An dieser Kreuzung soll nach den Vorstellungen der Stadtverordnetenversammlung ein Trixi-Spiegel angebracht werden. Hier verlassen viele Lastwagen das Karbener Gewerbegebiet. Aber auch viele Radfahrer sind hier unterwegs.
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An dieser Kreuzung soll nach den Vorstellungen der Stadtverordnetenversammlung ein Trixi-Spiegel angebracht werden. Hier verlassen viele Lastwagen das Karbener Gewerbegebiet. Aber auch viele Radfahrer sind hier unterwegs.

Beschluss

Lkw-Verkehr in Karben: Trixi-Spiegel sollen Leben retten

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Bundesweit 28 Radfahrer kommen jährlich ums Leben, weil Lkw sie beim Abbiegen übersehen haben. In Karben sollen sogenannte Trixi-Spiegel an wichtigen Kreuzungen für mehr Sicherheit sorgen.

Karben – Radfahrer leben gefährlich, wenn sie auf Hauptverkehrsstraßen unterwegs sind. Vor allem beim Abbiegen an vielbefahrenen Kreuzungen können sie von Lkw-Fahrern wegen des toten Winkels leicht übersehen werden. Bundesweit sterben laut Nachrichtenmagazin Der Spiegel durchschnittlich 28 Radfahrerinnen und Radfahrer, weil sie unter die Räder von abbiegenden Lastern geraten sind.

In Karben (Wetteraukreis) ist das Gott sei Dank noch nicht vorgekommen. Dennoch machen sich die Politikerinnen und Politiker durchaus ihre Gedanken, um die Verkehrssicherheit der Radler zu verbessern.

Während einer Sondersitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur ging es ebenfalls um die Verkehrssicherheit. Im Nachgang zu der Sitzung hat sich die CDU-Fraktion weitere Gedanken gemacht und sie zur aktuellen Sitzungsrunde in einen Antrag gekleidet. Damit soll der Magistrat beauftragt werden zu prüfen, inwieweit es möglich ist, sogenannte Trixi-Spiegel an Kreuzungen anzubringen, um die Gefahr von Abbiege-Unfällen zu verhindern. Bei der Stadtpolizei sollten entsprechende Kreuzungen und Einmündungen erfasst werden.

Karben nimmt sich bei Trixi-Spiegeln Bad Homburg als Vorbild

Als die Fraktion diesen Antrag bei der jüngsten Sitzung des S+I einbrachte, hat sie Bad Homburg als Beispiel aufgeführt. Die dortige Stadtverordnetenversammlung hatte sich schon vor einigen Monaten für solche Spiegel ausgesprochen. An mehreren Kreuzungen hat sie diese Trixi-Spiegel inzwischen angebracht, etwa in den Bereichen Basler Straße/Marienbader Platz, Dietigheimer Straße/Höhestraße, Dietigheimer Straße/Saalburgstraße, Saalburgstraße/Götzenmühlweg und Götzenmühlweg/Gluckensteinweg. »Leider ist der tote Winkel immer noch eine häufige Ursache für Verkehrsunfälle. Mit der Anbringung der Trixi-Spiegel wollen wir die Gefahr von Unfällen an hoch frequentierten Kreuzungen weiter eindämmen und Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende effektiv schützen«, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak.

Trixi-Spiegel sind eine spezielle Form von Verkehrsspiegeln. Ein kleiner Konvexspiegel wird direkt am Ampelmast angebracht. Durch seine Wölbung erfasst er einen vergrößerten Blickwinkel der Straße. Dadurch wird der tote Winkel beim Abbiegen, insbesondere für Lkw und Busse, reduziert; Verkehrsteilnehmende zu Fuß oder mit dem Fahrrad werden besser sichtbar gemacht, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Bad Homburg.

Stadt Karben will Ampeln überprüfen

Der Erfinder des Trixi-Spiegels ist Ulrich Willburger. Er hatte diese Vorrichtung nach seiner Tochter Beatrix (»Trixi«) benannt, die bei einem Abbiege-Unfall durch einen Lkw schwer verletzt worden war.

Laut CDU Karben belaufen sich die Kosten pro Spiegel auf rund 100 Euro inklusive der Halterung. Die Installation könnte durch den Bauhof erfolgen. Die Christdemokraten machen auch zwei Vorschläge, wo ihrer Meinung nach solche Spiegel angebracht werden könnten: An der Kreuzung Industriestraße/Bahnhofstraße nahe dem Netto-Markt an dem Ampelmast vom Rechtsabbieger heraus aus dem Gewerbegebiet auf die Bahnhofstraße sowie an der Ecke Klein-Karbener-Straße/Am Hain in Rendel, wenn man nach rechts abbiegen will. Für den Magistrat sagte Erster Stadtrat Friedrich Schwaab, die Stadt stimme dem Antrag zu. Man werde aber alle Kreuzungen mit Ampeln überprüfen, ob solche Spiegel dort sinnvoll seien. Der Antrag wurde dann einstimmig angenommen. Gleiches passierte in der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend.

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