Senioren im ASB Wohnen und Pflege haben während der Pandemie den Umgang mit Smartphone und Co. gelernt, um mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben. FOTO: PRIVAT
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Senioren im ASB Wohnen und Pflege haben während der Pandemie den Umgang mit Smartphone und Co. gelernt, um mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben. FOTO: PRIVAT

Seniorenheim

Mit Veränderungen rechnen

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Die Pandemie hat den Alltag im ASB Seniorenheim Wohnen und Leben verändert. Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen erzählen. Alles sind froh, das Besucher weiter willkommen sind.

Karben(pm). Leben in und mit der Pandemie ist für alle Neuland. Schwierig wird es überall dort, wo soziale Kontakte zum Alltag gehören und es kaum möglich ist, sie zu minimieren - wie in der Altenpflege. "Trotz des gegenwärtigen Lockdowns hat sich im ASB Wohnen und Pflege Karben derzeit eine gewisse Normalität eingespielt", heißt es vonseiten der Einrichtung.

Um eine Isolation der Bewohner zu vermeiden, sind Besuche erlaubt. Dafür gelten strikte Regeln: Wer seine Angehörigen und Freunde, die im ASB Wohnen und Pflege leben, besuchen möchte, meldet sich vorab an. Jeder Besucher muss sich in die entsprechenden Listen eintragen. Hände desinfizieren gehört zum Besuchsprogramm dazu, ebenso wie das tragen eines Mund-Nase-Schutzes und das überstreifen eines Schutzkittels, erklärt Pflegedienstleitung Violetta Kettemann.

Bei Besuchen im Zimmer werden die Gäste aufs Zimmer und später auch wieder hinaus begleitet, damit sie nicht in Kontakt mit anderen Bewohnern kommen. Anschließend wird der Raum gelüftet. Wenn der Besuche in einem dafür eingerichteten Raum ist, darf der Mundschutz abgenommen werden, da dort Plexiglas-Trennwände für Sicherheit sorgen.

Sozialdienst koordiniert Besuche

Die Koordination der Besuche übernimmt der Sozialdienst. "Wir hatten bisher keine Corona-Infektion in unserem Haus und hoffen, dass das so bleibt", sagt Kettemann. Bei aller Einhaltung der Regeln und Vorsichtsmaßnahmen - "Glück gehört auch dazu", sagt sie. Der Alltag habe sich durch die Corona-Pandemie verändert. "Am schlimmsten war die erste Zeit nach Beginn der Pandemie", sagen Mitarbeiter wie Bewohner. Immerhin war das Haus von März bis Mai beinahe komplett dicht, Besuche und Veranstaltungen waren nicht möglich. In dieser Zeit half mitunter die Technik, etwa die Kontakte über Skype. Mit ihren Angehörigen via Videotelefonie zu kommunizieren, das kannten die Senioren bisher kaum. Manchmal habe sich die ganze Familie samt Enkeln und Urenkeln vor dem PC oder Handy versammelt, um mit Oma oder Opa zu sprechen, erzählt Mona Raab vom Sozialdienst.

Ab Mai sorgten - auch dank vieler Sonnenstunden in diesem Sommer - Open-Air-Konzerte und Open-Air-Gottesdienste für Abwechslung. Musiker, Schüler der Musikschule Bad Vilbel und Karben und weitere Künstler traten und treten im Hof oder Garten auf, spielten alte Schlager, Volksmusik und Klassik. Das habe für gute Laune gesorgt. Dabei saßen die Bewohner auf den Balkonen oder mit gebührendem Abstand im Hof und Garten. Jene Menschen, die ihre Zimmer nicht verlassen können, konnten die Musik durch die geöffneten Fenster hören. "Über diese Hofkonzerte haben wir uns sehr gefreut, das hat Abwechslung gebracht", sagen die Bewohnerinnen Herta Herr und Erna Bauscher.

Herta Herr ist im März im ASB Wohnen und Pflege Karben eingezogen. Sie nimmt die Beschränkungen eher gelassen hin und sagt: "Im Leben muss man immer mit Veränderungen rechnen." Erna Bauscher wohnt seit sechs Jahren hier. "Oft fühle ich mich wie im Urlaub", sagt sie und lacht. Ihr kleiner wuseliger Hund Alegra halte sie jung.

Raab lobt das Engagement und die Unterstützung von Karbener Bürgern, Initiativen und Kirchen. Es gab eine Blumenspende, zudem haben Konfirmanden liebevoll geschriebene Grußbotschaften ins Heim geschickt, und bei den Open-Air-Gottesdiensten sei Zuversicht vermittelt worden.

Ein weiteres Plus sei der Garten. Er habe sehr geholfen "dass wir uns nicht so eingesperrt gefühlt haben", erzählen Erna Bauscher und Herta Herr. Spiele und Bewegung lockerten den Alltag auf. Nun eben nicht mehr in großen Gruppen, sondern beschränkt auf den Wohnbereich. "So bieten wir nun mehrfach in der Woche Bingo-Spielen an", erzählt Raab.

Themenabende für den Winter

Die Mitarbeiter hätten in Schulungen gelernt mit den neuen Vorschriften klarzukommen. Anfangs seien alle unsicher gewesen, sagt Kettemann. Für die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes sei vor allem die erste Zeit in der Pandemie anstrengend und teils belastend gewesen. Allein alle Angehörigen zu informieren, sei nicht immer leicht gewesen. Manche hätten geweint, als sie gehört haben, dass sie vorerst ihre Angehörigen im Heim nicht besuchen dürfen, erinnert sich Raab.

Gemeinsam habe man die ungewöhnliche Zeit bis jetzt bewältigt, sind sich alle einig. Und Ideen für die Herbst- und Wintermonate gebe es genügend. Themenabende seien geplant und Gänse-Essen in den Wohnbereichen. "Mich hat sehr beeindruckt, wie die Pflege- und Betreuungskräfte das alles gemeinsam mit uns getragen haben", sagt Herta Herr. Sie und Erna Bauscher sprechen einen "großen Dank an alle Mitarbeiter - einschließlich Küche und Hausmeister" aus, "ohne sie ginge es uns nicht so gut".

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