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Die Feuerwehr ist in der Nacht zum Donnerstag mit großem Aufgebot in Klein-Karben im Einsatz.

Feuer in Karben

Update zum Wohnungsbrand in Karben: Bewohnerin an schweren Verletzungen verstorben

Nach dem Feuer im Februar in Klein-Karben hat die Polizei traurige Nachrichten: Die Bewohnerin, in deren Wohnung das Feuer ausgebrochen war, ist ihren Verletzungen erlegen.

Von Dominik Rinkart

Update: In der Nacht zum 21. Februar, gegen 0.30 Uhr, kam es in der Rathausstraße in Klein-Karben zum Brand in einem Mehrfamilienhaus. Die Ermittlungen der Polizei ergaben einen Hinweis auf eine fahrlässige Brandstiftung durch die Bewohnerin in deren Wohnung das Feuer ausgebrochen war. Die 62-Jährige zog sich bei dem Brand schwerste Verletzungen zu, an denen sie am nun verstarb.

Gegen 0.30 Uhr in der Nacht zum Donnerstag bemerkten die Bewohner des altes Rathauses in Klein-Karben ein Feuer in einer Nachbarwohnung. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und konnte die 62-jährige Bewohnerin schwer verletzt aus ihrer Wohnung retten. Sie schwebt in Lebensgefahr. Dass den übrigen Bewohnern nichts geschah, ist vor allem einem reaktionsschnellen Nachbarn zu verdanken.

Dass Jaroslaw Sobolewski nur schwer in den Schlaf findet, wurde nun zum Glücksfall für die meisten Bewohner des Alten Rathauses in Klein-Karben. Als Einziger in den vier Parteien des Obergeschosses hörte er gegen halb eins in der Nacht zum Donnerstag den Rauchmelder aus der Nachbarwohnung. "Er dachte, draußen wird ein Auto geklaut", erzählt seine Frau Jadwiqa Sobolewska am nächsten Morgen.

Also eilte der Handwerker nach draußen. Dabei erkannte er, dass der Alarmton aus einer Nachbarwohnung kommt. Sofort klopfte er lautstark gegen die alte Holztür, doch niemand reagierte. "Die Tür war sehr heiß", berichtet seine Frau; ihr Mann erkannte daher sofort die Gefahrensituation. Während Jadwiqa Sobolewska die 112 anrief, klopfte Jaroslaw an allen Türen im Haus. 

Ich hatte sehr viel Angst, als es mitten in der Nacht an der Tür klopfte

Nachbarin

"Ich hatte sehr viel Angst, als es mitten in der Nacht an der Tür klopfte", erzählt eine weitere Nachbarin. Doch auch sie ist sichtlich erleichtert, dass sie so schnell von ihrem Nachbarn auf das Feuer aufmerksam gemacht wurde und sich ins Freie retten konnte. Als sich die sieben Hausbewohner, darunter das fünfjährige Kind der Familie Sobolewski, nach draußen begaben, kam auch schon Stadtbrandinspektor Christian Becker vorgefahren. 

Trupps mit Atemschutz finden 62-Jährige

Inzwischen drang starker Rauch aus den drei Fenstern der Wohnung. Einsatzkräfte aus Karben Mitte, Rendel, Okarben, Burg-Gräfenrode sowie der Einsatzleitwagen aus Petterweil eilten zum Einsatzort und wurden von den Hausbewohnern aufgeregt in Empfang genommen, denn noch immer fehlte die Bewohnerin der Brandwohnung. 

Sofort schickte Einsatzleiter Becker zwei Trupps unter schwerem Atemschutz zur Personenrettung in das Gebäude. Diese fanden die 62-jährige Bewohnerin leblos in ihrer Wohnung. Sofort brachten sie sie ins Freie und übergaben sie der Notärztin und den Notfallsanitätern. Die 62-Jährige wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus in Hanau gebracht. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr schwebt sie aufgrund der großen Menge der eingeatmeten Rauchgase in Lebensgefahr. 

Die Feuerwehr war mit 40 Einsatzkräften vor Ort. Ebenfalls an der Einsatzstelle waren, der Leitende Notarzt Dr. Reinhold Merbs sowie der Kreisbrandmeister Matthias Meffert von der Brandschutzaufsicht des Wetteraukreises. Da sich der Rauch im gesamten Haus ausbreitete, wurden insgesamt sieben Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung eingesetzt. 

Ermittlungen zur Brandursache laufen

Nach zwei Stunden im Freien konnten die Bewohner wieder unbeschadet zurück in ihre Wohnungen. Der entstandene Schaden im Haus beziffert sich nach Auskunft der Polizei auf etwa 30 000 Euro. Wie sich vor Ort herausstellte, hatte Mobiliar in der Wohnung der 62-Jährigen Feuer gefangen, wie genau ist jedoch noch unklar.

Die Wohnung ist inzwischen versiegelt.  Brandermittler der Polizei in Friedberg haben die Ermittlungen aufgenommen, um der genauen Ursache für das Feuer nachzugehen. Die Wohnungen der anderen Nachbarn sowie die Räumlichkeiten der Ahmadiyya-Gemeinde und des Senioren-Computer-Zentrums im Erdgeschoss wurden durch das Feuer nicht in Mitleidenschaft gezogen. Lediglich ein starker Rauchgeruch, viel Dreck und einige verkohlte Überreste prägen das Treppenhaus am nächsten Morgen. 

Die Wohnungen im alten Rathaus werden von der Stadt vermietet, wie es mit der zerstörten Wohnung weitergeht, dazu konnte der Leiter der Karbener Wohnungsbaugesellschaft, Volkmar Busch, am nächsten Tag noch keine Auskunft geben: "Wir müssen jetzt erstmal abwarten, bis uns die Polizei in die Wohnung lässt und hoffen, dass es die Bewohnerin schafft."

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