Von der Seite der KSV-Sportanlagen her ist die neue Nidda-Schleife in Klein-Karben bestens zu erkennen. Es ist eine Mittelinsel entstanden, zwischen den Fluss-Armen ist eine Verbindung geschaffen worden. 	FOTOS: HOLGER PEGELOW
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Von der Seite der KSV-Sportanlagen her ist die neue Nidda-Schleife in Klein-Karben bestens zu erkennen. Es ist eine Mittelinsel entstanden, zwischen den Fluss-Armen ist eine Verbindung geschaffen worden. FOTOS: HOLGER PEGELOW

Bei Klein-Karben

Später Dank für neue Insel in der Nidda

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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In Klein-Karben hat die Nidda einen besonderen Abschnitt: Eine Fluss-Schleife ist hier angelegt worden. Die ist nun, coronabedingt, mit einiger Verspätung von der Stadt gewürdigt worden.

Wer früher zu Fuß oder per Fahrrad zwischen dem ASB-Altenzentrum nahe dem Stadtzentrum und den Sportplätzen des KSV Karben unterwegs war, wird sich noch erinnern. Man konnte weitgehend geradeaus gehen oder fahren. Die Nidda verlief größtenteils kanalartig, die Strömung war entsprechend schnell.

Seit einigen Monaten ist das ganz anders. Die Ufer sind größtenteils abgeflacht, es sind Buchten und Buhnen aufgeschüttet worden, der Fluss verläuft in zarten Kurven. Die Nidda mäandriert, nennen das die Experten. Das verlangsamt die Strömung, soll Fischen Ruhe- und Laichplätze bieten und langfristig auch die Wasserqualität des Flusses verbessern. Eine Besonderheit weist die renaturierte Nidda jedoch auf einem rund 300 Meter langen Abschnitt in Klein-Karben auf. Dort gibt es einen zweiten renaturierten Gewässer-Arm. Dadurch entstand quasi zwischen der alten und der neuen Nidda eine größere Insel. Ziel war und ist, eine Ruhezone für am und im Wasser lebende Tierarten zu schaffen.

Die Idee stammt vom örtlichen Naturschutzbund Nabu. Dr. Jürgen Becker hat sie im Dezember 2012 der Stadt vorgetragen. »Er hat auch gleich angeboten, dass man sich finanziell beteiligen werde«, sagte Bürgermeister Guido Rahn bei einer kleinen Feierstunde am Freitagnachmittag auf dem Aussichtspunkt in Höhe der Schleife. Diese Feierstunde war quasi das Dankeschön der Stadt an die örtlichen Naturschutzverbände, vor allem an den Nabu. »Manchmal kommen die besten Ideen von außen«, lobte das Stadtoberhaupt.

Schleife zunächst nicht vorgesehen

In der Tat war diese Schleife in den ursprünglichen Renaturierungsplänen für den Flussabschnitt gar nicht vorgesehen. Doch sowohl bei der Stadt als auch bei den Experten war man davon überzeugt, dass ein solcher zweiter Fluss-Arm an dieser Stelle sehr sinnvoll sein würde und arbeitete ihn in die Pläne ein. Im vorletzten Winter 2018/19 sind dann gewaltige Erdarbeiten im Gange gewesen, auch deshalb, weil noch gleich eine weitere Besonderheit aus den Plänen mit verwirklicht wurde: ein Aussichtspunkt, von dem aus man aus erhöhter Warte auf den Flusslauf und seine Ufer und die Insel sehen kann.

Bewegt wurden laut Rahn 45 000 Kubikmeter Erde, größtenteils Material aus anderen Karbener Uferabschnitten. Durch die Renaturierungsarbeiten ist in Klein-Karben immerhin eine 45 Meter breite Böschungsoberkante entstanden, die Breite der Schleife beträgt 15 Meter.

Den Fluss erlebbar machen

Das gibt es nicht überall an der Nidda. Der Fluss werde erlebbar, hatte der Bürgermeister bei der offiziellen Eröffnung des neugestalteten Flusses hinter dem Bürgerzentrum im vergangenen Jahr gesagt. Hier, in Klein-Karben, kann man das deutlich erkennen. Auf der Seite der KSV-Sportanlage ist nicht nur ein Bouleplatz entstanden, sondern auch Plattformen, auf denen man ausruhen und auf den Fluss schauen kann.

»Das ist alles ganz toll geworden«, lobte denn auch Dr. Hans Hansen vom örtlichen Nabu. »Wir wollten damals nicht nur fordern, sondern uns auch einbringen«, sagte er. Aus den anfangs zugesagten 2000 seien dann 5000 Euro geworden. »Wunderschön, wie sich das hier gestaltet hat«, zeigte er sich begeistert. Und Jürgen Becker lächelte zufrieden.

Keine Aussicht vom Aussichtspunkt

Die Verantwortlichen der Stadt hatten sich das so schön gedacht: Eine kleine Feierstunde als Dankeschön an den Naturschutzbund für die Idee eines zweiten Flussarms mit Mittelinsel zwischen neuem und altem Fluss-Arm. Hoch hinaus wollte man, doch dann das. Als sich oben auf dem Aussichtsplateau alle versammelt hatten, stellten sie fest: Keine Aussicht vom Aussichtspunkt. Die Ursache war rasch ausgemacht: Das Gestrüpp war stark gewuchert, und niemand hatte es für nötig befunden oder Zeit gehabt, das alles rechtzeitig zum offiziellen Termin einmal zu schneiden. Hinzu kam, dass es dort oben immer noch keine einzige Sitzbank gibt, wo Spaziergänger oder Radfahrer auf den renaturierten Fluss sehen können. Das fiel auch dem Stadtoberhaupt unangenehm auf. Der Fachdienstleiter Hochbau wurde angewiesen, für drei Bänke zu sorgen. Guido Rahn schrieb die städtische Gartenbaukolonne gleich an und schickte den Mitarbeitern ein Foto mit der Anweisung, das Gestrüpp bitteschön zurückzuschneiden. Übrigens: Fürs Pressefoto ging man gemeinsam direkt ans Ufer. pe

Die Verantwortlichen der Stadt hatten sich das so schön gedacht: Eine kleine Feierstunde als Dankeschön an den Naturschutzbund für die Idee eines zweiten Flussarms mit Mittelinsel zwischen neuem und altem Fluss-Arm. Hoch hinaus wollte man, doch dann das. Als sich oben auf dem Aussichtsplateau alle versammelt hatten, stellten sie fest: Keine Aussicht vom Aussichtspunkt. Die Ursache war rasch ausgemacht: Das Gestrüpp war stark gewuchert, und niemand hatte es für nötig befunden oder Zeit gehabt, das alles rechtzeitig zum offiziellen Termin einmal zu schneiden. Hinzu kam, dass es dort oben immer noch keine einzige Sitzbank gibt, wo Spaziergänger oder Radfahrer auf den renaturierten Fluss sehen können. Das fiel auch dem Stadtoberhaupt unangenehm auf. Der Fachdienstleiter Hochbau wurde angewiesen, für drei Bänke zu sorgen. Guido Rahn schrieb die städtische Gartenbaukolonne gleich an und schickte den Mitarbeitern ein Foto mit der Anweisung, das Gestrüpp bitteschön zurückzuschneiden. Übrigens: Fürs Pressefoto ging man gemeinsam direkt ans Ufer. pe

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