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Auf dem Feld am Rendeler Ortsrand Richtung Gronau wird das große Festzelt fürs Jubiläum der Rendeler Feuerwehr aufgebaut. Gleichzeitig wird das Kreisfeuerwehrverbandsfest gefeiert. Den Festplatz haben (von links) Robert Winkler, Bürgermeister Guido Rahn, Wehrführer Frank Winkler, Vize-Wehrführer Roland Emmerich, Stadtbrandinspektor Christian Becker und Kreisbrandinspektor Lars Henrich inspiziert.

150 Jahre

Warum die Feuerwehr feiert

  • VonJürgen Schenk
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In diesem Jahr besteht die Feuerwehr Rendel seit 150 Jahren. Pandemiebedingt wird das Jubiläum im Juni 2022 gefeiert. Zu erzählen gibt es aus der Feuerwehrgeschichte in Rendel jetzt schon genug.

Zwei Jahre bevor die Freiwillige Feuerwehr in Rendel gegründet wurde, in der Nacht vom 28. auf den 29. August 1869, brannten in dem Dorf zwei große Scheunen nieder. Sie gehörten dem Schreinermeister Philipp Emmerich und seinem Nachbarn Johannes Hardt. Glück im Unglück: Damals waren eine Batterie Artillerie und eine halbe Kompanie Infanterie vor Ort einquartiert. »Durch die Hilfe der Soldaten wurde eine weitere Verbreitung des Feuers verhindert«, schreibt Heinrich Walter 1956 in seinem »Rendeler Dorfbuch«.

Vielleicht gab dieses Ereignis den Anstoß zur ehrenamtlichen Brandbekämpfung in Rendel? Im Jahr 1871 war es jedenfalls so weit: Eine Gruppe junger Burschen hob die Freiwillige Feuerwehr Rendel aus der Taufe.

Gerade bei Großbränden wurde deutlich, dass das Feuerlöschwesen noch in seinen Kinderschuhen steckte und limitiert war. Bedingt durch die räumliche Enge und das schnell brennende Fachwerk griffen die Flammen oft auch auf anliegende Gebäude über. Und das zum Löschen notwendige Wasser musste meist erst vom Dorfbrunnen zur Brandstelle gebracht werden, weil es noch keine Wasserleitung gab.

Neben kleineren Bränden wird in der Rendeler Chronik von Feuersbrünsten in den Jahren 1879, 1880, 1885, 1889 und 1891 berichtet. Allein am 23. März 1885 brannten an der Untergasse fünf Scheunen ab. Dabei sei die Gefahr so groß gewesen, dass man die Feuerwehren der Nachbarorte zur Hilfe rief. Erst mit dem Bau der Wasserleitung im Jahr 1907 veränderten sich die Möglichkeiten der Brandbekämpfung langsam zum Positiven.

Im Hier und Jetzt muss sich die Rendeler Feuerwehr mit solchen Thematiken nicht mehr beschäftigen. Zusammen mit den anderen Stadtteilfeuerwehren bildet man eine schlagkräftige Gemeinschaft.

Zum 150-jährigen Bestehen in diesem Jahr war eine große Jubiläumsfeier geplant. Gleichzeitig sollte das Kreisverbandsfest des Wetteraukreises in Rendel über die Bühne gehen, das maximal einmal pro Jahr von einer Feuerwehr im Landkreis ausgerichtet wird.

Kommersabend im Bürgerzentrum

»Die Corona-Pandemie lässt die Ausrichtung eines großen Festes in diesem Jahr allerdings nicht zu«, teilt Wehrführer Frank Winkler mit. »Wir haben mit dem Kreisfeuerwehrverband die Verschiebung auf das erste Juni-Wochenende 2022 vereinbart. Am 20. November planen wir eine offizielle Feierstunde im Karbener Bürgerzentrum. Durch die Verschiebung ergibt sich gleichzeitig die Gelegenheit, das 50-jährige Bestehen des Kreisfeuerverbandes im nächsten Jahr zu feiern. Das soll mit einer besonderen Präsentation einhergehen.«

Ein Platz für die Großveranstaltung ist schon längst gefunden: Er befindet sich am Ortsausgang in Richtung Gronau auf einem Feld. Bis es so weit ist, muss auch die Rendeler Feuerwehr weiter bestehende Corona-Klippen umschiffen. Seit Juni ist der Übungsbetrieb in kleinen Gruppen wieder erlaubt. Die Jugendfeuerwehr wird abhängig von der Gruppengröße von aktiven Mitgliedern der Einsatzabteilung betreut. »Wir müssen in den kommenden Monaten schauen, wie sich die Situation weiterentwickelt«, sagt Winkler. Stolz berichtet er von der 17-jährigen Annalena Prothmann, die trotz Corona-Pandemie den Sprung in die Einsatzabteilung der Feuerwehr geschafft habe.

Quereinsteiger in der Einsatzabteilung

Winkler sieht in der Öffentlichkeit ein teilweise falsches Bild von der Feuerwehr. »Viele Leute wundern sich, dass wir in Karben keine Berufsfeuerwehr haben. Für sie ist es selbstverständlich, dass wir diesen Job machen«, sagt der Wehrführer.

»Mit der Einstellung »Lass mal die anderen machen« kommen wir aber nicht weiter«, weiß er. Früher seien die Leute stärker mit ihrem Heimatort verwurzelt gewesen. Sie arbeiteten noch im Ort. «Dadurch identifizierten sie sich auch viel mehr mit dem Brandschutz.« Aktuell hat die Freiwillige Feuerwehr Rendel 25 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von 33 Jahren. Darunter befänden sich einige Quereinsteiger, die man langsam an die Einsätze heranführen werde.

Von Übungen bis zum Konzert

Das Festwochenende vom 3. bis 5. Juni 2022 in Rendel startet am Freitagabend mit einer FFH-Hit-Arena. Am Samstag sollen verschiedene Kinder- und Jugendgruppen der Feuerwehren mit Schauübungen das Interesse an der Nachwuchsarbeit wecken. Abends treten im Festzelt die »Rodgau Monotones« und die Live-Band »Hangover« auf. Das Kreisverbandsfest des Wetteraukreises beginnt am Sonntagnachmittag mit einem großen Umzug durch die Rendeler Straßen. Anschließend gibt es Livemusik von der Stimmungsband »Die Kalbacher« und abends von den Alpenrockern »Die Trenkwalder« im Festzelt. jsl

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