wz_hundewiese_karben2_cf_4c_1
+
Gemeinsam Spaß haben auf der Hundewiese: Toni und Eddi mit ihren Halterinnen Alena Lucke (l.) und Melanie Seiler.

INFO

Spielen, toben, Kontakte knüpfen

  • vonChristine Fauerbach
    schließen

Die Hundewiese an der Nidda in Karben ist unter Hundehaltern noch so etwas wie ein Geheimtipp. Mehr als zwei Jahre nach dem einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung können Hunde seit Anfang März ihrem Bewegungsdrang ohne Leine auf dem eingezäunten Areal freien Lauf lassen.

D as Wetter ist stürmisch und regnerisch. Nur wenige Spaziergänger sind auf dem Niddaradweg unterwegs. Zu ihnen gehören Melanie Seiler und Alena Lucke. Die beiden nutzen eine Regenpause, um frische Luft zu tanken. Mit dabei sind ihre Hunde.

Die Rendelerin Melanie Seiler führt ihren jungen Golden- Retriever-Rüden Eddi an einer langen Leine, die Klein-Karbenerin Alena Lucke wird von ihrem spanischen Mischlingshund Toni begleitet. Beide Halterinnen laufen an der am 2. März eröffneten Hundewiese vorbei. »Ich kenne nur die Hundewiese in Bad Vilbel. Dass es hier auch eine gibt, wusste ich nicht«, sagt Seiler.

Beide Halterinnen sind beim Blick auf die große eingezäunte Fläche neben der Hundeschule in Klein Karben begeistert. »Das Angebot ist super«, freuen sie sich. Vor allem in der Brut- und Setzzeit zwischen März und September sei so ein legaler Freilauf für Hunde ideal. Und da kein anderer Hund auf der Hundewiese unterwegs ist, kann Eddi endlich seinem großen Bewegungsdrang ohne Leine, Reizüberflutung und Stress mit Artgenossen freien Lauf lassen. Gezüchtet wurde seine Rasse nicht als Familienhund, sondern für die Jagd. Zuchtziel waren gehorsame Hunde mit »weichem« Maul und gutem Spürsinn. Die Aufgabe bestand im zuverlässigen zurückbringen (to retrieve) der erlegten Beute, vor allem Wildgeflügel, zum Jäger.

Mit Elan über das Gelände

Bei Eddi und Toni besteht die »Beute« nicht aus einem Tier, sondern aus dem geworfenen Stöckchen. Das gemeinsame Spiel macht dem Quartett großen Spaß. Toni und Eddie verstehen sich bestens. Eddi springt ausgelassen herum, möchte mit Toni spielen und balgen, jagt mit wehenden Ohren voller Elan über das Gelände. Senior Toni lässt es ruhiger angehen. Er ist das Knüpfen von Sozialkontakten gewohnt, da seine Halterin oft Pflegehunde des gemeinnützigen Vereins »Grund zur Hoffnung« betreut. Neben der Bewegung und Beschäftigung genießen die beiden Vierbeiner augenscheinlich die vielen verschiedenen Gerüche auf der großzügigen »Riechlandschaft«.

Angeregt wurde die Errichtung der Hundewiese durch einen Prüfantrag der Freien Wähler (FW) in der Stadtverordnetenversammlung, wie Laura Macho informiert. Ziel war es, Hunden auch in urbanen Bereichen artgerechten Auslauf zu gewähren. Die Stadtverordneten stimmten einmütig zu.

Nachdem die Wiese 2020 umzäunt worden ist, konnte sie nun Anfang März eröffnet werden. »Die Kosten für die Hundewiese waren relativ gering, da das Gelände bereits eingezäunt war. Im Rahmen der Nidda-Renaturierung war der Außenzaun erst zur Nidda hin komplett erneuert worden. Wir mussten noch ein zweites Tor einbauen und etwas Schotter im Eingangsbereich aufbringen«, informiert Bürgermeister Guido Rahn.

1400 Hunde gemeldet

Neben einem massiven Zaun gehören Hundekotbeutelspender und Mülleimer zur Ausstattung ebenso wie ein Schild mit Regeln zur Benutzung. Laut Rahn liegt die »Zahl der gemeldeten Hunde in Karben bei rund 1400«. Hinzu kommt wohl eine große Zahl nicht gemeldeter Vierbeiner.

Geteilt wird das Angebot »Hundewiese Karben« unter den Hundehaltern durch Mund-zu-Mund-Propaganda und in den sozialen Medien. »Ich habe viele positive Rückmeldungen, teils mit Fotos, erhalten, auf denen zu sehen ist, wie die Vierbeiner Toben und Spielen. Die Hundewiese wird prima angenommen«, freut sich Laura Macho.

Die neue Karbener Hundewiese befindet sich an der Nidda in der Dortelweiler Straße auf dem Gelände des einstigen Hundesportvereins. Sie liegt von Klein-Karben aus gesehen hinter der Nidda und vor der Hundeschule. Parkplätze gibt es am KSV- Sportplatz und im Gewerbegebiet. Das Gelände ist bestens zu Fuß und mit dem Rad erreichbar.

Die Stadt appelliert an alle Hundehalter, die Voraussetzungen (wie Gesundheit, Haftpflichtversicherung, Sozialverträglichkeit) und Regeln (wie kein Kot, keine Kippen, kein Abfall und kein Buddeln) zur Benutzung des Geländes einzuhalten, um ihren Hunden einen ungestörten Freilauf zu ermöglichen. Die Benutzung der Hundewiese zwischen 7 und 22 Uhr erfolgt auf eigene Gefahr. cf

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare