sollen den Ernteertrag steigern. Eine Teilnehmerin erzählte, dass ihr Hund regelmäßig Durchfall bekomme, wenn sie mit ihm an frisch gespritzten Feldern vorbeigehe.

Als die Gruppe am Rapp’s Natur-Erlebnis-Garten am Jukuz eintraf, wunderten sich zwei Radler: »Das sollen zehn Kilometer gewesen sein?« Trotzdem gab es zur Erfrischung eine kleine Auswahl an fruchtigen Getränken, Saftschorlen und Apfelwein. Dazu wehten vom Jukuz die letzten Töne des Nachmittagskonzerts herüber.

Dann führte Birgit Petri durch den Natur-Erlebnis-Garten. Sie zeigte der Gruppe zunächst verschiedene Wildpflanzen und erklärte, wie sie zu ihrem deutschen Namen kamen. Sie erzählte etwas zu Streuobstwiesen und Totholz als Lebensraum, zeigte den Teich, das Insektenhotel und die Tastkästen. Zwischendrin las sie kleine Gedichte vor. Auch sie bedauerte, dass die Jahreszeit schon so weit fortgeschritten ist, viele schöne Wildblumen verblüht sind und die Wiesen unter den Apfelbäumen schon gemäht wurden.

Nicht zufrieden mit Apothekergarten

Gar nicht zufrieden zeigte sich Birgit Petri mit dem neu gestalteten Apothekergarten. Hier wurden kleine Steinchen zwischen die Pflanzen gestreut, damit sich der Pflegeaufwand in Grenzen hält, aber die Steinchen heizen sich auf und halten die Hitze am Platz. Dies erhöht den Wasserverbrauch der Pflanzen. »Hildegard von Bingen hätte das nie so gemacht«, merkte Petri an.

In einer gemütlichen Runde wurden Getränke ausgeschenkt und wer wollte, konnte nach der Führung noch einen leckeren Obstkuchen genießen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare