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Stadt mietet Räume im Bahnhofsgebäude an

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Karben (dit/süd). Die Stadt wird Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes Groß-Karben anmieten, um dort die städtische Ordnungspolizei, den Schutzmann vor Ort der Polizeistation Bad Vilbel sowie eine Anlaufstelle für den Freiwilligen Polizeidienst unterzubringen. Diesen Beschluss fasste die Stadtverordnetenversammlung bei ihrer jüngsten Sitzung im Bürgerzentrum mit den Stimmen von CDU, FW und FDP sowie der Grünen bei 13 Enthaltungen der SPD.

Karben (dit/süd). Die Stadt wird Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes Groß-Karben anmieten, um dort die städtische Ordnungspolizei, den Schutzmann vor Ort der Polizeistation Bad Vilbel sowie eine Anlaufstelle für den Freiwilligen Polizeidienst unterzubringen. Diesen Beschluss fasste die Stadtverordnetenversammlung bei ihrer jüngsten Sitzung im Bürgerzentrum mit den Stimmen von CDU, FW und FDP sowie der Grünen bei 13 Enthaltungen der SPD.

»Dadurch wird ein schöneres und sicheres Bahnhofsumfeld ermöglicht, ohne den Steuerzahler wesentlich zu belasten«, begründete Volker Penkwitt (CDU) den gemeinsamen Antrag seiner Fraktion, der Freien Wähler und der FDP. Mit der Präsenz von Ordnungs- und Landespolizei sowie freiwilligem Polizeidienst gehe eine Steigerung des Sicherheitsgefühls einher. »Auch die Streifen der Polizei können die Räume nutzen, damit sie nicht für jede Büroarbeit von Karben nach Bad Vilbel fahren müssen.«

Wenn der Posten nicht besetzt sei, solle ein Notrufknopf den schnellen Kontakt zur Polizei ermöglichen. Zudem wurde der Magistrat mit der Prüfung beauftragt, mit welchen Kosten eine Videoüberwachung einhergehe und wann diese an die neue Wache im Bahnhofsgebäude angebunden werden könne.

In die frei werdenden Räume im Rathaus soll nach Vorschlag der Koalition die Wohnbaugesellschaft einziehen, deren bisherige Räumlichkeiten in Okarben als Wohnung vermietet werden könnten.

Einstimmig beschlossen wurde der Mietvertrag für die Räumlichkeiten im Bahnhofsgebäude. Vermieter ist Patron Elke S.à r.L. in Luxembourg, Ansprechpartner die Main Asset Management GmbH in Dreieich, Mieter die Stadt vertreten durch den Magistrat. Laut Kontrakt werden 72 Quadratmeter Büroflächen im Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes und vier Stellplätze angemietet. Das Mietverhältnis beginnt am 1. Dezember 2010 beziehungsweise nach erfolgter Renovierung.

Diese beinhaltet unter anderem die Prüfung vorhandener Elektrik und Heizung, die Erneuerung von Eingangstür, Innentüren und Fenstern, das Ausbessern und Streichen aller Wandflächen, einen neuen Sanitärbereich, das Verlegen neuer Fußböden sowie die Außensanierung des Gebäudes. Das Mietverhältnis wird zunächst für fünf Jahre geschlossen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Mario Beck hob hervor, dass es dem ehrenamtlichen Stadtrat Otmar Stein damit gelungen sei, das Gebäude innerhalb weniger Monate einer sinnvollen Verwendung zuzuführen.

In der Stadtverordnetenversammlung hatten sich die SPD-Vertreter nicht zu Wort gemeldet. Dafür verschickte Fraktionschef Thomas Görlich eine Pressemitteilung. Die Wortenthaltung begründete er wie folgt: Die SPD habe die Sitzung »nicht noch mehr in die Länge ziehen« wollen. Die Stellungnahme seiner Fraktion überschrieb er mit »Ein Raum im Bahnhof ergibt noch keine Sicherheitswache«. Die SPD begrüße aber die Anmietung von Räumlichkeiten im alten Bahnhof, weil nun die Chance bestehe, »dass der Schandfleck verschwindet und ein ansehnliches Gebäude darauf wird«.

Kritisch sehe man aber das Thema Sicherheitswache. Hier werde »wieder einmal nur mit netten Worten versucht, den Bürgerinnen und Bürgern etwas vorzugaukeln«. Ein Konzept gebe es aber nicht, der Antrag der Koalition sei in diesem Punkt »mehr als unausgereift«, so der Vorwurf der Sozialdemokraten.

Sie kritisieren, dass »eine aktive Überwachung des Bahnhofs« nicht vorgesehen sei und die geplante Videoüberwachung ebenfalls in Frage gestellt werde. Wenn die Öffnungszeiten der Wache identisch mit den Zeiten der Stadtverwaltung seien, bedeute dies, dass die Ordnungspolizei in den »Gefährdungszeiten« - die Abendstunden und früh morgens - nicht präsent sei. »Der geplante Notruftaster zur Polizei Bad Vilbel hilft da auch nicht wirklich, denn ein schnelles Eingreifen wird dadurch nicht möglich.« Die SPD fordert zudem eine Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn. »Hier wird den Bürgern eine Sicherheit suggeriert, die nicht vorhanden ist. Bis jetzt ist die Sicherheitswache nur ein neues Büro des Ordnungsamtes«, so Görlich.

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