Tierheilpraktikerin Manuela Beran setzt auf Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin. Ihre Hunde Peaches und Buddy kennen es, wenn sie mit Kräuterduft und Wärme aus der Moxa-Pfeife behandelt werden.
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Tierheilpraktikerin Manuela Beran setzt auf Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin. Ihre Hunde Peaches und Buddy kennen es, wenn sie mit Kräuterduft und Wärme aus der Moxa-Pfeife behandelt werden.

Alternatives Heilen

Wetterau: Tierheilpraktikerin aus Karben setzt auf Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin

  • vonChristine Fauerbach
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Manuela Beran ist Tierheilpraktikerin. Sie wendet Traditionelle Chinesische Medizin bei Hunden an. Gespräche, Akupunktur, der Einsatz von Kräutern in einer Moxa-Pfeife gehören zu ihren Methoden.

Karben – Manuela Beran hat eine hölzerne Pfeiffe in der Hand. Feiner Rauch verteilt sich über dem Behandlungstisch. Darauf haben es sich ihre Hunde Buddy und Peaches bequem gemacht. Beran zeigt, wie sie als Tierheilpraktikerin arbeitet. Die 49-Jährige Karbenerin hat sich in einer Fortbildung die Arbeitsweise der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin angeeignet.

Die Moxa-Pfeife ist eines ihrer Hilfsmittel. »Vor allem bei »Kälte-Symptomen« und chronischen Erkrankungen hat sich die Moxa-Therapie, eine gezielte Anwendung von Wärme mittels brennendem Beifußkraut, bewährt«, erklärt Beran. Die ausgebildete Bürokauffrau setzt beruflich ganz auf ihre Liebe zu Tieren. Über die Jahre hat sie sich Wissen angeeignet, Fortbildungen besucht, Prüfungen abgelegt. Die Wärme aus der Moxa-Pfeife wirke direkt über den Beschwerden des Hundes. Dadurch würden Durchblutung und Stoffwechsel des Gewebes angeregt, Ziel sei es die Akupunkturpunkte zu erwärmen. Je nach Krankheitsbild würden andere Kräuter genutzt. »Meist eine Kombinationen aus vier bis zu 16 Kräutern«, erklärt die Tier-Heilpraktikerin. Diese würden als Granulat unters Futter gemischt, das unterstütze die Heilung.

Wetterau: Tierheilpraktikerin setzt auf Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin (TCVM)

Die Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin (TCVM) sei eine Erfahrungsmedizin. »Während man in der westlichen Medizin nach einer präzisen Ursache für eine spezielle Krankheit sucht, richtet die TCVM ihr Augenmerk auf das gesamte physiologische und psychologische Individuum«, erklärt Beran. Ziel sei es das »Muster der Disharmonie« im Körper des Hundes zu erkennen und die Balance herzustellen«. Wie bei Menschen setzt die fernöstliche Heilmethode bei Tieren auch auf Akupunktur, Moxa-Therapie sowie den Einsatz von Kräutern. Meist werde bei den Tieren, die sie behandelt, auch die Ernährung umgestellt.

In Gesprächen mit den Haltern mache sie sich ein Bild von den Beschwerden des Tieres. Systematisch werde Herrchen oder Frauchen befragt. »So versuche ich herauszufinden, wo im Körper des Hundes eine Funktionsstörung vorliegt«, erklärt Beran. Das Vorgehen fuße auf »Yin« und »Yang«. »Yin« stehe für das Passive, das Ruhende, das weibliche Prinzip. »Yang« sei das Aktive, das Bewegende, das männliche Prinzip. Ein harmonisches Gleichgewicht sei Voraussetzung für eine gesunde Funktion von Körper und Seele. »Ein krankhafter Zustand von »Yang« kann sich körperlich in »zu viel Wärme« niederschlagen«, erklärt Beran.

Wetterau: Tierheilpraktikerin aus Karben versucht, über Akupunktur Blockaden beim Tier zu lösen

Wenn dem so ist, sei der Hund überhitzt und hechelt schnell. »Ein krankhafter »Yin«-Zustand äußert sich körperlich durch allgemeine Trockenheit, zu wenig Masse, Gewicht und einer Neigung zu Untergewicht«, erklärt die Tierheilpraktierin. »Eine ebenso wichtige Rolle in der TCVM spielen die zwölf Haupt- und acht Sondermeridiane«, erläutert Beran. Diese Meridiane würden quasi ein »Netzwerk«, das alle Teile des Körpers umspannt, formen. »In ihnen zirkuliert die Lebensenergie, das sogenannte »Qi««, sagt sie.

Eine weitere Grundlage für die Tierheilpraktinerin sind »fünf Elemente«, die Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz entsprechen. Jedem Element seien bestimmte Organe zugeordnet. Dem »Metallelement« beispielsweise sind Lunge und Dickdarm, dem »Wasserelement« Niere und Blase.

Über Akupunktur versuche sie Blockaden beim Tier zu lösen. Das sei gut möglich, wenn ein Tier an Arthrose oder Arthritis leide; vom Alter verursachte Probleme habe; chronische Erkrankungen vorliegen würden. »Bei Tieren, die sich nicht gerne nadeln lassen, kommt alternativ die Kaltlaser-Therapie zum Einsatz«, verrät Beran. Ziel sei es fehlgeleitete Energien im Körper des Tieres wieder in die richtige Richtung zu bringen, damit der Weg zur Selbstheilung gezeigt werden könne. (cf)

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