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Virtuell zu Gast in der Wetterau: Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und langjährige Vorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert (l.) nimmt an einem Online-Gespräch der Karbener SPD im Vorfeld der Kommunalwahlen am 14. März teil - interviewt von Nora Zado (unten, l.) und Anja Singer.

Kommunalwahl am 14. März

SPD-Bundes-Vize Kevin Kühnert zu Gast im digitalen Talk der Karbener SPD

  • vonJürgen W. Niehoff
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Mit Kevin Kühnert, dem Ex-Juso-Bundesvorsitzenden und aktuellem SPD-Bundes-Vize, haben die Karbener Genossen ein weiteres schweres Geschütz im Kommunalwahlkampf aufgeboten.

Wie schon Anfang Februar, als die Karbener SPD-Vorsitzende Nora Zado zusammen mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Thomas Görlich die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken via Videokonferenz befragt hatte, waren nun der ehemalige Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert und der Wetterauer Juso-Vorsitzende Lukas Dittrich als weitere politische »Schwergewichte« im Vorfeld der Kommunalwahl am 14. März für über eine Stunde virtuell zu Gast bei der Karbener SPD.

Die Fragen, die sich vor allem mit der Zukunft der Menschen unter 35 Jahren befassen sollten, stellten Zado und die auf Listenplatz drei für das Karbener Stadtparlament kandidierende Anja Singer. Letztere kam allerdings nur zu Beginn der Videoschaltung zu Wort und konnte gerade einmal ihre persönlichen Daten, wie Alter, Mutter von zwei Kindern und bereits zehnjährige Zugehörigkeit zu Stadtparlament mitteilen. Denn dann übernahm Zado die Gesprächsführung und gab sie nicht mehr aus der Hand.

Fragen nach dem Angebot der SPD für Jugendliche

Zunächst wollte sie auf die aktuellen Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie eingehend von Kühnert wissen, ob die Bundes-SPD bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms am Vormittag in Berlin auch etwas für die Jugendlichen im Angebot habe. Ausweichend antwortete Kühnert sehr allgemein, dass man dafür sorgen müsse, dass Jugendliche ihre Freiräume nutzen könnten. Man dürfe sie nicht in den elterliche Wohnungen einsperren, weil sie sich meist erst im öffentlichen Raum, beispielsweise auf der Straße, austobten und dort andere Jugendliche treffen könnten.

In der virtuellen Talk-Runde war neben SPD-Bundes-Vize Kevin Kühnert auch der Kreisvorsitzende der Wetterauer Jusos, Lukas Dittrich (Mitte) zu Gast - hier umrahmt von dem Moderatorinnen Nora Zado(l.) und Anja Singer.

Als Zado darauf hinwies, dass im ländlichen Raum möglicherweise die Dinge anders lägen als in der Großstadt Berlin und auch Dittrich sie darin unterstützte, dass »Austoben« auf der Dorfstraße weniger Spaß mache als in der Großstadt, zählte Kühnert dann doch einige Programmpunkte auf: Beispielsweise solle der Staat für eine Ausbildungsgarantie sorgen - und das auch im ländlichen Raum und unter Corona-Bedingungen. »Wenn nicht genügend Ausbildungsplätze von Industrie und Handwerk angeboten werden, dann muss die Ausbildung erst einmal in der Schule beginnen«, sagte Kühnert.

Doch auch damit habe der ländliche Raum Probleme, wie Dittrich zu bedenken gab. Denn auch wenn Homeschooling als Alternative gesehen werde, so müsse doch berücksichtigt werden, dass das schnelle Internet auf dem Lande nicht überall garantiert sei und deshalb nicht alle an dem Distanzunterricht teilnehmen könnten. Dittrich und Zora appellierten noch einmal an die Berliner Genossen, die geplante Schließung des Conti-Werkes in Karben nicht aus den Augen zu verlieren, denn auch dort gehe es um Jugendliche und ihre Ausbildungsplätze.

Ein weiteres Thema war die angebliche Politikverdrossenheit bei der Jugend. Dies beträfe nicht die Jugendlichen allein, sondern hier seien auch die Erwachsenen gefragt, meinte Kühnert: »Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen, denn die Jugendlichen müssen dazu direkt angesprochen und ihnen klargemacht werden, dass sie um ihre Wünsche selbst kämpfen müssten«, argumentierte er. Dabei seien echte Beteiligung und die Übernahme von Verantwortung gefordert, um Dinge zu verändern oder neu zu gestalten. Nur auf diesem Wege würden sie lernen, dass man, um Ziele zu erreichen, Kompromisse eingehen müsse. Begrüßenswert seien daher Jugendparlamente, die allerdings auch mit Antrags- und Anhörungsrechten ausgestaltet werden müssten.

Kevin Kühnert und Karbener SPD unisono für Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre

Bei der letzten Fragerunde ging es um die Diskussion bezüglich der Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre, was von allen Teilnehmern rundweg begrüßt wurden. Allerdings würden sich die konservativen Parteien dagegen wehren, erklärte Kühnert. Deshalb werde man auch die Umsetzung dieses Zieles wohl noch länger warten müssen. Trotzdem appellierte er an alle Jugendlichen, so früh wie möglich mit ihrem politischen Engagement zu beginnen, denn »jeder gewählte Demokrat in einem politischen Gremium verhindert einen Radikalen auf dieser Position«. Außerdem sorge die altermäßige Durchmischung in Parlamenten dafür, dass jede Altersgruppe ihre speziellen Wünsche auf die Tagesordnung bringen könne.

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