Das vergessene Geotop

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Seit rund zwölf Jahren existiert ein sogenanntes Geotop an der Landesstraße zwischen Klein-Karben und Rendel, irgendwie vergessen von der Öffentlichkeit. Aber jetzt ist es plötzlich wieder aufgetaucht, das Denkmal der Erdgeschichte.

Seit rund zwölf Jahren existiert ein sogenanntes Geotop an der Landesstraße zwischen Klein-Karben und Rendel, irgendwie vergessen von der Öffentlichkeit. Aber jetzt ist es plötzlich wieder aufgetaucht, das Denkmal der Erdgeschichte.

Die Freien Wähler haben nämlich zur aktuellen Sitzungsrunde der Stadtverordneten einen Antrag formuliert. Darin wird der Magistrat gebeten, die Beschilderung auszubessern, einen Pflegeplan zu erarbeiten und zu prüfen, wie das Geotop besser vermarktet werden könne. Der Stadtverordnete Bodo Macho sagte, "das Geotop mutiert inzwischen zu einer kleinen Müllhalde". Das könne man nicht hinnehmen. In der Tat: Die Gesteinsschichten, die einmal gut zu sehen waren, sind von Unkraut überwuchert, in einigen Ecken liegen Taschentücher, Plastik und Papier herum. Das Info-Schild am Eingang ist gar nicht mehr zu erkennen, es steht nur noch die Tafel.

Rahn gegen Bank-Spende

Aber die Freien Wähler wollen noch mehr, nämlich Hinweistafeln "in weiterer Entfernung, etwa am Niddaradweg". Zudem sei man bereit, zwei Bänke zu spenden.

Bürgermeister Guido Rahn sagte, die Hinweistafel sei durch Vandalismus beschädigt worden. Man habe einen Grafiker beauftragt, eine neue zu erstellen. Die alte Druckvorlage existiere noch. Das Stadtoberhaupt sprach sich aber gegen Sitzbänke am Geotop aus. Eine Sitzbank samt Mülleimer sei in der Nähe. Er versprach auch, dass die Stadt dort öfter mähen werde. Ganz entschieden sprach sich der Bürgermeister dagegen aus, einen städtischen Führer einzustellen, der das Geotop interessierten Besuchergruppen erläutern solle. "Wir haben schon personelle Probleme mit den Führungen am Rosenhang." Rahn appelliert an die Freien Wähler, diese Führungen doch selbst vorzunehmen und anzubieten. Mit dem Antrag befassten sich die Stadtverordneten dann nicht weiter. Er wurde an den Ortsbeirat Rendel überwiesen.

Das Geotop wurde im Oktober 2006 unter Beteiligung von Prof. Prinz Grimm eröffnet. Es handelt sich um ein sogenanntes ortsfestes paläontologisches Boden- und Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Dort sind fossilreiche Kalksteine zu finden, man kann Bodenschichten betrachten und auch Fossilien finden, die aus einem früheren Wetterausee stammen, der vor 23 Millionen Jahren das gesamte Rhein-Main-Gebiet bedeckte.

Das Geotop ist etwa in der Mitte zwischen Klein-Karben und Rendel zu finden, am Fuß- und Radweg.

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