Der neueste dunkle Fleck im Selzerbrunnen-Center: Bei i-Cut bleiben die Lichter aus, der Friseur ist in die Neue Mitte gezogen.
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Der neueste dunkle Fleck im Selzerbrunnen-Center: Bei i-Cut bleiben die Lichter aus, der Friseur ist in die Neue Mitte gezogen.

Leerstände

Selzerbrunnen-Center: Leerstände in Ladenzeile am Bahnhof

  • vonJana Kötter
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Vor allem abends zeigt es sich. Dann, wenn sich in den beleuchteten Läden die Silhouetten der Kunden bewegen und die Reklamen leuchten. Dann fallen die zwei dunklen Flecken in der Ladenzeile des Selzerbrunnen-Centers am Groß-Karbener Bahnhof auf.

W ährend in Karbens Neue Mitte Leben einzieht, stehen im Selzerbrunnen-Center mittlerweile zwei von neun Ladenflächen der Zeile gegenüber von Aldi und Getränkemarkt leer. Damit bleiben neben Tegut noch Ernsting’s Family, Carolins Blumengalerie, die Bäckerei Künkel, Tedi, Kik und Rossmann.

Zum 11. Februar ist der Friseursalon i-Cut, der seinen Stammsitz in Bad Vilbel hat, aufs Dreiecksgrundstück gegenüber gezogen. Deutlich länger steht bereits die zweite Ladenfläche leer: Vor über zwei Jahren schloss der Akzente-Geschenkeladen zwischen dem Bekleidungs- und dem Blumenladen, doch außer temporär eröffneten Outlets hat sich seither nichts getan. Nun hat Ernsting’s Family, vormals weiter links beheimatet, die Ladenfläche übernommen. »Vorerst haben wir verschiedene Konzepte überprüft«, erklärt Madeleine Beil, Sprecherin der für die Immobilie zuständigen BMO Real Estate Partners Deutschland, den vergleichsweise langen Leerstand.

Selzerbrunnen-Center Karben: Gespräche mit etwaigen Mietern

Nachdem Ernsting’s Family sein Interesse bekundet hatte, sei dies als »nachhaltigste Lösung für den Standort« erschienen. Der Umzug und auch der Umbau der neuen Fläche habe jedoch Zeit in Anspruch genommen. »So kam diese Zeitspanne zustande«, sagt Beil. Sowohl für die Fläche des Friseurs als auch die ehemalige von Ernsting’s gebe es bereits intensive Gespräche mit potenziellen Mietern, stellt Beil in Aussicht.

Keine Frage: Ideen - etwa ein Schuhgeschäft oder ein Unverpackt-Laden, gäbe es für Karben zu genüge. Konkrete Namen oder Konzepte jedoch sind noch nicht publik. Auch vor Ort gibt es noch keine Spekulationen über Nachmieter, zeigt eine Umfrage unter den Verkäufern in den Läden der Bahnhofstraße. »Es ist schade«, zuckt eine Verkäuferin mit den Schultern. »Für uns ist es nicht gut, wenn die Auswahl hier immer kleiner wird.«

Dass sich im »Selzerbrunnen-Center« wirklich etwas tut, sieht auch Friseurmeister Thomas Horinek kritisch. Seit wenigen Tagen frisiert sein Team nur wenige Meter vom alten Standort in Karbens Neuer Mitte. Als Grund für den Umzug nennt er Unzufriedenheit mit der Verwaltung. »Die Immobilie hat sich schon lange nicht mehr weiterentwickelt«, bedauert er. Ursprünglich sei die Ladenzeile als Kolonnade geplant gewesen, erinnert er: Besucher hätten demnach unter dem breiten Vordach entlangschlendern können. Doch aufgrund der weit ausladenden Displays der Nachbarn - nicht zuletzt nutzt die Bäckerei den Platz für Außensitzplätze - sei diese Idee nie realisiert worden, meint der Friseurmeister.

Selzerbrunnen-Center Karben: Ex-Mieter: Ärger mit Hausverwaltung

Sein Laden sei dabei ins Hintertreffen geraten. Ein Geschäft mit Warenauslage als potenzieller Nachmieter jedoch dürfte dies nicht stören. Zudem: Dauerhafter Ärger mit der Verwaltung, Horineks Angaben zufolge unter anderem aufgrund fehlerhafter Nebenabrechnungen, machten die Entscheidung für den Umzug in die Neue Mitte dann gewiss.

Die Kritik am Hausverwalter teilt Ernsting’s Family nicht. Die Neue Mitte sei »keine Option« gewesen, teilt eine Sprecherin des Unternehmens mit. Der Hauptantrieb für den Umzug seien die größere Fläche und moderne Räumlichkeiten gewesen: »An dem neuen Standort haben wir die Möglichkeit, unser neuestes Ladenbaukonzept umzusetzen.« Die Verkaufsfläche habe sich dabei von 124 auf 171 Quadratmeter vergrößert. »Wir sind sehr zufrieden.«

Auch die Hausverwaltung macht sich über den Standort keine Sorgen. Das Objekt verfüge über »starke Ankermieter« wie Burger King und die verbleibenden Läden der Zeile; Der Discounter gegenüber sorge »für eine sehr gute Kundenakzeptanz«. Und: »Insgesamt haben wir aktuell 97 Prozent der Gesamtflächen vermietet«, sieht Beil die Lage.

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