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An der Ecke Am Rollgraben/Kaicher Weg gibt es Redebedarf: Die Ortsbegehung trifft auf viel Interesse in der Bevölkerung.

Große Bürgerbeteiligung

Spaziergang zu den Problemstellen in Burg-Gräfenrode

  • VonJürgen Schenk
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Marode Bürgersteige, gefährliche Kurven und Schandflecke: Der Rundgang des Ortsbeirats mit viel Zuspruch aus der Bevölkerung in Burg-Gräfenrode förderte so manche Problemstelle zutage,

Einen Sack Flöhe hüten ist leichter - diesen Eindruck konnte man am Samstag in Burg-Gräfenrode gewinnen, wo der Ortsbeirat zum Rundgang gebeten hatte.

Dass es bei der gut zweistündigen Tour oft etwas durcheinander ging, lag in erster Linie am großen Zuspruch der Bevölkerung. Über 20 Bürgerinnen und Bürger nahmen an dem Nachmittagsspaziergang teil. Fast alle hatten etwas zur Bestandsaufnahme beizutragen.

Angeführt wurde die Gruppe von Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach und den Mitgliedern des Ortsbeirates Iris Sandhofen, Joshua Keller, Manuel Diefenthäler und Jonas Bedacht. Bürgermeister Guido Rahn als »Ur-Roggauer« war auch mit von der Partie.

Stolperfallen und verunreinigte Gehwege

Vom Treff- und Startpunkt im Hof der »Alten Schule« ging es zunächst in den Ortsbereich oberhalb der Berliner Straße. In der Wetterauer Straße wurden Stolperfallen am Bürgersteig und verunreinigte Gehwege moniert, die es wohl schon länger gibt. Manuel Diefenthäler protokollierte alle Problemstellen auf seinem Handy, um sie später an die Stadt Karben weiterzuleiten.

»Punktuell bessern wir solche Stellen mit Kaltasphalt aus«, erklärte Rahn am Beispiel einer Hauseinfahrt. »Das geht sehr schnell und ist eine Übergangslösung, bis die Bürgersteige komplett mit Verbundpflaster saniert werden.« Die erkannten Schäden hingen mit den alten Gehwegplatten zusammen, die in den 60er- und 70er-Jahren verlegt worden seien. »Diese sind jetzt in die Jahre gekommen und platzen bei Frost auf«, informierte der Bürgermeister.

Neubau im Herbst bezugsfertig

Ortsvorsteher Heidelbach zeigte in der Forsthausstraße einen »Schandfleck«, für den er kein Verständnis aufbringt. Tatsächlich ist ausgerechnet der Bürgersteig vor dem Haus des Revierförsters mit Unkraut zugewachsen. Anwohner aus der Nachbarschaft berichten in diesem Zusammenhang, dass dort zurzeit niemand wohne.

Besser sieht es an der Ecke Berliner Straße/Hochstraße/Kaicher Weg aus. Dort ist ein stattlicher Neubau entstanden, der ab Herbst bezugsfertig sein soll. Sechs Wohnungen mit jeweils zwei Parkplätzen stehen dann zur Verfügung.

Jede Wohnung ist 75 Quadratmeter groß. »Vergeben sind sie noch nicht. Aber es gibt einige Interessenten, zum Teil auch aus Roggau«, erläuterte Guido Rahn den Stand der Wohnungsvergabe.

Lob für Erhalt der Grünfläche

Lobende Worte fanden die Einwohner für den Erhalt der Grünfläche davor. Zum Entschärfen der Kurve in diesem Bereich schlug ein Teilnehmer das Anbringen von Fahrbahnmarkierungen vor.

Man müsse oft halb auf den Gehsteig ausweichen, wenn andere Fahrzeuge mittig oder mit erhöhter Geschwindigkeit entgegenkämen, berichtete er. Ortsbeirat und Bürgermeister erkannten ebenfalls die Wichtigkeit des Anliegens und kündigten Abhilfe an.

Angesichts der teilweise maroden Bürgersteige in der Ernst-Reuter-Straße stellte sich die Frage, wo zuerst in Burg-Gräfenrode saniert werden soll.

Ad hoc verständigte sich der Ortsbeirat auf die Straße »Am Rollgraben«, danach soll die Ernst-Reuter-Straße folgen. Auf dem Sportplatz werde ab nächster Woche eine neue Rasenbewässerungsanlage in Betrieb genommen, teilte Karlheinz Fünffinger mit. Neu angelegt wurde auch die Treppe zum Spielfeld und zu den Umkleidekabinen.

Großprojekt Wohnraumschaffung

Ein großes Bauprojekt der Zukunft dürfte die Errichtung von Wohnhäusern am Fischerhof werden. Dafür muss aber zunächst die sogenannte »Cabrio-Halle« abgerissen werden, in der landwirtschaftliche Maschinen und eine Werkstatt untergebracht sind. Ihren Namen hat die Halle wegen des kaputten Daches erhalten, das teilweise offen wie das Verdeck eines Cabrios ist.

Eigentümerin ist die Stadt Karben. Der Abriss soll im nächsten Jahr erfolgen. Anschließend ist der Bau von zwölf Gebäuden vorgesehen, für deren Verkehrsanbindung eine Zubringerstraße zum Ortskern geplant ist.

Um die Verkehrsübersicht zu erhöhen, könnte am Ende der Burgstraße eine Halteverbotszone eingerichtet werden. Einbahnstraßen im Ortskern brächten keinen Nutzen, wenn dadurch Probleme für die Feuerwehrautos und ein höheres Verkehrsaufkommen entstünden, sagte Rahn.

Der ausgedehnte Rundgang endete am Friedhof. Dort verständigte man sich auf die Anbringung eines Radwegschildes am Einsiedelweg.

Spielplatzeröffnung am 1. August

Der neue Spielplatz an der Oberburg ist fertiggestellt. Noch in den Ferien dürfen sich die kleinen Besucher unter anderem auf ein überdimensionales Klettergerüst und ein Fußballfeld mit Rollrasen freuen. Offizielle Eröffnung ist am 1. August. Karlfred Heidelbach beziffert die Gesamtkosten auf rund 200 000 Euro.

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