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Auch die ASB-Sozialstation in Karben beteiligt sich an der Aktion.

T-Shirts für mehr Aufmerksamkeit

  • vonPatrick Eickhoff
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Karben (wpa/dpa). Alle Pflegenden beim Arbeiter-Samariter-Bund in Hessen treten heute mit einer besonderen Aktion in die Öffentlichkeit. Mit T-Shirts machen sie auf den »Tag der Pflege« aufmerksam. Jeder Buchstabe stelle einen wichtigen Aspekt im Gesamtbild der Pflege dar. »Unsere Gesellschaft braucht Pflegekräfte für die Versorgung der Menschen in jedem Alter und dafür setzten wir uns ein«, erklärt Matz Mattern, Landesgeschäftsführer ASB Hessen.

Der ASB setze sich für eine umfassende Pflegereform ein, um die Finanzierung der Pflege zu reformieren. Der ASB Regionalverband Mittelhessen betreibt eine Sozialstation in Karben und Altenstadt mit Ambulanter Pflege, Tagespflege sowie einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz.

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden Pflegekräfte in den Krankenhäusern und Altenheimen noch mit Applaus bedacht, ein Bonus wurde ausgezahlt. Ein »Witz«, sagt Birgit Kittner-Meier der deutschen Presse-Agentur. Sie leitet den Pflegedienst der Sozialstation des ASB in Karben. Manche Kollegen und Kolleginnen hätten das Geld nur voller Scham entgegengenommen und sich gefragt, warum sie »belohnt« wurden, die Mitarbeiter im Supermarkt jedoch nicht.

Die Pflege-Fachkraft Anna Hahn kennt häufig die gesamte Familiengeschichte ihrer Patienten. Hahn arbeitet für die Sozialstation des ASB in Karben. Den Kräften in der ambulanten Pflege fehle vor allem die Zeit, stellt sie fest. Ein Zustand, der auf Dauer zermürbt und dazu führt, dass manche aufgeben. Viele hätten in der Pandemie psychische Erkrankungen entwickelt, auch weil sie vorher schon am Limit gearbeitet hätten, berichtet Kittner-Meier. Acht von 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien seit einem Jahr krankgeschrieben.

Was sich die Pflegekräfte zum Tag der Pflegenden mehr als alles andere wünschen, sei kein Applaus oder ein weiterer Bonus. Viele sagten, sie würden gerne so arbeiten, wie sie es gelernt haben, führt Kittner-Meier aus. Mit Zeit für ihre Patienten und ohne wirtschaftliche Zwänge im Hinterkopf. red/dpa

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