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Die Karbenerin Cynthia Nebel ist leidenschaftlich selbstständig und vor allem kreativ, wenn sie neue Gärten und Plätze oder Häuser und Wohnungen plant.

Innenarchitektin

"Spitzenfrau": Cynthia Nebel ist kreativ unterm Dach

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Schon als Kind hat sie Grundrisse gezeichnet, hat sich ihr Kinderzimmer selbst eingerichtet. Ihre Leidenschaft galt und gilt der Innenarchitektur. Und der Gestaltung von Gärten und Plätzen. Beides hat die Karbenerin Cynthia Nebel zum Beruf gemacht.

Wer von der B 455 nach Rosbach hineinfährt, stößt auf einen großen Platz. In der Mitte stehen Skulpturen aus Cortenstahl, umgeben von schön angelegten Blumenbeeten. Das alles ist das Werk der Karbener Landschaftsgestalterin Cynthia Nebel. "Meine Ideen habe ich dort eins zu eins umsetzen können, und das macht mich ein wenig Stolz", sagt sie.

Von der Idee bis zum fertigen Projekt ist es oft ein langer Weg. Die Ideen entstehen in ihrem Büro in Burg-Gräfenrode. Dort hat sie sich unter dem Dach eingerichtet, mit Ausblick aus zwei Fenstern. Wer ihr Büro betritt, wird ein wenig erstaunt sein: Es liegen keine Skizzen und Pläne kreuz und quer oder übereinander herum. Alles wirkt aufgeräumt, die einzelnen Aufträge hat sie fein säuberlich in Schubladen verstaut.

Diese Ordnung findet sich auch in ihrer täglichen Arbeit. "Ich habe zwar viele Aufträge, aber ich springe nicht hin und her, sondern konzentriere mich erst auf die eine, dann auf die andere Sache."

Hier oben unter dem Dach lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf. Es entstehen ihre Entwürfe, entweder für die Neugestaltung einer Wohnung oder eines Hauses oder etwa die Anlage einer Grünfläche oder eines Gartens. Bevor sie sich Gedanken macht und ihre Ideen zeichnerisch umsetzt, hat sie bei den Kunden zunächst ein langes Gespräch. "Ich will erst einmal sehen, wie die Menschen leben, was sie haben möchten und in welchem Umfeld." Viele ihrer Privatkunden hätten nur sehr diffuse Vorstellungen, wollten ihren Garten neu gestaltet haben, wüssten aber nicht wie. Zu Hause in ihrem Büro entstehe dann ein Entwurf, den sie wiederum mit den Auftraggebern bespreche. Der Kontakt mit den Kunden sei wichtig, denn oft sei das ein längerer Prozess, bis das Wohnhaus umgestaltet, die Grünfläche neu angelegt oder der Stadtplatz umgestaltet sei.

Kreativ ist Cynthia Nebel immer gewesen. "Schon als Kind habe ich gerne eingerichtet, habe Möbel ausgeschnitten und sie in Zimmern hin- und hergeschoben oder etwa Grundrisse gezeichnet. Ich hatte auch kein typisches Kinderzimmer", erinnert sich die gebürtige Aschaffenburgerin, die lange in Usingen gelebt hat. "Ich habe mir das selber gestaltet, die Regale selber entworfen und sogar ein paar Mal die Farbe gewechselt."

Im Alter von 15 Jahren kam dann sozusagen der Durchbruch. Denn sie erhielt ihren ersten Einrichtungsauftrag. Eine Nachbarin habe sie gebeten, das Zimmer ihrer Tochter zu gestalten. Das Projekt kam gut an. "Damit stand mein Weg fest."

Bei solcherlei Talenten lag es nah, dass die junge Cynthia nach ihrem Abitur, das sie 1988 am Gymnasium in Usingen ablegte, Innenarchitektur studiert hat. "Aus privaten Gründen habe ich aber aufgehört", sagt sie. Dann hängte sie ein wirtschaftswissenschaftliches Studium dran. Doch die Diplom-Ökonomin entwickelte nie die Leidenschaft, die sie für die Innenarchitektur hat.

Die ließ sie auch nicht los, als sie vor 25 Jahren heiratete und zwei Kinder bekam. Während der Elternzeit reifte bei ihr der Gedanke an ein Fernstudium. Das absolvierte sie 2009 bis 2011, als Tochter Chiara und Sohn Cedric schon etwas größer waren. Nach Abschluss des Studiums machte sie sich im Sommer 2011 selbstständig und gründete die Firma "Wohnträume". Das wirkte sich auch auf ihre Familie aus. "Je mehr ich beruflich eingespannt war, desto selbstständiger wurden die Kinder." Lernen musste die Familie etwa, dass sie zwar zu Hause arbeitet, aber nicht immer zur Verfügung steht. "Alle haben akzeptiert, dass wenn die Tür zum Büro zu ist, es heißt: Bitte nicht stören!"

Cynthia Nebel liebt ihren Beruf, und das nicht nur wegen der großen Kreativität. Sie schätzt die freie Zeiteinteilung, die große Entscheidungsfreiheit, wenn sie betont: "Ich bin froh, dass ich nicht noch Chefs habe, mit denen ich Kompromisse machen muss." Auch mit ihrem Einkommen ist sie zufrieden. "Ich könnte finanziell auf eigenen Beinen stehen", sagt sie. Allerdings sei das Geld nicht das wichtigste, sondern dass ihre Auftraggeber zufrieden seien und sie ihre Ideen kreativ umsetzen könne.

"Ich habe nie bereut, dass ich selbstständig geworden bin, auch wenn ich keinen Acht-Stunden-Tag habe und häufig an den Wochenenden arbeite. Mit dem Beruf als Interieurdesignerin und Landschaftsgestalterin habe sie aber ihre "Erfüllung gefunden".

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