Über Liebe, Gott und Neurosen

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Nach der Begrüßung der Gäste des Literaturabends durch den Vorsitzenden Dieter Körber eröffneten Nicola Piesch (Gesang) und Dieter Wierz (Piano) mit "Willkommen" – voll mitreißendem Schwung gesungen und gespielt – musikalisch das Programm.

Nach der Begrüßung der Gäste des Literaturabends durch den Vorsitzenden Dieter Körber eröffneten Nicola Piesch (Gesang) und Dieter Wierz (Piano) mit "Willkommen" – voll mitreißendem Schwung gesungen und gespielt – musikalisch das Programm.

Den literarischen Teil eröffnete Körber mit der Lesung der Kurzgeschichte "Spaziergang mit Storm" von Theodor Fontane. Körber erinnerte an dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr. In der Erzählung berichtet Fontane über einen Spaziergang inklusive Besuch des Cafés Kranzler gemeinsam mit Theodor Storm und die damit verbundenen Unwägbarkeiten.

Rosie und Hans Kärcher setzten das Programm mit Goethe-Parodien fort. Hans Kärcher begann mit dem Gedicht Ludwig Eichrodts "Drum nicht blöthe". Rosi Kärcher trug Gedichte von Friederike Kempner vor. Kempner ist oft unfreiwillig komisch.

Mit Texten von Daniel Falk, Wadsworth Longfellow (in Englisch), Karl Kraus und Friedrich Stoltze setzten die beiden ihre unterhaltsamen Parodien fort. Zuletzt hatten sie Heinrich Heines "Ein Ehrendenkmal Goethes" mit im Gepäck.

Ironische Dialoge

Barbara Metz hatte sich eine Perle der Weltliteratur ausgesucht und stellte den Roman "Zazie in der Metro" von Raymond Queneau vor. Sie las zwei Szenen, in denen die frühreife, vorlaute Provinzgöre Zazie ihren liebenswerten Charme entfaltet. Queneaus Roman bildet eine experimentelle Aneinanderreihung verschiedener Sprachstile und lose komponierten, teilweisen surrealen Szenen. Nach einer witzigen Einführung von Körber, der moderne Theaterstücke und ihre teils verschrobenen Besucher persiflierte, las Almut Rose temperamentvoll eine Theaterkritik Erich Kästners, in der er sich über den vorgetäuschten Tiefsinn von Stücken auslässt. Körber bot ein Tucholsky-Gedicht, in dem es um den unterschätzten Publikumsgeschmack geht. Fritz Böhner brachte zwei leicht frivole Gedichte von Christian Maintz zu Gehör: "ICE-Romanze" und "Neulich in Lehrte". Almut Rose ließ den Kommunikationspsychologen Paul Watzlawick zu Wort kommen, mit einem Auszug aus seinem Brevier "Anleitung zum Unglücklichsein". Laut Dieter Körber stand Tucholsky der Ehe skeptisch gegenüber, was er mit dem Gedicht "Danach" belegte. Alexandra und Michael Rettinger lasen ironische Dialoge von Woody Allen, die sie unter den Titel "Liebe, Gott und Neurosen" gestellt hatten.

Ingrid und Robert Axt, Margit und Manfred Mattner hatten sehr zur Freude des lachenden Publikums "Stilblüten" aus verschiedenen Medien mitgebracht. Rosi Kärcher brachte gekonnt den unvergessenen Robert Gernhardt mit einigen Gedichten in Erinnerung. Claudia Weishäupl und Helmut Regenfuß ließen den Vorstadtkomiker und Liebling der Intellektuellen, Karl Valentin, aufleben mit der Szene "Mir hat tramt". In ihr träumt Valentin als Ente von einem Wurm. Eine kleine Wortakrobatik bot Körber mit der Beschreibung einer Beutelratte bei stotternden Hottentotten.

Ingrid Axt und Fritz Böhner spielten zwei Sketche vom Altmeister Vicco von Bülow, genannt Loriot: "Aufbruch" und "Geigen und Trompeten". Mit überzeugendem Spiel und komödiantischer Begabung begeisterten beide die Besucher. Die Textbeiträge wurden von Nicola Piesch und Dieter Wierz musikalisch begleitet. Mit Chaplins "Smile", Hollaenders "Johnny, wenn du Geburtstag hast", Gershwins "I got Rhythm" und Sholom Secundas "Bei mir bistu shein" konnten sie wahre Glanzlichter setzen. Würdig ausklingen ließen sie das Programm mit Jerry Hermans "Hello Dolly".

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