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Trinkwasserversorgung aus diversen Quellen

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Von: Holger Pegelow

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In den »Distelwiesen« in Petterweil wird aus Oberflächenbrunnen Trinkwasser gefördert und mit Wasser aus anderen Quellen zusammengeführt. © Holger Pegelow

Haushalte sowie öffentliche Einrichtungen, die Trinkwasser verbrauchen, danach Gewerbe - so wäre die Priorität, wenn es zu einer Rationierung des Trinkwassers in Karben kommen würde

Karben (pe). Die Auflistung der Prioritäten in der Trinkwasserversorgung geht aus der Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion seitens der Stadtverwaltung hervor. Die Sozialdemokratzen hatten sich in der jüngsten Sitzungsrunde nach einem solchen Notfallplan erkundigt, ebenso danach, wie es mit dem Trinkwasserverbrauch in der Stadt aussieht. Die Antworten enthalten manch interessantes Detail.

Pro Tag bis zu 5200 Kubikmeter Wasser

So erfährt man aus der Antwort in der öffentlichen Sitzung, dass an eher verbrauchsarmen Tagen zwischen November und Februar die ins Netz eingespeiste Menge bei rund 3200 Kubikmetern pro Tag liegt, an heißen Tagen und in Trockenperioden wie der jetzigen aber bei bis zu 5200 Kubikmetern pro Tag.

Aus der Antwort der Verwaltung geht auch hervor, dass die Wasserversorgung in Karben über die Oberhessische Versorgung AG, den Wasserversorgungsverband Kaichen-Heldenbergen-Burg-Gräfenrode sowie über den Zweckverband für die Wasserversorgung des Unteren Niddatals sichergestellt wird. Zudem werden vom Zweckverband in Petterweil »In den Distelwiesen« vier Flachbrunnen betrieben. »Es findet also auch auf dem Stadtgebiet Karbens eine Wasserförderung statt«, sagte Bürgermeister Guido Rahn namens der Stadt in seiner Antwort auf die SPD-Anfrage.

In der Antwort wird auch auf die verschiedenen Hochbehälter in der Stadt hingewiesen. Diese Hochbehälter würden »fortlaufend bespeist«. Ausgelegt seien sie für rund anderthalb Tage. Auf entsprechende Anfrage wird weiter mitgeteilt, dass es Notfallpläne gibt, bei den Stadtwerken Karben, dem Zweckverband und dem Wetteraukreis. Den Notfall, also sprich wenn die Wasserversorgung knapp wäre, würde der Wetteraukreis ausrufen. Im Notfall könnte die Bevölkerung aus Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden. Dabei gelte die anfangs genannte Reihenfolge. Zuerst hätten die Haushalte Priorität, dann öffentliche Einrichtungen, die Trinkwasser verbrauchen, zuletzt das Gewerbe.

Rund 100

Brunnenanlagen

In der ausführlichen Antwort wird darauf hingewiesen, dass vor Jahren schon einmal ein solcher Notfall geübt wurde (Anm. d. Red.: Das war im November 2016). Die OVAG habe nämlich an ihrer zweiten Fernwasserleitung südlich von Rendel Reperaturarbeiten durchführen müssen.

Von dieser zweiten Fernwasserleitung wird der Hochbehälter Pelzkappe bespeist, von dem aus die Stadtteile Groß- und Klein-Karben, Kloppenheim und Okarben versorgt werden. Als die Zubringerleitung während der Reparaturarbeiten stillgelegt wurde, sei der Hochbehälter von einem Tanklastwagen aus befüllt worden. »Die Ersatzmaßnahme lief einwandfrei und ohne Beschwerden oder Mängel ab«, so der Magistrat weiter, Die SPD-Fraktion hatte auch nach Brunnenanlagen gefragt. Dazu hieß es seitens der Stadt, dass ihr eine Liste mit rund 100 genehmigten Brunnenanlagen vorliege. Die Grundwasserentnahme sei vom Wetteraukreis genehmigt worden. Da Karben in Zone I des Oberhessischen Heilquellenschutzgebiets liege, sei die Eingriffstiefe auf fünf Meter beschränkt. In der Antwort heißt es: »Es sollte bedacht werden, dass Brunnen in Karben, die dafür sorgen, dass weniger Trinkwasser aus den Trinkwasserleitungen verbraucht wird, die Trinkwasserversorgung entlasten.«

Die Linke fragte zudem in derselben Sitzungsrunde nach den »Distelwiesen« in Petterweil. Dazu antwortete der Magistrat, dass die Bruttofördermenge bei rund 230 000 bis 250 000 Kubikmetern liege. Das Wasser aus den »Distelwiesen« werde aufgrund seiner Beschaffenheit mit Wasser aus anderen Brunnen zusammengeführt. Der jährliche Trinkwasserverbrauch in Petterweil betrug laut Magistrat für das Jahr 2020 147 000 Kubikmeter und für 2021 rund 135 500 Kubikmeter.

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