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Binnen 15 Minuten soll nach dem Willen der SPD jeder aus den Karbener Stadtteilen die Stadtmitte mit dem Rad erreichen können. Thomas Görlich (links) und Roderich Urban haben das Radwegekonzept ihrer Partei im Bürgerzentrum vorgestellt.

Radwegekonzept

SPD stellt ihre Ideen vor

  • VonJürgen Schenk
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»Karben - hier lässt sich’s gut leben, wenn man Auto fährt.« Mit dieser leicht veränderten Anspielung auf das Motto der Stadt hat die Karbener SPD am Montag ihr Radwegekonzept präsentiert.

R oderich Urban ist Radler durch und durch. Der SPD-Mann hat für seine Partei ein Radwegekonzept erarbeitet. Das hat es in sich. Es trägt den schlichten Titel »Zentrum 15 Minuten« und verfolgt doch ein sehr ambitioniertes Ziel: Aus allen Stadtteilen soll das Zentrum und der Bahnhof Groß-Karben in ungefähr 15 Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen sein. Und das möglichst »kreuzungsarm« zu anderen Verkehrsteilnehmern und ohne anstrengende Steigungen. Am Montagabend hat die SPD ihr Konzept im Bürgerzentrum vorgestellt.

Das Fahrrad könne zu einem Baustein der klimaneutralen Verkehrswende werden, erklärte Urban, während er sein Exposé auf einer Leinwand vorführte. »Wenn das Fahrrad in Karben auf der gleichen Ebene wie das Auto stehen würde, hätten wir alle schon viel gewonnen«, erklärte Roderich Urban.

»Um unsere Klima- und Umweltziele zu erreichen, ist es unbedingt notwendig, dem Fahrradverkehr mehr Raum einzuräumen. Dazu gehört neben gut ausgebauten Wegen auch die Sicherheit«, sagte der SPD-Mann aus Kloppenheim. Er sprach von einem Sinneswandel, der einsetzen müsse. Man müsse aus Nicht-Fahrradfahrern das Gegenteil machen. Dafür käme auch das Reduzieren von Parkplätzen für Autos infrage. Dass es in Karben eigentlich genug Fahrradwege gibt, wissen alle, die schon einmal mit ihrem Vehikel in Stadt und Gemarkung unterwegs waren. Trotzdem sieht die SPD Nachbesserungsbedarf.

Gefahrenpunkte sollen verschwinden

Vor allem geht es in dem Projekt »Zentrum 15 Minuten« um die Sicherung von Problemstellen, zum Beispiel dort, wo ein Radstreifen einfach aufhört oder Kreuzungen überquert werden müssen. Drei Ampeln sind es am Okarbener Erdbeerfeld gegenüber des Berufsbildungswerkes, wenn man nach Petterweil fahren möchte. In der Verlängerung, vor der Ortseinfahrt von Petterweil, bricht der Fahrradweg plötzlich ab, sodass man auf die andere Straßenseite wechseln muss.

Solche Gefahrenpunkte sollen nach dem Plan von Roderich Urban verschwinden.

Die markanteste Neuerung: Eine Fahrradbrücke, die die L 3205 an der Neuen Mitte überquert und damit auch die Zufahrt zum Gewerbegebiet unberührt lässt.

Nach Urbans Ideen würde sich die Abfahrt in die Feuerwehrzufahrt hinter dem Tegut-Markt einfügen. »Damit ist eine barrierefreie Zufahrt zum Bahnhof möglich«, erklärte der Planer. »Durch eine solche Zentrumsquerung könnte man den Radweg an der Nidda zwischen dem Park Groß-Karben und dem Bürgerzentrum beruhigen. Solche Brücken sind vom Fußgängerverkehr getrennt und haben sich in anderen Städten bewährt«. Urban skizzierte für alle Karbener Stadtteile schnelle und fast steigungsfreie Verbindungen mit dem Bahnhof Groß-Karben. Abgefahren habe er sie mit dem eigenen Fahrrad.

Die Wegstrecke von der Ortsmitte in Petterweil bis zum Bahnhof betrage beispielsweise 3,89 Kilometer, der Höhenunterschied 45 Meter. Ein Grund, um sich lieber ins Auto zu setzen, sei die Steigung am Berufbildungswerk, erklärt der Kloppenheimer SPD-Mann. Um diese zu umgehen, schlägt er die Nutzung eines Wirtschaftsweges am Okarbener Erdbeerfeld entlang vor. Der von ihm projektierte Weg führt in seinem weiteren Verlauf unter der Nordumgehung hindurch und geht dann parallel zu den Bahngleisen ins Zentrum.

Zusammenarbeit mit Stadtplanern

Urbans Lösungen wurden von den Anwesenden mit Interesse aufgenommen.

Ein Teilnehmer erinnerte daran, dass die Bahn beim viergleisigen Ausbau der S-Bahnlinie Frankfurt-Friedberg selbst einen Fahrradschnellweg entlang der Gleise plane. Dadurch könne Okarben ohne Kostenaufwand an das Stadtzentrum angebunden werden.

SPD-Fraktionschef Thomas Görlich unterstützt das Konzept und kann sich eine Umsetzung vorstellen. »So können wir die Neubaugebiete in Karben besser einbinden«, erklärte er. Jetzt seien die Stadtplaner zur Zusammenarbeit aufgerufen. Man müsse einen Konsens finden, was man von dem Vorgestellten schneller erledigen könne und was nicht. Görlich erklärte: »Es gibt in Karben viele Fahrradwege. Wir müssen sie nur einfach besser ausnutzen und sicherer machen.«

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