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Viel Rauch und viele »Verletzte« bei Großübung

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Insassen eines Autos, die unter Schock stehen: Auch solch eine Situation müssen die Einsatzkräfte bei der Übung meistern. Schließlich werden alle Verletzten versorgt.
Insassen eines Autos, die unter Schock stehen: Auch solch eine Situation müssen die Einsatzkräfte bei der Übung meistern. Schließlich werden alle Verletzten versorgt. © Leonie Trebing

Karben (ltk). Eine dicke schwarze Rauchsäule stieg am Samstagnachmittag in den blauen Himmel und zog über die Nordumgehung Richtung Karbener Jukuz.

Ein Auto brannte, ein weiteres lag auf dem Dach. Zu all dem Übel hing an diesem Auto ein Schild mit Gefahrstoffkennung. Außerdem war ein voll besetzter Bus in einen Unfall mit zwei Autos verwickelt. Spaziergänger und Radfahrer blieben stehen und beobachteten das Geschehen, bei dem es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um die Gemeinschaftsübung aller Karbener Stadtteilfeuerwehren unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Christian Becker handelte.

Ein Großeinsatz mit über einem Dutzend Verletzten wurde simuliert. Viele Wochen Planung steckten hinter der großen Übung, die für den neugewählten Stadtbrandinspektor die erste in diesem Ausmaß war. Laut Becker sei das Schwierigste daran gewesen, dass keiner der Kollegen im Vorhinein davon etwas mitbekommen durfte. Unterstützung kam daher von der Feuerwehr Bad Vilbel, die unter anderem mit zwei Schrottautos selbst vor Ort war. Für die Übung bot sich die fertige, aber noch nicht für den Verkehr freigegebene Umgehungsstraße an.

Sina Dietz, Mimtruppleiterin vom Roten Kreuz, war mit den »Verletzten« beschäftigt. Mit jedem war abgesprochen, welche Verletzungen er haben und wie er sich verhalten sollte. Mit Hilfe von Pyrotechnik gab es zwei kleine Explosionen, ein Stapel Reifen wurde fachkundig angezündet, wodurch die dichte Rauchsäule entstand. Ein bereits ausgebranntes Auto brannte erneut; Brandbeschleuniger waren im Innenraum platziert, um eine hohe Brandlast zu erzeugen, wie Christoph Fritsch von der Feuerwehr Bad Vilbel und Dortelweil erklärte. »Die ersten zwei, drei Minuten, wenn die Einsatzfahrzeuge eingetroffen sind, wird’s chaotisch«, sagte er. »Zumindest sieht’s danach aus. Vor Ort müssen die Einsatzleute erstmal die Lage erkunden: Wo sind die Einsatzschwerpunkte, was brauche ich für Geräte?«

Und es wurde schweres Gerät gebraucht. Die Autos, die mit dem Bus zusammengestoßen waren, mussten aufgeschnitten werden, um die Insassen zu bergen. Einer der Fahrer war bewusstlos, seine Beifahrerin schrie und klopfte gegen die Autoscheiben. Keine Tür ließ sich öffnen. Sofort begannen die Einsatzkräfte mit der Bergung der Verletzten.

Nach einer guten Stunde waren alle Verletzten geborgen, versorgt und teils auf dem Weg ins Krankenhaus. Alle Brände waren gelöscht, die Situation war unter Kontrolle. Becker zeigte sich stolz und zufrieden mit dem Ergebnis der Übung. Zur Manöverkritik ging es nach Okarben. (Foto: ltk)

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