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Weißenburg-Scheune bleibt erhalten

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Von: Holger Pegelow

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Investor Dr. Axel Seemann hat die Pläne mitgebracht auf das Gelände der Weißenburg. Das Areal will er modernisieren und dort Wohnraum vor allem für Familien schaffen. FOTOS: HOLGER PEGELOW © Holger Pegelow

Das Vorhaben ist ehrgeizig, es könnte bei Verwirklichung den alten Ortskern von Burg-Gräfenrode aufwerten. Investor Dr. Axel Seemann will die Weißenburg renovieren, deren Hof sanieren und aufwerten und statt der hinter dem Burggelände liegenden, zunehmend verfallenden Maschinenscheune zwölf Reihenhäuser errichten.

E s riecht nach Landluft, Pferde wiehern in der Nähe, und wenn man um das Gelände spaziert, hat man weite Sicht auf die Felder und Wiesen. Und ruhig ist es hier in Burg-Gräfenrode allemal. In dieser Gegend wird ein ganz neues Bauprojekt gerade geplant, der entsprechende Bebauungsplan befindet sich im Verfahren. Aktuell haben die Träger öffentlicher Belange sowie die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Die Bauleitplanung haben die Stadtverordneten mit großer Mehrheit zum offiziellen Entwurf erhoben.

Die Rede ist vom B-Plan »An der Weißenburg«. Dr. Axel Seemann ist aus der Nähe von München in den ländlichen Karbener Stadtteil gereist, um persönlich seine Pläne für das Projekt zu erläutern. Treffpunkt: Großer Innenhof der ehemaligen Hofreite. Gerade zu fällt der Blick auf eine riesige Scheune, deren markantes Element ein Torbogen ist. »Wir werden hier in die alte Scheune drei Wohnungen bauen«, deutet der Investor in die Richtung. Zwei der Wohnungen werden je circa 120 Quadratmeter Wohnfläche haben, eine halb so große Wohnung kommt hinzu. Der Clou an dem Ganzen: Die ehemalige Scheuneneinfahrt soll vorne verglast werden. »Die Wohnungen werden Maisonettecharakter haben«, verrät Seemann schon mal.

Bäume in der Mitte des Platzes

Links und rechts vom Hof stehen alte Stallungen und Lagerräume. »Die werden wir abreißen müssen.« Allerdings sollen auf der linken Seite fünf kleine Reihenhäuser mit je 110 Quadratmetern Fläche hinzugebaut werden. Der Investor betont dabei, dass die Pläne einen weiteren Dachüberstand vorsehen, so wie man ihn jetzt an den Lagerräumen erkennen kann. »Wir wollen also den Charakter des Anwesens erhalten, aber gleichzeitig etwas Modernes bauen.«

Nachdem er durch einen schmalen Weg auf die Rückseite des Gelände gelangt ist, zeigt Seemann, was er dort vorhat. Es würden weitere Reihenhäuser entstehen, die alte landwirtschaftliche Scheune werde abgerissen. Die Reihenhäuser sollen alle eine Terrasse und einen kleinen Garten haben.

Dort, wo jetzt ein Weg verläuft, soll es eine Anliegerstraße geben. Die erhält laut Planung einen Wendehammer. Angefahren wird das Projekt nicht von der Weißenburgstraße her und damit nicht vom alten Ortskern her, sondern von der Seite der Maschinenhalle aus. »Wir bringen auch alle Anwohnerautos auf dem Gelände unter«, verspricht der Investor. Die Plätze sollen teilweise vor den Reihenhäusern selbst, aber auch auf anderen Teilen des gesamten, knapp 3000 Quadratmeter großen Geländes angelegt werden. »Wir werden den alten Ortskern kaum mit zusätzlichem Verkehr belasten«, sagt er. Ein bereits angefertigtes Verkehrsgutachten geht von 40 bis 50 Fahrten pro Tag durch die Anwohnerinnen und Anwohner sowie Andiener aus.

Zurück im Hof, deutet der Investor auf die Mitte des Platzes. »Hier werden wir Bäume pflanzen, den Hofcharakter aber so erhalten.« Und was wird aus der historischen Weißenburg? Bei diesem Gebäude sei man mit der Denkmalbehörde des Wetteraukreises in Kontakt. Mit der Stadt stehe er seit rund anderthalb Jahren in einem engen Austausch. Er zeigt sich sehr zufrieden, auch darüber, dass von der Stadt noch interessante Anregungen gekommen seien. Etwa die, »Steingärten« bereits im Bebauungsplan auszuschließen.

Über die Investitionskosten möchte Seemann nicht sprechen. Aber er ist trotz der galoppierenden Inflation, steigender Preise auf dem Bau und teilweisen Lieferengpässen optimistisch, dass er das Projekt umsetzen kann. Letztlich werde es vor allem für Familien und die Region Frankfurt »etwas noch Erschwingliches werden«. Er zeigt sich überzeugt davon, »dass wir eine sehr schöne Qualität hinbekommen werden«.

Dr. Axel Seemann ist Geschäftsführer bei der Baron Equity GmbH. Dieses Unternehmen aus Grünwald bei München kauft laut eigener Darstellung Grundstücke und Immobilien mit und ohne Baurecht für eine wohnwirtschaftliche Entwicklung. Die Größe sollte mindestens 2000 Quadratmeter vermarktbare Wohnfläche betragen.

Das Unternehmen ist schwerpunktmäßig im süddeutschen Raum tätig, unter anderem in München, Augsburg, Stuttgart, Darmstadt, Heidelberg, aber auch in Frankfurt am Main mit Umfeld sowie in in Hamburg und Oldenburg.

Zu seinen Geschäftsfeldern gehören auch »Denkmalobjekte oder Immobilien in Sanierungsgebieten«, heißt es auf der Homepage. pe

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Diese alte Maschinenhalle wird abgerissen, an ihrer Stelle entstehen kleine Reihenhäuser. © Holger Pegelow

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