Bei dem Unfall im Juni in Karben sind fünf Personen teils lebensgefährlich verletzt worden.
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Bei dem Unfall im Juni in Karben sind fünf Personen teils lebensgefährlich verletzt worden.

Nach Zusammenstoß

Trauer nach tödlichem Unfall in Karben - Stadt reagiert nun

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Grablichter am Straßenrand sind ein trauriges Signal. Der schwere Verkehrsunfall zwischen Petterweil und Kloppenheim Ende Juni hat ein Todesopfer gefordert. Die Stadt Karben reagiert nun darauf.

Das Unfallbild spricht Bände: Zwei völlig zertrümmerte BMWs stehen im Einmündungsbereich der Landesstraße 3352 in die L 3205. Es ist Samstagabend, der 27. Juni, als sich an dieser Stelle der schwerste Verkehrsunfall in Karben in diesem Jahr ereignet. Fünf Personen sind dabei teils lebensgefährlich verletzt worden.

Wie schwer verletzt die Insassen gewesen sind, zeigt sich deutlich am Straßenrand. Unserem Leser Tobias Pfeiffer sind die Kreuze und Grablichter aufgefallen. Diese deuteten darauf hin, dass eine oder mehrere Personen ums Leben gekommen sind, vermutet er in seiner E-Mail an die Redaktion.

Trauer nach tödlichem Unfall in Karben: Polizei bestätigt nun den Unfalltod

Eine Nachfrage bei der Polizei bestätigt seine Vermutung. Sprecherin Corina Weisbrod teilt dieser Zeitung auf Anfrage mit, dass ein Mitfahrer aus dem 3er BMW wenige Tage nach dem schweren Unfall in einem Frankfurter Krankenhaus verstorben sei. Das Opfer war erst 16 Jahre alt, heißt es weiter auf Nachfrage. Insgesamt sind fünf Personen schwer, teils lebensgefährlich verletzt worden - alles jüngere Leute zwischen 16 und 23 Jahren. In der Zeitung stand: Ein schwarzer BMW-i8 sei in die Fahrerseite eines weißen 3er BMW geprallt. Dessen Fahrer wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Seine beiden Beifahrer wurden ebenfalls schwer verletzt. »Nach ersten Erkenntnissen« der Polizei hatte ein Fahrer dem anderen die Vorfahrt genommen.

Am nächsten Tag veröffentlicht die Polizei weitere Details. Man gehe davon aus, dass der Fahrer des 3er-BMW die Vorfahrt missachtete, als er an der L 3352 nach links in Richtung Karben und B 3 abbiegen wollte. Dabei prallte der 18-Jährige aus Frankfurt mit dem BMW-i8 eines 23-Jährigen aus Schöneck zusammen, der nach Ober-Erlenbach fuhr.

Die genaue Unfallursache hat auf der mehrere Stunden gesperrten Kreuzung ein Gutachter erforscht, der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt. Noch heute sind die Kreidestriche des Gutachters auf der Fahrbahn zu sehen, die die Lage der Fahrzeuge nach dem Unfall markieren.

Wer sich jetzt einen Moment an der Stelle aufhält, ahnt, dass die Schwere des Unfalls auch mit den dort gefahrenen Geschwindigkeiten zusammenhängt. Ein Auto nach dem anderen rauscht dort mit hohem Tempo vorbei.

»Gemessen haben wir dort noch nicht, aber vom Eindruck her wird dort viel zu schnell gefahren«, sagt der Fachdienstleiter Stadtpolizei, Manuel Pena Bermudez. Es komme auch beim Einbiegen aus Richtung Petterweil immer wieder zu gefährlichen Situationen. Zurzeit prüfe man, ob zusätzliche Tempo-70-Schilder aufgestellt werden können. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) teilt mit, man wolle den Tempo-70-Bereich ausweiten.

Trauer nach tödlichem Unfall in Karben: Mehr Kontrollen mit Radarwagen

Zudem könnte die Stadt dort auch den Radarwagen einsetzen, den man ab Oktober »vollständig für unsere Einsätze zur Verfügung« habe. Der Fachdienstleiter betont dazu, aktuell sei man dabei, einen konkreten Aufstellort für das Fahrzeug vorzubereiten.

Bauliche Maßnahmen kämen nach Angaben des Bürgermeisters nicht infrage: »Da es eine Landesstraße ist, kann die Stadt hier keine Umbaumaßnahmen durchführen.«

Trauer nach tödlichem Unfall in Karben: Blitzer nur für Karben

Die Stadt Karben wird den Radarwagen ab Oktober für sich allein nutzen. Bislang hat man ihn sich mit der Nachbarstadt Bad Vilbel geteilt. Da der Ordnungsamtsbezirk aufgelöst wird, hat Karben der Nachbarstadt 50 000 Euro gezahlt und damit den Restwert des VW-Busses, inklusive der Messeinrichtungen. Dadurch könne man flexibler reagieren, sagt der Bürgermeister. Und öfter messen, kann man hinzufügen. Geblitzt wird künftig an Unfallschwerpunkten. Einer davon: der Einmündungsbereich der L 3352 in die L 3205.

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