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Bild aus alten Zeiten: Beim großen Finale kommen traditionell alle Aktiven auf der Bühne zusammen. 2023 soll es dann auch bei der Weiberfastnacht Karben endlich wieder so weit sein.

Absage in Karben

Wieder keine Weiberfastnacht

  • VonPatrick Eickhoff
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Während andere Karnevalsvereine am 11.11: die fünfteJahreszeit einläuteten, haben die Aktiven der Weiberfastnacht Karben das Datum genutzt, um ihre Kampagne coronabedingt abzusagen.

A n den Sommer denkt Silke Widmann gerne zurück. Die Vorsitzende der Weiberfastnacht Karben (WFK) organisiert mit anderen Vereinsmitgliedern ein Treffen auf dem Gelände des Jukuz. Auf die ausgefallene Kampagne 2021 folgt das sommerliche Wiedersehen. »Es war so schön alle zu mal wieder zu treffen. Das Zusammenkommen war der Ersatz für unseren Vereinsausflug«, berichtet sie. Die Hoffnung im Sommer war groß. Im Winter sollte das »Helau« wieder Einzug erhalten. Doch statt vollgepackten Sälen heißt es auch in diesem Winter wieder: Kontakte meiden und zuhause bleiben.

2G und 3G waren keine Option

Bei der Weiberfastnacht Karben treffen diese Entscheidung die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung im Oktober. »Wir haben die Optionen vorgestellt. 2G kam für uns nicht in Frage. Ein ›Alles wie vorher‹ erschien uns der Lage nicht angemessen«, berichtet Widmann. Die Mitglieder stellten sich auch die Frage, wie und ob Faschingssitzungen angenommen werden würden. »Wir haben für uns entschieden, dass auch 3G mit all den Auflagen nicht umsetzbar ist.«

Schließlich seien Tests zu diesem Zeitpunkt auch noch kostenpflichtig gewesen. »Außerdem haben wir einige Mitglieder, die über 60 oder 70 Jahre alt sind. Deshalb haben sich die Mitglieder für eine Absage der Kampagne entschieden«, führt Widmann aus. »Verkündet haben wir das am 11.11 um 11 Uhr 11 - um wenigstens ein bisschen in Faschingsstimmung zu kommen.«

Mit der Absage war die WFK mit der erste Verein aus der Wetterau, der seine Kampagne abgesagt hat. Mittlerweile haben es ihm einige Vereine gleichgetan. »Wir fühlen uns in der Flut der Absagen von allen möglichen Veranstaltungen bestätigt«, sagt Widmann.

Es sei richtig gewesen, diese Entscheidung so früh zu treffen, »bevor es in die heiße Phase geht«, sagt sie. »Dann müssen Orden bestellt werden, die Planungen werden intensiviert. Die Gruppen gehen in die finale Phase. »Man kann derzeit kaum planen, was in der kommenden Woche passiert, wie sollen wir dann eine Kampagne organisieren?«

Die Weiberfastnacht Karben gibt es seit fast 40 Jahren. »Ein eigener Verein sind wir seit 2013«, sagt Widmann. Vorher war die Gruppe teil der KSG Groß-Karben. Die Zusammenstellung der 40 Frauen beschreibt sie als »bunt gemischt«. Bei den Fresh Girls tanzen Frauen von 18 bis Ende 20. Bei der Ranzengarde geht’s über die 60. »Hoffen wir mal. dass wir im kommenden Jahr wieder gemeinsam auf die Bühne dürfen.«

Zahlreiche Veranstaltungen

Im vergangenen Jahr haben sie sich bei der Weiberfastnacht Karben etwas Besonderes für die ausgefallene Kampagne überlegt und ein Video als Ersatz für die Sitzung gedreht. »Das fanden wir dieses Jahr aber zu langweilig«, sagt Widmann. »Wir haben überlegt, ob wir vielleicht eine andere Veranstaltung im Sommer organisieren, aber der Veranstaltungskalender bei der Stadt ist prall gefüllt.« Man wolle lieber mithelfen, als für Konkurrenz zu sorgen. »Vielleicht finden wir da ja unseren Platz«, hofft Widmann.

Und bei aller Sachlichkeit in der Entscheidung blickt Silke Widmann natürlich auch etwas traurig auf die kommenden Wochen und Monate. »Normalerweise würden wir in die heiße Phase gehen. Jetzt fällt all das wieder aus«, bedauert sie. Man dürfe auch traurig sein. Denn: »Bei allem Verständnis und aller Logik ist man am Ende immernoch Mensch.«

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