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In New York Yoko Ono getroffen

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Karben (cf). Ein Klavier und seine unverkennbare Bassstimme waren alles, was Manfred Maurenbrecher brauchte, um seine Zuhörer in Bann zu ziehen, als er auf Einladung der Kulturinitiative Karben (KiK) sein Debüt in der Kulturscheune gab.

Ein festgelegtes Programm liege nicht vor, er mache das eher nach Gefühl, sagte er. »Hoffnung für alle« sei aber das Thema des Abends. Spielend, singend und plaudernd unterhielt er mit Liedern und poetischen Geschichten über Hoffnung, Glück, Befindlichkeiten und das Reisen. Die Zuhörer erfuhren viel über sein Wohnviertel im Südosten von Berlin. Oder er erzählte von einer Reise nach New York. Dort saß er in Probenpausen am Straßenrand und beobachtete Passanten. »Jeder spielt mit sich selbst oder mit seinem Headset«, lautet die Bilanz. Plötzlich sei Yoko Ono vorbei gejoggt. Oder war sie es doch nicht, zweifelt der Beobachter.

In seinen Texten zeigt er seinem Publikum, wie er die Welt und seine Mitmenschen wahrnimmt. Seinen Erlebnissen und Eindrücken von New York schlossen sich weitere bruchstückhafte Facetten von Reisen in ferne Länder und zu fremden Völkern an. Etwa die Eindrücke einer sechswöchigen Busreise durch die Türkei: »Sechs Wochen lang arabische Musik und einen Reisegefährten, der nur Französisch sprach«, erinnert sich Maurenbrecher. Dagegen sei in der Ukraine im Frühjahr das Wetter »so wie heute gewesen, nur viel kälter und es stürmte dazu«.

Mit 19 Jahren sei er nach Saloniki aufgebrochen, berichtet der Kabarettist im bunten Hemd. Oft seien es Lieder gewesen, die ihn selbst mit den widrigsten Reiseumständen versöhnt hätten, wie zum Beispiel die Fahrt in einem total überfüllten Bus durch die Karpaten.

Ständiger Reisebegleiter sei die »Krankheit der Freiberufler«. Die äußere sich in der Angst, nicht erreichbar zu sein. Deshalb laute ihre erste grundsätzliche Frage: »Gibt es in diesem Hotel WLAN?« Nach jeder Reise komme ein großer Sprung, wenn man weit weg war und nach Hause komme. »Ich werde dann immer krank«, berichtete Maurenbrecher.

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