H. Zaubitzer von der Firma Eurovia bei der Verlegung der 

gereinigten Stolpersteine vor dem Haus 47 in Groß-Karben.  FOTO: PRIVAT
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H. Zaubitzer von der Firma Eurovia bei der Verlegung der gereinigten Stolpersteine vor dem Haus 47 in Groß-Karben. FOTO: PRIVAT

Stolpersteine glänzen wieder

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Karben (pm). Nachdem die Sanierung der Bürgersteige im ersten Teil der Groß-Karbener Bahnhofstraße abgeschlossen war, wurden auch die demontierten Gedenksteine, die an die Verfolgten des Nazi-Regimes erinnern, wieder verlegt. Irma Mattner und Hartmut Polzer von der Initiative Stolpersteine in Karben nutzten die Gelegenheit, die Messingsteine, die schon stark oxidiert waren, aufzupolieren.

Jetzt glänzen die sogenannten Stolpersteine, kleine Messingtafeln, die der Kölner Künstler Gunter Demnig in einem europaweiten Projekt seit über zehn Jahren in die Fußwege einlässt, wieder am alten Standort.

Familien Kulb und Grünebaum verfolgt

Vor dem Haus 47 (»Der Weinkeller«) erinnern die Stolpersteine an die Familie Isidor Kulb, die bereits 1934 nach Uruguay floh, weil die Ausgrenzung der Juden in Groß-Karben schon zu diesem Zeitpunkt sehr heftig war. So konnte der Bäcker Fourier beispielsweise der Familie Kulb das Brot nur noch bei Dunkelheit mithilfe von Nachbarn über den Gartenzaun zukommen lassen, wie Mattner und Polzer in ihrer Pressemitteilung schreiben..

Vor dem Haus 51 erinnern die Stolpersteine an die Familie Heinrich Grünebaum, die Ende der 1920er Jahre von Rendel nach Groß-Karben kam. 1935 verließen sie Groß-Karben und hofften, in Frankfurt unter dem Schutz der großen jüdischen Gemeinde überleben zu können.

Verhaftet und nach Auschwitz gebracht

Im April 1939 flohen sie über Hamburg nach Belgien, wo sie dann auch ihren Sohn wieder zu sich holten, dem bereits 1938 die Ausreise mit einem Kindertransport nach Holland gelungen war. Im Januar 1943 wurde jedoch die ganze Familie verhaftet und von Mechelen nach Auschwitz deportiert. Diese Deportation war übrigens die einzige, die von Widerstandskämpfern (es waren drei junge belgische Studenten), überfallen und zum Halten gebracht wurde, wissen Mattner und Polzer weiter zu berichten. Nur wenigen gelang die Flucht. Familie Grünebaum war jedoch nicht dabei …

Weitere Informationen über die Initiative finden sich unter stolpersteine-in-karben.de.

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