»Völlig veraltete Vorschriften«

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Karben (pm). Die SPD Okarben ist sehr enttäuscht über die ablehnende Haltung der Wetterauer Verkehrspolizei zur geplanten Ausweisung des Klingelwiesenweges als Fahrradstraße. »Mit der Umsetzung dieser Maßnahme hätten wir gleich mehrere Probleme lösen können: Mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer, weniger Verkehrsbelastung für Okarben, eine gute Radverbindung zur Kurt-Schumacher-Schule und positive Effekte für den Klimaschutz«, erläutert der stellvertretende Ortsvorsteher und Stadtverordnete Gerald Schulze.

Stattdessen werde aufgrund von Vorschriften, die schon lange nicht mehr zeitgemäß seien, eine vernünftige Regelung verhindert. Die Okärber SPD stellt fest, »dass mit der Freigabe der Nordumgehung Karben der Verkehr in Okarben im Normalfall spürbar weniger wurde. Allerdings wird der Klingelwiesenweg immer dann auch öfter genutzt, wenn auf der Hauptroute Staus gemeldet oder durch Baustellen Umleitungen ausgewiesen sind«.

Tatsächlich habe der Klingelwiesenweg nun auch innerorts keine verkehrliche Bedeutung mehr, für den überörtlichen Verkehr schon gar nicht. Notwendig ist er aber für die Landwirtschaft und die Anlieger. »Daher gilt aus Richtung Burg-Gräfenrode für den Weg auch, dass diesen nur Anlieger nutzen dürfen. Und Anlieger ist nur, wer Anlieger im Bereich bis zur Kreuzung des Klingelwiesenweges bzw. der Großgasse mit der Untergasse ist«, schreiben die Sozialdemokraten. Wer darüber hinaus nach Okarben hinein will, handele schon heute verkehrswidrig. Dies sei im Ortsbeirat schon mehrfach erörtert worden.

Somit seien die täglich gezählten 700 bis 1050 Fahrzeuge auf dieser Verbindung immer noch zu viel. Für die Anlieger, die den Weg tatsächlich nutzen dürften, wären die beabsichtigen Einschränkungen einer Fahrradstraße mit Ausnahmeregelungen (Tempo 30) sicherlich akzeptabel.

Hauptverkehrsroute hat sich geändert

»Es ist längst überfällig, dass das Land seine völlig veralteten Vorschriften ändert und die Entscheidung über sinnvolle Anordnungen innerorts in die Zuständigkeit der kommunalen Organe gibt«, sagt Ortsbeiratsmitglied Matthias Flor. Das betrifft auch die unsägliche Diskussion über Tempo-30-Zonen, Rechts-vor-links-Verkehr und Zebrastreifen, was in Okarben schon wiederholt zu Frust und Enttäuschung geführt hat.

Völlig daneben sei das Argument, der Klingelwiesenweg werde von zu wenigen Radfahrern genutzt. »Wenn man dabei Zahlen von 2015 nutzt, dann lässt das völlig außer Acht, dass dies vor der Freigabe der Nordumgehung geschah und der Klingelwiesenweg noch Hauptverkehrsroute war«, schreiben die Sozialdemokraten. Das aber habe sich mittlerweile geändert.

Auch der Vorschlag, statt der Ausweisung einer Fahrradstraße einen Schotterweg entlang der Umgehung auszubauen, sei abzulehnen, da mit diesem Geld viele weitere Lückenschlüsse des Karbener Radwegenetzes umgesetzt werden könnten.

Die Karbener SPD fordert weiter, den Klingelwiesenweg als Fahrradstraße auszuweisen, und setzt sich zudem für die Anlage einer Baumallee entlang der Route ein.

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