Die Stadt hat bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen einen 15-Minuten-Takt zunächst für die Stadtbuslinie 74 von Bahnhof bis nach Rendel beantragt. Ob und wann der eingeführt wird, steht aber noch in den Sternen.
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Die Stadt hat bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen einen 15-Minuten-Takt zunächst für die Stadtbuslinie 74 von Bahnhof bis nach Rendel beantragt. Ob und wann der eingeführt wird, steht aber noch in den Sternen.

Verbessertes Angebot

Stadtbus im 15-Minutentakt?

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Stadt Karben möchte Pendler zum Umsteigen vom Auto auf den Stadtbus bewegen. Nun wird ein 15-Minutentakt für die Stadtbusse zu Berufsverkehrszeiten vorgeschlagen. Das wird dauern.

Die S-Bahn, die normalerweise um 15.58 Uhr am Bahnhof Groß-Karben ankommen sollte, hatte Verspätung. Angezeigt waren fünf Minuten, tatsächlich rollte der Zug aber erst zehn Minuten nach der fahrplanmäßigen Ankunft in den Bahnhof ein. Die fünf Minuten Verspätung hätte der 74er Bus nach Klein-Karben und Rendel gewiss noch abfedern können, denn so viel Zeitpuffer ist in die Fahrpläne des Stadtbusses eingerechnet. Aber zehn Minuten? Ein gutes Dutzend Fahrgäste sah nicht mal mehr die Rücklichter, denn der Bus war schon längst weg. Wartezeit auf den nächsten Bus: 20 Minuten. Bei leichtem Nieselregen wenig komfortabel.

Diejenigen, die mit der verspäteten S-Bahn ankamen und in ihre Autos umgestiegen sind, konnten sofort weiterfahren. Die Stadt möchte solche Wartezeiten für diejenigen, die die gesamte Strecke mit dem ÖPNV zurücklegen, künftig vermeiden. Deshalb hat sie, nicht zuletzt wegen eines Stadtverordnetenbeschlusses, bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) die Prüfung beantragt, ob zu Berufsverkehrszeiten ein 15-Minutentakt auf der Linie 74 möglich wäre.

Verbesserung für Pendler

"Insbesondere am Nachmittag, in der Zeit von 16 bis 18.30 Uhr, könnte damit zwischen Bahnhof Groß-Karben und Klein-Karben bzw. Rendel die Anschlussqualität bei verspäteten S-Bahnen optimiert werden", heißt es in den Mitteilungen von Bürgermeister Rahn zur Stadtverordnetenversammlung. Sobald dafür ein Prüfergebnis vorliegt, werde man die Stadtverordneten wieder informieren. Auf Anfrage dieser Zeitung heißt es seitens der VGO, von Seiten der Planungsabteilung werde nun ein möglicher Fahrplan anhand der von der Stadt gewünschten Rahmendaten erstellt. Dieser werde im Anschluss mit der Bitte um Prüfung auf Umsetzbarkeit ans Verkehrsunternehmen übermittelt. Bei positiver Rückmeldung werde die VGO die monetären Auswirkungen berechnen und der Stadt Karben mitteilen.

Busunternehmerin Ingeborg Strehl teilt auf Anfrage mit, ihr sei von dem Vorhaben eines 15-Minutentaktes auf der Linie 74 noch nichts bekannt. Erst wenn eine offizielle Anfrage komme, werde sie sich Gedanken etwa über Fahrzeuge bzw. Personal machen.

Zunächst einmal müssen diese Anfragen geprüft werden. Nach Angaben von VGO-Sprecher Sven Rischen sei das ein aufwendiges Verfahren. Ein Viertelstundentakt zum Fahrplanwechsel im Dezember sei nicht realistisch.

Dennoch: Die Stadt hat in Sachen Busverkehr noch einen zweiten Wunsch. Wie Rahn weiter mitteilte, habe man eine "kostenneutrale Optimierung" der Anbindung der Linie 74 an die Niddertalbahn in Gronau beantragt. Ziel sei es, zwischen 7 und 8 Uhr Klein-Karben und Rendel im 30-Minutentakt mit der Niddertalbahn (Regionalbahnlinie 34) zu verbinden. "Am Nachmittag kann die erste Anbindung zugunsten einer späteren Anbindung gegen 7.38 Uhr getauscht werden", heißt es in den Mitteilungen weiter.

Nachtverkehr auf der S 6

In Sachen Personennahverkehr konnte das Stadtoberhaupt eine weitere wichtige Mitteilung machen. Zum kommenden Fahrplanwechsel wird es an den Wochenenden - Nächte Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntags sowie Nacht zu Feiertagen - einen durchgängigen Nachtverkehr auf der S-Bahnlinie 6 zwischen Frankfurt und Friedberg geben. Hier werde ein 60-Minutentakt eingeführt. Das mache eine Umplanung der Nachtbuslinie n96 erforderlich. Der Vorschlag des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sehe vor, die n96 dreimal vom Bahnhof Bad Vilbel über Gronau, Niederdorfelden, Oberdorfelden, Kilianstädten und Büdesheim zurück nach Bad Vilbel verkehren zu lassen. Lediglich eine Fahrt, nämlich die um 3.30 Uhr ab Bad Vilbel, soll von Büdesheim über Rendel sowie Klein- und Groß-Karben bis nach Burg-Gräfenrode verlängert werden. Die Fahrtzeit von Bad Vilbel bis nach Burg-Gräfenrode würde nach Angaben des Bürgermeisters 46 Minuten betragen. "Aufgrund der für Karben unattraktiven Linienführung ist kaum mit Fahrgästen nach Karben zu rechnen. Aus diesem Grund haben wir dem Aufgabenträger mitgeteilt, dass wir uns an der Finanzierung der n96 nicht mehr beteiligen werden." Vielmehr halte man die Ausweitung des Anruf-Sammel-Taxi-Verkehrs auf die nächtlichen S-Bahnen für zielführender, der dann auch Petterweil erschließen würde.

Sonntags viele Mitfahrer

Die Buslinie 74 (Rendel-Bahnhof-Rendel) wird an Sonntagen gut angenommen. Das ist das Ergebnis einer Fahrgastzählung, die seitens der Stadt auf den drei an Sonntagen verkehren Buslinien vorgenommen worden ist. Die Ergebnisse gab Bürgermeister Guido Rahn im Stadtparlament bekannt. Demnach wurden auf der Linie 74 insgesamt 120 Fahrgäste in acht Busumläufen gezählt, was einem Durchschnitt von 15 Fahrgästen je Umlauf entspreche. Bei der Linie 73 (Petterweil-Bahnhof-Petterweil) seien es 40 Fahrgäste in acht Umläufen gewesen, was einem Durchschnitt von fünf Fahrgästen entsprach. Auf der Linie 72 (Burg-Gräfenrode-Bahnhof-Burg-Gräfenrode) wurden nach Mitteilung des Stadtoberhauptes 31 Fahrgäste gezählt. Dies entspreche lediglich vier Fahrgästen je Umlauf. Morgens hätten auf der Linie 74 alle Fahrten zum Bahnhof eine gute Nachfrage, nachmittags in Gegenrichtung. Auf der Linie 73 hätten gleich fünf Fahrten keinen einzigen Fahrgast gehabt. (pe)

Wie bringt man Menschen dazu, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen? Zuallererst einmal mit einem attraktiven Angebot. Darum ist die Stadt Karben schon seit Jahren bemüht. Immer wieder versucht sie, den Stadtbusverkehr zu optimieren. Das kann aufgrund mancherlei Zwängen nicht immer gelingen. Aber allein, dass die Stadt bei der entscheidenden Verkehrsgesellschaft Oberhessen nicht lockerlässt und Veränderungen im Sinne der Fahrgäste wünscht, verdient Lob. Da ist es zudem hilfreich, dass in der Kommunalpolitik beim ÖPNV mittlerweile ein breiter Konsens herrscht. Oft liegen die Verbesserungen im Detail, denn mit sehr modernen Bussen können die Karbener schon heute unterwegs sein. Die meisten Haltestellen haben ein Dach und Windschutz. Aber was nützt dies alles, wenn die Busse nicht oft genug fahren. Deswegen ist es ein richtiger Schritt, zumindest in Berufsverkehrszeiten einen Viertelstundentakt anzustreben. Lob verdient ebenso, den Anschluss an die Regionalbahn in Gronau zu optimieren. Wenn dann noch die Jahreskarte für 365 Euro kommt, können die Karbener für einen Euro den ÖPNV nutzen. Da würden sie allemal billiger fahren als mit dem Auto.

Die Buslinie 74 (Rendel-Bahnhof-Rendel) wird an Sonntagen gut angenommen. Das ist das Ergebnis einer Fahrgastzählung, die seitens der Stadt auf den drei an Sonntagen verkehrenden Buslinien vorgenommen worden ist. Die Ergebnisse gab Bürgermeister Guido Rahn im Stadtparlament bekannt. Demnach wurden auf der Linie 74 insgesamt 120 Fahrgäste in acht Busumläufen gezählt, was einem Durchschnitt von 15 Fahrgästen je Umlauf entspreche. Bei der Linie 73 (Petterweil-Bahnhof-Petterweil) seien es 40 Fahrgäste in acht Umläufen gewesen, was einem Durchschnitt von fünf Fahrgästen entsprach. Auf der Linie 72 (Burg-Gräfenrode-Bahnhof-Burg-Gräfenrode) wurden nach Mitteilung des Stadtoberhauptes 31 Fahrgäste gezählt. Dies entspreche lediglich vier Fahrgästen je Umlauf. Morgens hätten auf der Linie 74 alle Fahrten zum Bahnhof eine gute Nachfrage, nachmittags in Gegenrichtung. Auf der Linie 73 hätten gleich fünf Fahrten keinen einzigen Fahrgast gehabt. (pe)

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