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Reinhard Mauer (links) und der Vorsitzende der Karbener Künstler-Initiative Rolf Theiss bei der ersten Vernissage seit zwei Jahren.

Wo Kreise die Essenz des Wirkens sind

Karben (jul). Mit »My inner circle« beendete der Karbener Maler Reinhard Mauer am vergangenen Freitag die coronabedingte Kreativpause der Karbener Künstler-Initiative. Reinhard Mauer ist anzusehen, dass er sich sehr über die Besucher seiner Vernissage freut. »Ich bin Künstler. Das war ich schon immer irgendwo«, erklärt der ehemalige Bankangestellte, der seit 2015 in Karben wohnt und in diesem Jahr Mitglied in der Karbener Künstler-Initiative geworden ist.

Nach einer langen Pause, die er selbst »Dornröschenschlaf« nennt, habe er 2018 wieder mit dem Malen begonnen und sich schließlich im März 2020 als Künstler selbstständig gemacht. Die erste Zeit sei schwierig gewesen, da er sich wegen der Pandemie bei keinen Galerien direkt vorstellen konnte. Umso mehr freut er sich, den Besuchern der Ausstellung »My Inner Circle« im Atelier 17 der Karbener Künstler-Initiative seine Werke zeigen zu können.

Mit dem Malen wieder angefangen habe er im Büro, mit Kritzelzeichnungen. Schon da hätten seine Figuren aus Kreisen bestanden, denn die haben für ihn eine besondere Bedeutung, erzählt Reinhard Mauer. »Der Kreis ist unendlich, mit vielen Kreisen meine ich viele Lebensphasen«, erklärt der Künstler. Für ihn sind Kreise eine »Art Gefühl« und mittlerweile sowohl ein Markenzeichen als auch eine zweite Unterschrift.

Beim Betrachten seiner Werke an den Wänden im Atelier 17 ist auf jedem Bild ein Kreis zu sehen. Der Titel der Ausstellung »My inner circle« bezieht sich auf die Kreis-Philosophie, der Maler sieht darin auch ein Wortspiel: Sein innerer Kreis sei schließlich auch die Bezeichnung für Menschen, die einem nahestehen.

Kernstück der Ausstellung sind zwei Bilder aus der 17-teiligen Reihe »Essence of my playground«, die Mauer am Herzen liegen. »Es steckt die Seele, die Essenz von 100 Bildern darin.« Als Untergrund der Werke dieser Serie verwende er seine Malunterlagen aus Trittschalldämmung, aus den darauf verbliebenen Farbresten hat Reinhard Mauer die Werke dieser Serie entwickelt. Zum Malen verwendet der Karbener vor allem Acryl und Sand, in einige seiner Kunstwerke hat er Silber und Blattgold eingebracht. Seine Kunstrichtung definieren könne und wolle er nicht.

Nächste Schau wird vorbereitet

Der Vorsitzende der Karbener Künstler-Initiative Rolf Theis ist froh über die Ausstellung. Denn wegen Corona konnten Karbener Künstler sich lange kaum treffen: Das offene Atelier des Vereins ist erst seit knapp vier Wochen wieder in Betrieb. Mauers Bilder sind die ersten ausgestellten Werke seit zwei Jahren. Während des Lockdowns habe es keinen künstlerischer Austausch geben können, erklärt Theis. »Wir sind aber zusammengeblieben.«

Es hat eine Online-Ausstellung über die Internetseite des Vereins gegeben, bei denen die Vereinsmitglieder Fotos ihrer Werke zeigen konnten. Das sei nicht vergleichbar. Alle seien unheimlich froh gewesen, sich schließlich wieder treffen zu können.

Dennoch blickt Rolf Theis zuversichtlich in die Zukunft: »Wenn es bei den Inzidenzen bleibt, können wir wohl offen bleiben«, sagt er. Dafür seien Coronaauflagen wie 2G (genesen oder geimpft) und Abstand vorausgesetzt. Auch im Hinblick auf die 5. Karbener Kunsttage ist er zuversichtlich: »Das ist ja im Juni nächstes Jahr.« Er selbst freut sich nun erst einmal auf die nächste gemeinsame Ausstellung des Vereins, die am Freitag, 22. Oktober, unter dem Motto »Stadt-Land-Fluss« eröffnet wird. jul

Die Werke von Reinhard Mauer sind der Öffentlichkeit immer dienstags im offenen Atelier der Karbener Künstlerinitiative, in den Räumen an der Christinenstraße 17, von 19 bis 21 Uhr zu sehen.

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