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Wobau schafft in Petterweil Wohnraum

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Von: Holger Pegelow

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Im alten Ortskern von Petterweil hat die Wohnungsbaugesellschaft Karben dieses Objekt erworben. Dort will sie zusätzlich zu dem Wohnhaus weitere Wohnungen bauen. © Holger Pegelow

Karben (pe). Der politische Wille ist schon länger da, dass sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobau stärker im Neubau engagiert, damit auch Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen sich in Karben eine Wohnung leisten können. Und diese Aktivitäten sind schon seit Monaten im Gange. So hat die Wobau in Burg-Gräfenrode im Kaicher Weg ein Sechsfamilienhaus errichtet.

Nun wird sie auch in Petterweil aktiv.

Stadtsprecher Dominik Rinkart bestätigt, dass die Wobau GmbH der Stadt das Areal Alte Haingasse 17 in Petterweil gekauft hat. Das Grundstück ist mit 832 Quadratmetern relativ groß. Aktuell befinden sich dort nur zwei Wohnungen und Garagen. Es ist laut Rinkart geplant, dort - soweit möglich - weitere vier bis sechs Wohneinheiten zu schaffen. Die Garagen müssten dann gegebenenfalls abgerissen werden. Zurzeit gebe es noch Gespräche mit dem Denkmalschutz des Wetteraukreises. Sobald dieser zugestimmt habe, will die städtische Wobau die Pläne detailliert vorstellen.

Erbengemeinschaft bot Hofreite an

Die Wohnungsbaugesellschaft hat in Petterweil aber noch ein zweites Objekt erworben: Ebenfalls im alten Ortskern, und zwar in der Alten Heerstraße 10. Den ehemaligen Bauernhof mit Wohnhaus, Garagen, Scheune und einem großen Hof hat der frühere Stadtrat Otmar Stein für die Wobau erworben. Das Anwesen gehörte seinen Angaben zufolge einer Erbengemeinschaft. Diese habe das rund 1100 Quadratmeter große Anwesen aber nicht nutzen wollen und es der Stadt zum Kauf angeboten. Dann kann die städtische Gesellschaft nach eigenen Plänen bauen und sich dabei der Struktur in dem Ort anpassen. Damit möchte sie auch Wildwuchs verhindern, der in dem einen oder anderen Ortskern durch private Investoren mangels Bebauungsplänen zustande gekommen war. Alte Häuser waren abgerissen und stattdessen verdichtet neue Gebäude draufgesetzt worden. Die Folgen sind bekannt: Häufig genug passen die Objekte keinesfalls ins Ortsbild, und zudem haben sich in den alten Ortskernen durch verdichtetes Bauen die Verkehrsprobleme verschärft.

Außerdem ist preisgünstiger Wohnraum knapp. Um auch Menschen mit mittlerem oder niedrigem Einkommen Wohnraum anzubieten, engagiert sich die Stadt nun stärker. Dazu sind die Ortskerne wichtig, denn dort herrscht hier und da Leerstand. Häufig sind die langjährigen Bewohner verstorben oder weggezogen, deren Kinder haben aber kein Interesse an den Objekten oder wohnen weit weg.

So war es auch in Petterweil. Die Wobau ließ laut Stein die Bausubstanz des Anwesens untersuchen - mit guten Ergebnissen. »Das Wohnhaus können wir mit überschaubarem Aufwand sanieren«, sagt der ehemalige langjährige Erste Stadtrat, der sich auch für Wohnungsbau und die Wirtschaftsförderung engagiert. »Wir werden dort fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen schaffen«.

Die Wobau wird bei beiden Petterweiler Objekten einige Hunderttausend Euro an Sanierungskosten aufwenden. Nach Fertigstellung der Wohnungen kann die Stadt sie zu Quadratmeterpreisen anbieten, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen werden.

Die Wobau will sich zudem auch im Neubaugebiet Brunnenquartier in der Innenstadt engagieren und auch dort ein Mehrfamilienhaus errichten.

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Dieses Wohnhaus in der Alten Heerstraße saniert die Wobau aktuell. © Holger Pegelow

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