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Wiedereröffnung fest im Blick

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Von: Jürgen Schenk

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Zwischen dem Ur-Mauerwerk und der Betonschicht aus den 60er Jahren hat sich Feuchtigkeit gebildet. © Jürgen Schenk

In der evangelischen Pfarrkirche in Groß-Karben ist noch Baustelle angesagt. Die Verantwortlichen haben für die feierliche Wiedereröffnung ein Datum im Blick und sind optimistisch.

D as Innere der evangelischen Pfarrkirche in Groß-Karben ist zurzeit noch eine Großbaustelle. Doch das wilde Aussehen und der herumliegende Bauschutt trügen. Tatsächlich sind die Renovierungsarbeiten schon relativ weit fortgeschritten. Und wenn alles wie geplant weitergeht, könnte die Innensanierung bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Blick richtet sich auf Palmsonntag

Volker Fuchs vom Ortsgemeindeausschuss Groß-Karben/Kloppenheim zeigt sich jedenfalls optimistisch. Als Architekt weiß er, wie es wann auf Baustellen aussehen muss, damit Pläne eingehalten werden können. »Zum jetzigen Zeitpunkt läuft alles normal«, sagt der frühere Vorsitzende des Kirchenvorstands. Pfarrer Christian Krüger hat für seine Gemeinde eine noch bessere Nachricht. Er kennt nämlich schon jetzt den Fixpunkt für die feierliche Wiedereröffnung des Groß-Karbener Gotteshauses. »Wir haben den 2. April 2023 eingeplant, das ist der Palmsonntag«, gibt er bekannt.

Sollte es dazu kommen, würde die Bauzeit bis dahin über fünf Jahre betragen. 2018 starteten die Außenarbeiten an der Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert. Zunächst wurde der mittelalterliche Dachstuhl renoviert, Kirchenfenster erneuert und ein neuer Fassadenputz angebracht. Bereits 2019 sollte der Innenraum folgen, 2020 dann die Umgestaltung des Außenbereichs. Dieser Fahrplan konnte aus diversen Gründen jedoch nicht eingehalten werden.

Jetzt zeigen Krüger und Fuchs ein Kircheninneres, das erkennbar offener als zuvor gestaltet werden soll. Im hinteren Kirchenschiff, gleich neben dem Eingang, entsteht mehr Platz. Genutzt wird dieses Plus für einen kleinen Raum auf der linken und eine Freifläche auf der rechten Seite. Dafür müsse man allerdings in Zukunft auf zwei Bankreihen verzichten, merkt Krüger an. Sonst werde es an den Bänken aber keine Veränderung geben.

Mit dem im Rohzustand stehenden Altar und der fehlenden Orgel mangelt es noch an zwei Herzstücken der Kirche. Die Bürgy-Orgel von 1805 ist seit Beginn der Bauarbeiten im Leonhardischen Schloss eingelagert. Im Januar oder Februar des kommenden Jahres soll sie an ihren angestammten Platz zurückkehren und direkt dort gestimmt werden.

Elektrik komplett neu verlegt

»Die Elektrik ist komplett neu verlegt worden«, berichtet Volker Fuchs von einem mittlerweile abgeschlossenen Planungspunkt. An mehreren Stellen habe man jetzt Zugriff auf Steckdosen. Die Installation einer Glaskonstruktion (Windfang) im Eingangsbereich sei dagegen von der To-Do-Liste gestrichen worden.

Auch eine historische Hinterlassenschaft wurde während der Renovierung entdeckt: An der hinteren Wand des Altarraums kamen Teile eines Freskos zum Vorschein. Es dürfte sich um ein Pendant zu dem Fresko auf der linken Wandseite handeln. Die dort dargestellte Szene wurde bei einer früheren Kirchenrenovierung freigelegt.

Pfarrer Krüger glaubt, dass das Fresko in seiner Gesamtheit Kreuzigung und Auferstehung Jesu zeigt. Leider sei der Fund nur in Fragmenten erhalten geblieben. »Die Szenerie ist wahrscheinlich mittelalterlichen Ursprungs und dürfte noch aus der Bauzeit der Kirche stammen«, vermutet er. Eine Restaurierung sei nicht vorgesehen.

Wegen auftretender Feuchtigkeit im Mauerwerk muss die Dachentwässerung an der Kirche verändert werden. Außerdem wird demnächst eine neue Treppe zum Dallesplatz angeliefert und installiert. Weiterhin macht Volker Fuchs darauf aufmerksam, dass an der südlichen Außenfront eine Fläche für Veranstaltungen entstehen soll. Dazu müsse aber ein Lebensbaum weichen und die gepflasterte Fläche erweitert werden.

Bei so vielen Neuerungen bleibt nur zu hoffen, dass auch an die historischen Grabplatten gedacht wird, die einstmals um das Kirchengebäude standen. Aktuell liegen sie gestapelt im Pfarrgarten herum. »Wir wollen sie wieder aufstellen, aber wissen noch nicht wo«, sagt Fuchs. Möglicherweise wäre der Pfarrgarten selbst eine passende Option.

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