Diese von einem Tochterunternehmen von Bosch entwickelte Corona-Schnellteststation ist seit Kurzem auf dem Markt. Die Stadt Karben soll den Kauf einer solchen mobilen Testplattform prüfen. 	FOTO: BOSCH
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Diese von einem Tochterunternehmen von Bosch entwickelte Corona-Schnellteststation ist seit Kurzem auf dem Markt. Die Stadt Karben soll den Kauf einer solchen mobilen Testplattform prüfen. FOTO: BOSCH

Schneller zur Normalität

Stadt Karben soll Corona-Schnelltest kaufen

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Karben gehört zu den Kommunen im Kreis mit den meisten Corona-Fällen. Die Stadtverordneten haben nun den Magistrat beauftragt, den Kauf eines Corona-Schnelltestgerätes zu prüfen.

Karben – Anja Singer ist SPD-Stadtverordnete. Zur jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Kultur brachte sie einen Prüfantrag in das Gremium ein. Demzufolge soll der Magistrat der Stadt prüfen, ob die Stadt ein eigenes Corona-Schnelltestgerät kaufen soll. Privat arbeitet Singer in einer Klinik und weiß deshalb, wovon sie spricht. »Als bei uns Schnelltests eingeführt wurden, waren wir alle erleichtert.« Schließlich arbeite man dicht an den Patienten.

Da hat Singer einiges gemein mit Kindergärtnern. Abstand halten ist in den Kitas kaum möglich, das Infektionsrisiko entsprechend hoch. Wer zur Risikogruppe gehört und/oder Kontakt etwa zu hochbetagten Eltern hat, muss nicht unbedingt zum Dienst erscheinen. Bürgermeister Guido Rahn berichtete im späteren Verlauf der Sitzung davon, dass aktuell 20 Kindergärtnerinnen fehlen würden. Entsprechend seien die Betreuungszeiten eingeschränkt worden.

Corona in Karben: Experten empfehlen Schnelltest

Könnte ein Schnelltest auf das Coronavirus in den Kitas wieder ein Stück Normalität bringen? Experten empfehlen solche Schnelltestes ohnehin. Sie hätten vielfältige Einsatzmöglichkeiten, so etwa auch in Seniorenheimen.

In der SPD-Fraktion ist dieses Thema kürzlich intensiv diskutiert worden. Es mündete in einen Antrag, die Stadt solle den Einsatz eines solchen Gerätes prüfen. Könnte die Stadt ein Corona-Schnelltestgerät anschaffen? Welche organisatorischen Maßnahmen seien zu ergreifen? Und seien Ärzte einzubinden? Was würde eine solche Schnelltest-Station kosten?

»Das Thema Corona wird, so wie es sich aktuell darstellt, unser Leben und Handeln beeinflussen. Um mehr Handlungssicherheit zu erlangen, halten wir es für sehr hilfreich, eine Möglichkeit für die zeitnahe und unkomplizierte Durchführung von Schnelltests in bzw. in der Nähe von Karben zu schaffen«, sagt die SPD. Sie stellt sich den Einsatz eines Gerätes für das Personal in Altenheimen oder Kitas vor. Aber auch möglicherweise bei Veranstaltungen.

Corona-Testergebnis schon nach 39 Minuten

Verwiesen wird auf einen Schnelltest, den eine Tochterfirma des Bosch-Konzerns entwickelt und jetzt auf den Markt gebracht hat. In nur 39 Minuten könne eine Testergebnis »zuverlässig feststehen«, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Hause Bosch. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben den weltweit schnellsten PCR-Test für SARS-CoV-2 entwickelt. Die Sensitivität liege bei 98 Prozent, sprich also die Zuverlässigkeit des Virus-Nachweises.

»Durch die neue Pool-Testung haben wir die Einsatzmöglichkeiten erweitert«, sagt Pressesprecherin Doerthe Warnk gegenüber dieser Zeitung. »Fünf Proben können in diesem mobilen Testzentrum, das den früheren PC-Towern ähnelt, gleichzeitig in 39 Minuten ausgewertet werden.«

Karbener Bürgermeister kündigt Umsetzung des Prüfantrags an

Die Stadtverwaltung muss nun klären, ob sie ein solche mobile Diagnoseplattform beschafft und dann den Institutionen zur Verfügung stellen bzw. auch selbst nutzen kann. »Wenn die Stadtverordneten das beschließen, machen wir das«, kündigte der Bürgermeister in der Ausschusssitzung an. Da alle Ausschussmitglieder am Dienstag dem Prüfantrag zugestimmt haben, wird er in der morgigen Stadtverordnetensitzung ebenfalls einstimmig beschlossen.

Karbens Bürgermeister Guido Rahn teilte auf Anfrage ergänzend mit, dass die Stadt sich mit dem Kreisarzt abstimmen und dann prüfen werde, inwieweit es leistungsfähige aussagekräftige Testgeräte gibt. »An der Finanzierung wird es nicht scheitern, denn erfreulicherweise hat sich die finanzielle Lage deutlich besser entwickelt, als unter Corona-Bedingungen zu erwarten war.«

Neben dem Kauf und der möglichen Aussagekraft sei auch in enger Abstimmung mit dem Wetteraukreis zu klären, »ob die Stadt bzw. wer gegebenenfalls dieses Gerät einsetzen soll/kann. Wir wollen hier nicht Aktivitäten entfalten, die gegen die Empfehlungen des Kreisgesundheitsamtes laufen.« Zudem sei zu klären, wie es nach einem positiven Test weitergehe. pe

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