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Sozialer Wohnungsbau in Karben

Wohnraum ab 4,16 Euro

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Das Thema Sozialer Wohnungsbau ist ein Dauerbrenner bei den Karbener Stadtverordneten. Das Kommunale Immobilien Management KIM hat dazu jetzt interessante Daten veröffentlicht.

O b im Stadtparlament, in Ausschusssitzungen oder Parteiversammlungen: Das Thema preiswerter Wohnraum wird immer wieder angesprochen. Der damalige Grünen-Fraktionsvorsitzende Rainer Knak bezeichnete es als das »gravierendste soziale Problem, das wir auf kommunaler Ebene angehen können und müssen«. Seine Fraktion hat ebenso wie die SPD bei Neubauten mehrmals - vergeblich - eine Quote gefordert: Investoren sollten demnach verpflichtet werden, 20 Prozent der Wohnflächen für Sozialwohnungen oder zumindest preiswerten Wohnraum vorzuhalten. Die Linken wollten einst gar die Stadt per Antrag zwingen, 100 Sozialwohnungen selbst zu bauen.

Doch wie gravierend ist das Problem eigentlich? Gibt es in Karben tatsächlich so wenig bezahlbaren Wohnraum, wie aus Teilen der Politik suggeriert wird? Die SPD-Fraktion wollte es zur letzten Sitzung des Stadtparlaments ganz genau wissen und forderte jede Menge Zahlen und Fakten. Die bekam sie nun geliefert. So wurde beispielsweise danach gefragt, über wie viele eigene Wohneinheiten die Stadt verfüge. Die Antwort: 137. In diesen Wohnungen leben insgesamt rund 300 Menschen.

19 Anfragen nach billigem Wohnraum

Aus der Antwort des KIM geht weiter hervor, dass sich aktuell sechs Wohneinheiten in Burg-Gräfenrode im Bau befänden. Geplant seien weitere Wohngebäude in Petterweil sowie im Brunnenquartier in Kloppenheim. »Insgesamt rechnen wir mit einer Steigerung der kommunalen Wohneinheiten auf circa 200 Wohnungen«, heißt es in der Antwort auf die SPD-Anfrage weiter. Dies entspreche einer Steigerung von 45 Prozent zum aktuellen Stand. Das Investitionsvolumen schätzt die KIM auf gut 15 Millionen Euro. Und wie groß ist der Bedarf an preisgünstigem Wohnraum beziehungsweise an Sozialwohnungen? Seit Mitte des vergangenen Jahres hätten sich zwei Wohnungsbewerber bei der Stadt gemeldet. Insgesamt lägen 19 Anfragen vor, acht davon von Singles und elf von Familien. Lediglich sechs hätten einen Wohnberechtigungsschein. Das sind Menschen, die ein so niedriges Einkommen haben, dass sie eine billige Sozialwohnung benötigen bzw. darauf einen Anspruch haben. »Das ist weit weniger, als hier immer getan wird«, kommentierte Bürgermeister Guido Rahn (CDU).

Seine Partei hatte lange alle Anträge der Opposition zurückgewiesen, mehr preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Investoren sollten zu keinerlei Quote gezwungen werden. Aber im vergangenen Jahr hat doch ein Schwenk stattgefunden, nämlich mehr für den Wohnungsbau zu tun, für preiswerten Wohnraum allemal. Aber man geht hier anders vor, als von der Opposition verlangt: Statt Investoren zu festen Quoten zu zwingen, baut man mit den stadteigenen Gesellschaften lieber selbst, also mit der städtischen Wobau oder aber, wie schon vor einiger Zeit angekündigt, im Stadtzentrum (Brunnenquartier) etwa mit der Nassauischen Heimstätte.

Durchschnittsmiete- liegt bei 7,20 Euro

Die KIM nannte in Beantwortung der SPD-Anfrage auch noch die Mietpreisspanne in der Stadt. In den Wohneinheiten des KIM lägen die Preise zwischen 4,16 und 9,80 Euro, bei der Wobau lägen die günstigsten Wohnungen bei 5,00 Euro bis zu 9,71 Euro. Lediglich bei den sechs Wohneinheiten im Neubau am Waldhohlweg in Groß-Karben lägen die Preise pro Quadratmeter über zehn Euro. Den Durchschnittspreis der Mieten in Karben gab die KIM in der Antwort im Stadtparlament mit 7,20 Euro pro Quadratmeter an.

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