Wenn schon falsch, dann richtig

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"Ich bin hier heute aus Köln eingeliefert worden", sagt Thilo Seibel. Beim Blick auf seinen roten Bademantel und die Ernie-und-Bert-Pantoffeln kommt eine erste Ahnung auf. Sein politisches Kabarett-Programm "Wenn schon falsch, dann auch richtig!" hat ihm ein Bett in der Psychiatrischen Landesklinik, Abteilung posttraumatische Störungen, beschert. Angefangen hat alles mit einem Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Land, der Welt und ihre Akteure. "Globalisierung ist eine Ballung von Dixi-Klos", lautet eines seiner Urteile. Je genauer er hinsah und -hörte, desto wütender wurde er. In wechselnden Rollen kommentiert er die Lage, gibt Einblicke in das Leben der kleinen Leute. Mit Blick auf die Wahlen in Bayern sagt er: "Der Sonntag war ein geiler Tag, da ist die CSU abgekackt. Ansonsten war viel Freude, vor allem bei den Grünen. Genauso habe ich mir immer die Revolution in Bayern vorgestellt: Alle schreien herum, trinken Bier und danach bleibt alles beim Alten." Markus Söder habe ständig "Stabilität" gefordert. Dazu Seibel: "Die gibt es nur auf dem Friedhof."

"Ich bin hier heute aus Köln eingeliefert worden", sagt Thilo Seibel. Beim Blick auf seinen roten Bademantel und die Ernie-und-Bert-Pantoffeln kommt eine erste Ahnung auf. Sein politisches Kabarett-Programm "Wenn schon falsch, dann auch richtig!" hat ihm ein Bett in der Psychiatrischen Landesklinik, Abteilung posttraumatische Störungen, beschert. Angefangen hat alles mit einem Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Land, der Welt und ihre Akteure. "Globalisierung ist eine Ballung von Dixi-Klos", lautet eines seiner Urteile. Je genauer er hinsah und -hörte, desto wütender wurde er. In wechselnden Rollen kommentiert er die Lage, gibt Einblicke in das Leben der kleinen Leute. Mit Blick auf die Wahlen in Bayern sagt er: "Der Sonntag war ein geiler Tag, da ist die CSU abgekackt. Ansonsten war viel Freude, vor allem bei den Grünen. Genauso habe ich mir immer die Revolution in Bayern vorgestellt: Alle schreien herum, trinken Bier und danach bleibt alles beim Alten." Markus Söder habe ständig "Stabilität" gefordert. Dazu Seibel: "Die gibt es nur auf dem Friedhof."

Der Kabarettist nimmt Politiker aller Fraktionen ins Visier, angefangen von der Kanzlerin und möglichen Nachfolgerinnen wie "Flinten Uschi" oder die "hinterpfälzische Weinrebe Julia" – oder Frank-Walter Steinmeier, der die Zusammenarbeit mit Diktatoren ostafrikanischer Staaten gefördert habe. Thomas "die Misere" (de Maizière) sei gegen Martin Schulz eine historische Lichtgestalt.

Handeln statt Reden

Christliche Politiker, die sagen, "Wir können nicht alle Flüchtlinge retten, dann kommen ja neue nach", stellten sich in eine Reihe mit Rechtspopulisten, deren Forderung nach "Mauern, Zäune, Grenzen" bereits die EU erfülle. Bedauerlich sei, dass 70 Jahre nach dem Krieg fast alle europäische Staaten an rechtspopulistische Regierungen gefallen seien. Die auswanderfreundliche Wirtschaftspolitik" der EU, die Ausbeutung durch raffgierige Unternehmer und die strenge Hierarchie unter den Gastarbeitern in einem Schlachthof, beleuchtet Seibel als Yegor aus der Ukraine.

Seine zunehmende politische Wut, die auch durch die Zustände an öffentlichen Schulen oder die Autoindustrie angeheizt wird, versucht Thilo Seibel getreu der Devise "Handeln statt Reden!" als Mitglied des Grünen-Ortsverbands Köln-Süd zu kanalisieren. Die Enttäuschung ist groß, ein Bioblaubeerkuchen auf Cremebasis in greifbarer Nähe, das Opfer in Gestalt eines Redners ebenfalls. Am Ende des Abends bleibt nur ein Wunsch offen: Bitte mehr politisches Kabarett dieser Klasse!

Mit Gypsy Swing stimmte das Trio Swing Belleville aus Frankfurt das Publikum auf einen unterhaltsamen wie nachdenklichen Abend ein.

Am Mittwoch, 21. November, sind Jürgen Schwab und Band und am Donnerstag, 13. Dezember, Florian Schroeder und Volkmar Staub (nur noch Restkarten) zu Gast in der Kulturscheune.

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