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Stadtkapelle hat zwei afrikanische Patenkinder

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Karben (pm). In einer Pause bei den Proben zum Hofkonzert der Stadtkapelle waren einige Musiker auf die Lebensumstände der Menschen in anderen Regionen der Welt zu sprechen gekommen: Bei uns ist es selbstverständlich, dass jeder Schüler zur Schule geht und dort Bildung erhält. Aber woanders?

Auch über den Musikunterricht machten sich die Mitglieder Gedanken. Die Kooperationsprojekte mit der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) ermöglichen es vielen Jugendlichen, kostengünstig ein Instrument zu erlernen. Doch das ist leider nicht überall auf der Welt so. Schnell war der Gedanke geboren, zumindest einen kleinen Beitrag zur Hilfe in solchen Teilen der Welt zu leisten. Die Idee reifte weiter, und die Musiker einigten sich darauf, das afrikanische Schulprojekt von Monika Römer zu unterstützen.

Die Lehrerin, die bis vor Kurzem an der KSS unterrichtete, ist Vorsitzende des Vereins »Helfen macht Freu(n)de«, der sich für »Hilfe-zur-Selbsthilfe«-Projekte in Afrika einsetzt. In einem Vorort von Accra, der Hauptstadt von Ghana, haben Monika Römer und ihr Verein mithilfe des befreundeten Afrikaners David Ampofo eine Privatschule aufgebaut. In der staatlich anerkannten »Confidence International School« werden etwa 100 drei- bis zwölfjährige Kinder von der Schulleiterin und drei bis vier weiteren Lehrkräften unterrichtet. Ein weiterer Ausbau ist geplant und derzeit in Arbeit.

In den folgenden Proben sammelten die Musiker der Stadtkapelle für das Projekt. Ziel war es, eine Patenschaft für ein afrikanisches Kind für ein Jahr zu übernehmen. Die Resonanz war groß, und schnell kamen 450 Euro für Afrika zusammen.

In der Orchesterprobe am vergangenen Dienstag wurde Monika Römer schließlich zur Scheckübergabe eingeladen. Dort berichtete sie von ihren Erfahrungen und vom Schulalltag der Kinder in Afrika. »Die 450 Euro reichen für zwei Patenkinder, denn bereits mit 20 Euro Schul- und Verpflegungsgeld im Monat kommt ein Kind einen Monat lang aus«, so Römer. Bewegt zeigten sich die Musiker, als die Orchester-Patenkinder mit Fotos vorgestellt wurden: ein Junge und ein Mädchen. Weitere Pläne wurden geschmiedet, und vielleicht erreichen bei der nächsten Hilfslieferung auch zwei Instrumente aus Karben die afrikanischen Kinder.

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