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Studium und Praxis gehen Hand in Hand: Georg Keller mit Julia Gonzalez (l.) und Marissa Jung.

Studium Plus

Studium Plus: Wie ein Wetterauer Student Erlerntes in der Firma erprobt

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Sieben Semester Theorie und Praxis: Georg Keller arbeite bei der Firma Artec IT-Solutions in Karben und studiert an der THM in Bad Vilbel. Was passiert beim Studium Plus eigentlich genau?

Viele Studenten genießen in diesen Wochen die vorlesungsfreie Zeit. Nicht so Georg Keller. Der Student der Softwaretechnologie geht Tag für Tag zur Arbeit. Der Bad Nauheimer fährt nach Karben, wo er bei der Firma Artec IT-Systems einen eigenen Arbeitsplatz hat. Der 20-Jährige ist der erste Absolvent des Studium Plus, der bei dem Unternehmen für Sicherheitstechnologie arbeitet. Denn Artec hat sich im vergangenen Jahr entschlossen, sich am Studium Plus zu beteiligen und somit technisch begabten Studenten einen Ausbildungsplatz zu bieten.

Keller hat sich seinen Arbeitgeber selbst gesucht. Dazu hat er sich bei dem Karbener Unternehmen beworben und ist eingestellt worden. "Seine Kenntnisse in der Computertechnik sind schon sehr gereift", beschreibt Personalmanagerin Julia Gonzalez den jungen Mann. "Wir können ihn in der praktischen Phase sehr gut einsetzen", schwärmt sie.

Für ihn selbst ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Denn Georg Keller hat sich schon immer gerne mit Computern beschäftigt. "Ich habe schon zu Hause gerne kleine Programme geschrieben und sie umgesetzt", sagt er. Genau das ist es, was die Karbener Firma, die vor drei Jahren zum Wetterauer Unternehmen des Jahres gewählt wurde, auch bestens gebrauchen kann. In der Robert-Bosch-Straße befasst man sich nämlich mit Sicherheitssoftware, entwickelt eigene Programme, die man sich patentieren lässt.

Projektbezogene Arbeit

Im ersten Stock der Firma hat Keller seinen eigenen Arbeitsplatz. "Das Team hier ist sehr sympathisch", schwärmt er. Hier werde er ganz anders betreut als an der großen Frankfurter Universität. Dort hat er vor zwei Jahren mit einem Studium begonnen, war jedoch dann übergeschwenkt zum Studium Plus nach Bad Vilbel. "In der Studienphase gehe ich ganz normal in die Uni und nachmittags wieder nach Hause. In den Semesterferien bin ich dann in der Firma", erzählt Georg Keller. Dort hat er in Marissa Jung eine feste Ansprechpartnerin. Sie steht in engem Kontakt zu den Verantwortlichen der THM. Und sie kennt das Studium Plus, denn vor ihrer Tätigkeit bei Artec Solutions hat sie in Wetzlar studiert, also in der Zentrale der THM, im Bereich Marketing.

Jung war es auch, die bei Artec vorgeschlagen hat, sich am Studium Plus der THM zu beteiligen. "Sie hat nur Positives berichtet und da haben wir entschieden, dass wir uns beteiligen", erzählt Gonzalez davon, wie das Karbener IT-Unternehmen förderndes Mitglied der Technischen Hochschule geworden ist. In der Firma erhält der 20-Jährige feste Aufgaben für spezielle Projekte. Keller muss dazu Berichte für jede Praxisphase schreiben. Jung unterstützt ihn dabei. Doch nicht nur das: Bei Prüfungen wirkt sie gemeinsam mit den Dozenten der THM an der Notengebung mit. "Insgesamt entsteht dabei für alle Seiten eine Win-Win-Situation", erklären Gonzalez und Jung übereinstimmend. Der junge Mann helfe bei Projekten, die "unternehmensrelevant" seien, zugleich lerne er die praktische Seite seines Studiums kennen.

Bessere Ausstattung als an der Uni

Der junge Mann freut sich nicht nur über die gute Betreuung, sondern auch über die gegenüber der Uni bessere Ausstattung. Damit entsprechende Anschaffungen getätigt werden können, beteiligen sich die Unternehmen an der THM mit einem Monatsbeitrag. Neben den rund 1000 Euro Monatsbeitrag zahlt das Unternehmen Georg Keller auch die Arbeitsmittel sowie ein Gehalt. Das scheint gut angelegtes Geld, denn schon nach einem Jahr ziehen alle Seiten ein positives Zwischenfazit.

Deshalb kann sich Gonzalez vorstellen, "jedes Jahr einen weiteren Studenten hinzuzunehmen". Das diene auch der eigenen Nachwuchsgewinnung. Schließlich liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass dem Bad Nauheimer nach Bachelor-Abschluss gleich eine Festanstellung winkt.

Gute Perspektiven

Der Bachelor-Studiengang Softwaretechnologie dauert an der THM sieben Semester. Es ist ein Studiengang mit großen beruflichen Zukunftsperspektiven. Denn die zunehmende Digitalisierung aller für ein Unternehmen relevanter Prozesse stellt hohe Anforderungen an die IT-Abteilungen. Dafür wird entsprechend qualifiziertes Personal gesucht. Die Tätigkeitsfelder definiert die THM so: Analyse und Entwurf von Informationssystemen, Entwicklung komplexer Softwaresysteme, vernetzte und integrierte Info-Systeme.

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