Zwei Männer halten eine Spendenbox.
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Stadtbrandinspektor Christian Becker (l.) und Bürgermeister Guido Rahn starten die Spendenaktion.

Krisengebiet

Flutkatastrophe: Wetterauer Spendenaktion für gestorbenen Feuerwehrleute

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Die Karbener Feuerwehren helfen den Familien von Feuerwehrleuten, die bei der Flutkatastrophe ums Leben gekommen sind. Unter den Toten ist auch eine 19-Jährige.

Karben – Der erste Fünf-Euro-Schein hat schon in der gläsernen Spendenbox im Vorzimmer des Bürgermeisters gelegen, da hat die Aktion noch gar nicht offiziell begonnen. Wenig später haben Bürgermeister Guido Rahn (CDU) und Stadtbrandinspektor Christian Becker die Spendenaktion offiziell gestartet. In Karben will man für die Familien der bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ums Leben gekommenen Feuerwehrleute sammeln.

Spenden aus der Wetterau: Sechs Feuerwehrleute kamen ums Leben

Das Feuerwehrmagazin, das offizielle Organ der Feuerwehren, spricht bisher von sechs Feuerwehrleuten, die ihr Leben verloren haben. So sei ein 46-jähriger Feuerwehrmann der Löschgruppe Rosmart in Altena (Märkischer Kreis) nach einer erfolgreichen Rettungsaktion beim Einsteigen in ein Feuerwehrfahrzeug abgerutscht. Er sei von der Strömung des Wassers mitgerissen worden und ertrunken.

Zudem sei während eines Hochwassereinsatzes an einem Kraftwerk in Werdohl-Elverlingsen (ebenfalls Märkischer Kreis) ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann des Zuges Stadtmitte kollabiert, vermutlich infolge eines internistischen Notfalls. Trotz rund einstündiger Reanimationsversuche von Kameraden und Rettungsdienst habe dem Mann nicht mehr geholfen werden können.

Spenden aus der Wetterau: 19-jährige Feuerwehrfrau unter den Opfern

In Nettersheim (Kreis Euskirchen) kam ein Brandschützer während einer Rettungsaktion ums Leben. Der Mann habe sich eigentlich im Ruhestand befunden, habe aber helfen wollen. Hier seien die genauen Umstände des Unglücks noch nicht bekannt. Die Feuerwehr in Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) trauert um gleich zwei Kameraden. Ein Mitglied der Ehrenabteilung starb während der Hochwasserlage in der Nacht auf Donnerstag. Zwei Tage später sei ein Aktiver an den Folgen eines medizinischen Notfalls verstorben.

Unter den Opfern ist laut Feuerwehrmagazin auch eine 19-jährige Feuerwehrfrau aus Adenau (Kreis Ahrweiler), die während eines Hochwassereinsatzes ums Leben kam. »Wenn ein Feuerwehrmann im Einsatz ums Leben kommt, ist das sehr schrecklich für die Feuerwehr, doch umso mehr für die Hinterbliebenen«, schreibt der Karbener Stadtbrandinspektor Christian Becker in seinem Spendenaufruf. »Wir können den Familien den Schmerz nicht nehmen. Aber es ist uns eine Herzensangelegenheit, sie zumindest finanziell zu unterstützen.«

Spenden aus der Wetterau: Fußballclub Karben beteiligt sich

Damit möglichst viele Karbener von der Aktion erfahren und somit auch möglichst viele Spenden zusammenkommen, haben Becker und Rahn die Aktion auch während der Freitags-Kulturveranstaltung in der neuen Stadtmitte »Kultur Mitten-drin« vorgestellt.

Spendenkonto

Wer per Überweisung spenden will, kann dies über folgendes Konto tun: Sparkasse Oberhessen, Stadt Karben, DE 69 518 500 79 01100 000 30. Als Verwendungszweck bitte angeben: D 116700 Spende Flutopfer Feuerwehrleute.

Am Abend dann konnten sie noch eine größere Spende vom Fußballclub Karben entgegennehmen: Laut Christian Becker sind bei der Jahreshauptversammlung des Fußballvereins 1100 Euro gesammelt worden, die gleichfalls in den Spendentopf für die verstorbenen Feuerwehrleute wandern. Bis zum 31. August kann man zugunsten der Familien der Opfer spenden. Die Namen der Verstorbenen bzw. deren Familien wollen die Verantwortlichen über die Kreisfeuerwehrverbände bzw. die Stadt- oder Kreisbrandinspektoren herausfinden. »Die Hilfe wird direkt den Hinterbliebenen zugute kommen«, versichern Rahn und Becker. (pe)

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