Diethardt Stamm von der Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG) hat privat eine Balkon-PV-Anlage.
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Diethardt Stamm von der Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG) hat privat eine Balkon-PV-Anlage.

Erneuerbare Energie

Stadt Karben begrüßt Nutzung von Solarenergie

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Zwei Städte, zwei Meinungen. Während die Grünen in Bad Vilbel mit der Forderung, Photovoltaikanlagen auf Balkonen seitens der Stadt zu fördern, abgeblitzt waren, sieht es in Karben anders aus.

Karben - Zwei Städte, zwei Meinungen zu Solaranlagen auf Balkonen. Während die Grünen in Bad Vilbel mit der Forderung, Photovoltaikanlagen auf Balkonen seitens der Stadt zu fördern, bei der Mehrheit abgeblitzt waren, sieht es in der Nachbarstadt Karben ein wenig anders aus. Dort hatte die SPD-Fraktion zur letzten Sitzungsrunde eine Anfrage eingebracht, wie Karben zu kleinen Solarmodulen auf Balkonen steht.

Dazu heißt es in der offiziellen Magistratsantwort, grundsätzlich seien haushaltsübliche Solaranlagen baugenehmigungsfrei. Eine wesentliche Einschränkung sei jedoch, dass von den Solarelementen keine Blendwirkung ausgehen dürfe. »Bei Balkonkonstruktionen müssen diese statisch auf die Aufnahme zusätzlicher Traglast ausgelegt sein«, heißt es in der Antwort von Bürgermeister Guido Rahn (CDU) an die Stadtverordneten weiter.

Kleine Systeme, die über Steckdosen angeschlossen werden

Die Vilbeler Grünen haben erklärt, was es mit diesen Anlagen auf sich hat. Balkon-PV-Anlagen seien kleine Photovoltaiksysteme, die über eine Steckdose im Haushalt angeschlossen würden. Auf diesem Weg speisen sie Strom direkt ins Stromnetz der Wohnung. Der Strom werde dann von angeschlossenen und eingeschalteten Elektrogeräten verbraucht.

Solche Solarmodule würden direkt am Balkongeländer befestigt oder auf Terrassen aufgestellt. »Die Geräte produzieren in der Regel genug Strom, um einen wesentlichen Teil der Grundlast eines Haushalts zu decken«, sagen die Fraktionsvorsitzenden Jens Matthias und Kathrin Anders.

Stadt sieht keinen Grund, etwas zu ändern

Die beiden wären sicher froh gewesen über eine Antwort wie sie jetzt aus dem Karbener CDU-geführten Rathaus auf eine Anfrage der SPD kam. Darin heißt es zu den Voraussetzungen weiter, es seien keine besonderen Bauanträge nötig. Lediglich eine Anzeige der Baumaßnahme solle erfolgen. »Diese Anzeigen werden zu den Akten genommen, nicht inhaltlich überprüft oder statistisch erfasst.« Bei Neubauprojekten seien solche Solaranlagen in der Regel in den Bauanträgen dargestellt. »Ablehnungen von Seiten der Stadt sind nicht bekannt«, so der Magistrat weiter.

Schließlich fragte die SPD noch danach, ob die Stadt ihre Planungspraxis ändern müsse, um die Nutzung von Solarstrom zu zulassen. Dazu heißt es in der Antwort, es werde kein Grund gesehen, dass die Stadt etwas ändert. In den neuen Bebauungsplänen weise man ohnehin darauf hin, dass eine solarenergetische Nutzung der Dachflächen ausdrücklich zulässig sei.

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