Eine Momentaufnahme vor Abstands- und Hygieneregeln: Die Interessierten am "Haus 2"-Projekt von Wohnen im Alter besichtigen das neue Grundstück. 	FOTOS: PRIVAT
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Eine Momentaufnahme vor Abstands- und Hygieneregeln: Die Interessierten am »Haus 2«-Projekt von Wohnen im Alter besichtigen das neue Grundstück. FOTOS: PRIVAT

Alternative Lebensform

Karben: „Wohnen im Alter“ plant zweites Projekt - Barrierefreie Wohnanlage „Am Quellenhof“

  • vonPatrick Eickhoff
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„Wohnen im Alter“ gibt es seit fünf Jahren im Karben, damals ist die Wohnanlage im Karbener Zentrum bezogen worden. Jetzt soll ein zweites Haus im Baugebiet „Am Quellenhof“ folgen.

  • Seit fünf Jahren steht in Karben die erste barrierefreie Wohnanlage des Vereins „Wohnen im Alter“.
  • Wohnen im Alter“ plant nun sein zweites Projekt, ein weiteres Haus, im Baugebiet „Am Quellenhof“.
  • Die zukünftigen Bewohner hoffen 2023 einziehen zu können und achten auf eine „Altersdurchmischung“.

Karben - Fünf Jahre ist es her, da hat der Karbener Verein »Wohnen im Alter« sein Ziel in die Tat umgesetzt: Die Entstehung einer Wohnform, in der selbstständiges und eigenverantwortliches Wohnen bis ins hohe Lebensalter möglich ist. Seit 2016 wohnen 26 Frauen und Männer der 50-Plus-Generation, Singles und Paare, in 21 barrierefreien Wohnungen in Haus 1 an der Ramonville Straße in Groß-Karben.

Karben: „Wohnen im Alter“ plant zweites barrierefreies Haus

»Leider ist das ausgebucht«, sagt Hilde Hutchings. Die 68-Jährige gehört wie Martin Menn zu jenen, die alle unabhängig voneinander auf der Suche nach Möglichkeiten waren, gemeinsam im Alter zu wohnen. »Man hat abseits vom Altersheim nicht viele Möglichkeiten. Doch nicht jeder möchte ins Altersheim, nur weil die eigene Wohnung vielleicht nicht barrierefrei ist«.

Schnell finden sich neben Menn und Hutchings mehr und mehr Interessierte für die alternative Wohnform. Seit 2018 gibt es die »WiA 2«, wie sich die Gruppe nennt. »Seitdem treffen wir uns einmal im Monat und entwickeln und organisieren die Idee von ›Haus 2‹«, sagt Hutchings. Mittlerweile hat sich ein fester Kern von je zehn Singles und zehn Paaren - alles Senioren ab 60 - gebildet.

»Die Corona-Pandemie ist ein großes Problem«, sagt Menn. »Wir können keine neuen Interessenten treffen und wir wollen eigentlich im Bürgerzentrum eine Veranstaltung abhalten, um über den Stand des Projektes zu informieren. Diese mussten wir absagen.«

Karben: Senioren hoffen, 2023 einziehen zu können

Denn mittlerweile nimmt das Projekt »Haus 2« Form an. Hilfe kam von den Haus-1-Bewohnern und dem Vorstand des Vereins. Die Stadt hat der Gruppe bereits ein Grundstück im neuen Baugebiet »Am Quellenhof« zugesagt. »Optimale Lage«, sagt Menn. »Es ist zwar am Rand aber dennoch super zentral. In Rollatornähe, wie wir immer sagen, gibt es Apotheken und Ärzte. Wir sind also gut angebunden. Außerdem ist die Nidda nicht weit.«

Hilde Hutchings ist zufrieden, denn »auch beim Bauträger hatten wir Glück. Die GSW (Gemeinnütziges Siedlungswerk Frankfurt), die bereits Haus 1 gebaut hat, erklärte sich bereit, mit und für uns zu bauen.«

Hutchings sagt: »Es wird aber auch Zeit.« Denn eigentlich war geplant, dass im April 2020 die Bauplanungen konkret werden. »Leider hat sich das immer weiter verschoben. Im Dezember haben die Architekten der GSW die Bebauungsvorschläge bei der Stadt eingereicht.« Dabei gebe es noch Fragen, die geklärt werden müssen, wie beispielsweise die nach einer öffentlichen Zufahrt. »Wir hoffen, dass alles bald seinen parlamentarischen Weg geht und wir Anfang nächsten Jahres mit dem Bau beginnen können. Dann würden wir 2023 einziehen«, sagt der Karbener Martin Menn.

Karben: GSW Frankfurt als Bauträger und Hausverwaltung

Der 66-Jährige hofft natürlich, »dass es schneller geht«. Klar ist jedoch: Es werden nicht so viele Wohnungen wie geplant. »Wir rechnen mit 25 Wohnungen, die entstehen.« Bezüglich der Miete kann das Bauteam rund um Hutchings erst mit Informationen an die Interessenten treten, wenn die nächsten Schritte vollzogen sind.

Die GSW sieht Martin Menn als klaren Vorteil. »Viele private Bauträger sind an solchen Projekten überhaupt nicht interessiert. Im Haus 1 hat man gute Erfahrungen mit der GSW, die auch die Hausverwaltung übernimmt.«

Karben: Gemeinschaft als Lernprozess

Der Austausch mit den Bewohnern des ersten Hauses sowie dem Verein sei ohnehin rege gewesen, sagt Hutchings. »Es ist für uns alle ja neu, diese Art von Gemeinschaft einzugehen«, sagt die 68-Jährige. Für viele werde sich einiges ändern. »Was bedeutet Gemeinschaft? Wir sehen das als Lernprozess an. Es sind Herausforderungen, die man gemeinsam meistern muss«, sagt Hutchings. »Offenheit, Respekt, Toleranz. Zwar darf jeder für sich selbst sein, aber es geht ja trotzdem darum, sich einzufügen.«

Zum Schluss sprechen Hutchings und Menn noch einen Punkt an, der ebenfalls wichtig sei. »Die Altersdurchmischung«, sagt Menn. »Wir haben uns viele Einrichtungen und Projekte angeschaut und uns informiert. Das ist ein Problem, dass wir bei den anderen erkannt haben.«

Alle Informationen zum Verein »Wohnen im Alter« gibt es unter wia-karben.de. Dort gibt es auch eine Übersicht wie das Projekt »Haus 2« vorankommt. Wer mit dem Verein in Kontakt treten möchte, schreibt eine E-Mail an info@wia-karben.de oder wählt die 0 60 39/42 63 7 oder 0 60 39/4 19 13. (wpa)

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