Frisches Wasser sprudelt aus dem Quellstein und plätschert den Bachlauf entlang, der am Sonntag eingeweiht wurde. Pfarrer Werner Giesler, Konfirmandinnen, Konfirmanden und Gäste freuen sich über das gelungene Projekt.
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Frisches Wasser sprudelt aus dem Quellstein und plätschert den Bachlauf entlang, der am Sonntag eingeweiht wurde. Pfarrer Werner Giesler, Konfirmandinnen, Konfirmanden und Gäste freuen sich über das gelungene Projekt.

Strahl aus dem Quellstein

Karben (dit). Einen eingefassten Bachlauf haben 29 Konfirmandinnen und Konfirmanden der Klein-Karbener Kirchengemeinde St. Michaelis angelegt. Jetzt wurde er eingeweiht.

Die Sonne hätte nicht freundlicher strahlen können, als der erste Wasserstrahl aus dem Quellstein emporquoll und sich seinen Weg abwärts durch die Kieselsteine suchte. Mit perlendem Sekt stießen die applaudierenden Gäste auf das gelungene Projekt an, das im Rahmen der Neugestaltung des Kirchgartens umgesetzt wurde. Konfirmandin Hanna erläuterte: "Der Weg des Baches von der Planung bis zur Fertigstellung gleicht dem Weg des Wassers von der Quelle bis zur Mündung."

Allerdings sei die Realisierung nicht so einfach gewesen, wie es sich die Konfirmanden zu Beginn des Projektes vorgestellt hätten. "Es war harte Arbeit vom Setzen des Quellsteins bis zum modellierten und dekorierten Bachlauf. Viele Fragen taten sich auf. Wir wussten nicht, ob wir rechtzeitig fertig würden." Auch die Terminabsprachen seien schwierig gewesen. "Der schönste Moment war, als die Quelle zum ersten Mal sprudelte. Der Bau hat auch die Konfirmanden näher zusammenrücken lassen."

Unterstützung erhielten die Jugendlichen bei der Planung und beim Bau vom Leiter der Initiative "Erhalten und Gestalten", Ullrich Kussmaul, sowie von der Gartenkünstlerin Cynthia Nebel und der Gartenbaumeisterin Ulrike Debus. Kussmaul berichtete, dass die Konfirmanden in fünf Gruppen unterteilt ans Werk gingen. Planungsgruppe, Pflanzgruppe, Bachmodellierungsgruppe, Bachgestaltungsgruppe und Quellsteingruppe hätten die unterschiedlichen Aufgaben erfüllt. "Viele haben mit unglaublichem Feuereifer zugepackt." Ein Teil der Pflanzen, die den Bachlauf begrünen, sei sogar ohne Werkzeug mit bloßen Händen eingesetzt worden.

"Die Fülle des Lebens"

Parallel zur praktischen Arbeit wurde das Thema auch im Konfirmandenunterricht aufgegriffen. Pfarrer Werner Giesler informierte, dass die Jugendlichen unter der Überschrift "Ich bin der Wassertropfen auf dem Weg von der Quelle bis zum Meer" ihr eigenes Leben beschrieben. Für den sonntäglichen Gottesdienst, der vor der Einweihung des Bachlaufes stattfand und unter dem Motto "Quelle des Lebens" stand, wurden die einzelnen Episoden zu einer Geschichte zusammengefasst. "Aus dieser Geschichte geht hervor, wie ein Leben meist im Sonnenschein seinen Anfang nimmt. Es wird deutlich, dass es aber auch Phasen gibt, die dem Sturz eines Wasserfalls ähneln, bevor es zu Einfließen in die Fülle des Lebens kommt."

Im Anschluss an Gottesdienst und Einweihungsfeier hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, im Kirchgarten zu verweilen und den Kuchen zu probieren, den die Konfirmanden gebacken hatten. Giesler scherzte: "Den Kuchen kann ich sehr empfehlen. Ich habe schon manche Sorte vorgekostet. Denn es ist bei uns so üblich, dass diejenigen, die zu spät zum Konfirmandenunterricht kommen, zur nächsten Stunde einen mitbringen." Die Gäste ließen sich nicht lange bitten und sprachen Backwerk, Kaffee und Erfrischungsgetränken zu.

Manche der Anwesenden hinterließen auch eine Münze im neuen Bachlauf. "Damit wir sie gut herausholen können, haben wir zu diesem Zweck eine Schüssel in den Bachlauf gestellt", so Giesler. Die Spenden werden für die Umgestaltung des Kirchgartens verwendet.

Kussmaul sagte: "Mit dem Bachlauf ist ein weiterer Bauabschnitt abgeschlossen, aber wir haben noch viel vor." Angesichts ausgehobener Wege wurde augenfällig, dass weitere Maßnahmen bereits in Angriff genommen sind. Auch das Sanieren der Sandsteinmauer steht noch bevor.

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