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Gerade mal elf Stunden pro Woche ist die Rendeler Post offen. Das findet der Ortsbeirat nicht ausreichend und fordert zusätzliche Zeiten für Berufstätige.

Post in Rendel

Post-Ärger in der Wetterau: Jetzt reagiert das Unternehmen

Wer in Rendel auf die Post will und nicht mobil ist, hat es schwer. Denn die Öffnungszeiten der kleinen Filiale sind mager. Der Ortsbeirat fordert andere Zeiten. Die Post spielt da allerdings nicht mit.

Wer in Rendel ein Päckchen aufgeben oder Briefmarken kaufen will, geht normalerweise in die Klein-Karbener Straße 9. Günstig in der Nähe des Alten Rathauses und der Bushaltestelle gelegen, sieht man die quittegelben Schilder mit dem Aufdruck DHL schon von weitem. Am großen Schaufenster steht "Rendeler Kiosk". Aber das war einmal. Als die damalige Inhaberin des Kiosks erkrankte und den Laden nach drei Jahren aufgeben musste, musste die Deutsche Post DHL handeln. Und sie handelte: Sie betreibt seitdem die kleine Filiale mit eigenem Personal - allerdings nur zwei Stunden täglich. Das ist dem Ortsbeirat schon seit Beginn des vergangenen Jahres ein Dorn im Auge.

Weil die Deutsche Post DHL gesetzlich verpflichtet ist, die Postdienste in Ortsteilen über 2000 Einwohnern aufrechtzuerhalten, übernahm sie die Filiale in eigener Regie. Nun ist die Stelle zwar täglich geöffnet, aber zu Zeiten, die der Ortsbeirat und einige Bürger "umständlich" finden. Vor allem für Berufstätige seien die Zeiten "unfreundlich", wie es in der jüngsten Sitzung des Gremiums hieß.

Konkret heißt das: Die kleine Filiale hat montags bis mittwochs sowie freitags von 15 bis 17 Uhr offen. Donnerstags und samstags gibt es Vormittagszeiten ab 11 Uhr, donnerstags zwei Stunden, samstags nur eine Stunde.

Post in der Wetterau: Erfolglos verhandelt

Das Stadtteilgremium hatte deshalb den Magistrat beauftragt, mit der Deutschen Post über geänderte Öffnungszeiten zu verhandeln. Zusätzlich wollten die Ortsbeiräte von 8 bis um 10 Uhr bzw. von 16 bis 18 Uhr geöffnet sehen. Man habe darüber mit dem Politikbeauftragten der Deutschen Post gesprochen, informierte Erster Stadtrat Friedrich Schwaab. Vergebens, die Post bleibe bei ihren Öffnungszeiten, so Schwaab sehr zum Unmut des Gremiums. Die Ortsbeiräte gaben zu Protokoll, dass sie weiterhin an den Öffnungszeiten für Berufstätige festhalten.

Viel nützen dürfte das indes nicht. Denn einer neuerliche Anfrage bei der Pressestelle ergab keine Änderung des Standpunktes. Pressesprecher Stefan Heß teilte mit, bei der Filiale in Rendel handele es sich um eine Filiale, "die wir übergangsweise in eigener Regie und mit eigenem Personal betreiben. Es ist eine Übergangslösung, um überhaupt mit einem stationären Vertriebspunkt in Rendel präsent bleiben zu können."

Post in der Wetterau: Packstation als Lösung? 

Primäres Ziel sei es weiterhin, einem neuen Kooperationspartner zu suchen, der in Rendel postalische Leistungen anbieten soll.

"Nur durch solche Kooperationen mit Einzelhändlern war es uns möglich, die durchschnittlichen Wochenöffnungszeiten je Verkaufsstelle auf heute 54 Stunden zu erhöhen." 1990 habe die durchschnittliche Wochenöffnungszeit der Filialen nur rund 18 Stunden betragen. In Rendel werden allerdings selbst im Jahr 2019 die nicht erreicht: Die Filiale ist an elf Stunden pro Woche in Betrieb. Die attraktiven Öffnungszeiten des Einzelhandels könne das Unternehmen in eigener Regie "zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen nicht anbieten".

Heß verweist auf die neue Packstation in der Rendeler Straße 76 am Rewe-Markt. Dort könnten an sieben Tagen rund um die Uhr Paketsendungen empfangen und versendet werden. Die Chance auf längere Öffnungszeiten ist auch deshalb gering, weil mobile Rendeler längst nach Klein-Karben in die Rathausstraße fahren. Berufstätigen dürften die dort gegenüber Rendel viel längeren Zeiten allerdings auch nichts nutzen: Die Deutsche Post öffnet dort erst um 9 Uhr.

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