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Die Europäische Sumpfschildkröte erobert sich an einem Nidda-Altarm bei Karben ihren Lebensraum. Naturschützer sind darüber erfreut, dass sich die vom Aussterben bedrohte Art abseits eines Schutzgebiets vermehrt.

Europäische Sumpfschildkröte

Sensation bei Karben: Vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröten „fühlen sich an den Ufern der Nidda wohl“

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Die Karbener Naturschützer vermelden einen erfreulichen Erfolg: Am Nidda-Altarm haben sich vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröten angesiedelt.

Karben – Erstmals konnten Naturfreunde die Europäische Sumpfschildkröten an der Nidda bei Karben beobachtet. Die Nabu-Gruppe Karben informiert über die Sichtung und erinnert an die Bemühungen die vom Aussterben bedrohte Europäische Sumpfschildkröte »Emys orbicularis«, die einzige heimische Schildkrötenart wieder anzusiedeln. 1999 wurden von der »AG Sumpfschildkröte« neben anderen Gebieten auch an der Nidda bei Karben Sumpfschildkröten ausgewildert. Es seien danach nur wenige Sichtungen registriert worden.

Vor drei Jahren wurde an einem Graben in Karben, der der Nidda zufließt, erstmals ein ausgewachsenes Tier beobachtet. 2021 entdeckte das NABU-Mitglied Gerhard Bauer in einem Altarm der Nidda eine kleine Population von fünf Tieren und konnte sie fotografieren. Es sei davon auszugehen, dass dort noch mehr Exemplare leben. »Dieses Vorkommen außerhalb eines Schutzgebietes ist eine kleine Sensation. Naturschützer wollen alles Nötige dafür unternehmen, dass dieses Vorkommen entsprechend geschützt wird«, erklärt Roland Prinzinger von der Karbener Nabu-Gruppe.

Karben: Sumpfschildkröten fühlen sich am Nidda-Ufer wohl

Er vermutet, dass sich die Population am Nidda-Altarm in den vergangenen Jahren in Ruhe entwickeln konnte, weil sie hier rasch im Wasser verschwinden können, wenn Fressfeinde wie Marder oder Waschbären im Anmarsch sind. Im übrigen könnten Sumpfschildkröten auch in Etappen länger Strecken bis zu 10 Kilometern zu Fuß zurücklegen.

»Die Sumpfschildkröten fühlen sich an den Ufern der Nidda wohl. Auf den Kiesbänken, können sie sich wärmen, sitzen auf Steinen oder auf Holz«, hat Gewässerökologe Gottfried Lehr im vergangenen Jahr bei einer Auswilderung von Sumpfschildkröten bei Dortelweil gegenüber dieser Zeitung gesagt. Die heimische Sumpfschildkröte müsse sich auch gegen andere Schildkrötenarten durchsetzen, die vom Mensch an der Nidda ausgesetzt wurden und nun eine Konkurrenz seien. »Das Problem ist, dass es ewig dauert, bis Sumpfschildkröten geschlechtsreif werden. Die Zeit, bis es genug Jungtiere gibt, ist eine kritische Phase«, weiß Lehr. (pm/kai)

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