K_Baer_220721_4c_1
+
Landwirt Heinz Christian Bär ist auf seinem Hof in Burg-Gräfenrode nur noch per Handy erreichbar. Internet, Fax und Festnetztelefon sind gestört. Der Landwirt ist sauer.

Seit fast drei Wochen kein Anschluss

  • VonRedaktion
    schließen

Im Karbener Stadtteil Burg-Gräfenrode wächst der Unmut. Denn Landwirt Heinz Christian Bär ist seit über zwei Wochen ohne Internet- und Telefonanschluss. Das betrifft auch zwei Nachbarhöfe. Die für die Leitung zuständige Telekom vertröstet Bär immer wieder. Dieser ist geduldig, doch wird der Wegfall von Internet und Telefon mehr und mehr zum Problem für den Betrieb.

E s nervt, wenn das heimische Internet ausfällt. Selbst wenn es nur für einige Stunden ist, erst dann fällt dem modernen Menschen auf, wie viel seines Alltags mittlerweile auf das weltweite Datennetz ausgerichtet ist. Entsprechend genervt ist Heinz Christian Bär. Der Karbener leitet einen landwirtschaftlichen Betrieb und den Erdbeer- und Spargelhof seiner Familie nordwestlich des Stadtteils und kann nur noch den Kopf schütteln: »Die Leute kommen mittlerweile bei uns vorbei und fragen, was los ist, weil wir nicht erreichbar sind.« Seit dem 4. Juli funktionieren weder Internet noch Telefon auf dem Hof der Bärs und auf zwei Nachbarhöfen. Dieser ist damit praktisch vollständig von der Kommunikation abgeschnitten. Einzig über ein Mobiltelefon ist der Hof zu kontaktieren: »Es ist zwar eine Umleitung auf mein Mobiltelefon eingerichtet, aber wenn ich nicht vor Ort bin, ist der Hof praktisch nicht zu erreichen«, moniert Bär. Nach einer ersten Meldung der Störung hatte die zuständige Telekom dem Hof versichert, das Internet würde wenige Tage später wieder funktionieren - doch nichts. »Ich rufe ständig dort an und frage nach. Ich muss den Telefonisten wirklich ein Kompliment machen, die sind alle immer sehr freundlich. Es scheint eher an der Technikabteilung zu hängen«, vermutet der Landwirt mittlerweile. Mehrere neue Termine für eine Korrektur der Leitung waren die Folge, doch jeder davon verstrich ohne Besserung.

Als neuester Termin wurde Heinz Christian Bär nun der 27. Juli genannt, doch ist das bereits das fünfte angekündigte Korrekturdatum, berichtet er. »Ich habe auch immer noch nicht herausgefunden, was genau das Problem ist. Es hieß, man müsste in den Boden graben und dafür würde eine Baugenehmigung noch ausstehen«, zählt er auf. »Aber ich habe bei der Stadt Karben gefragt, und dort wurde mir versichert, dass nichts derartiges vorliege. Zudem könnten solche kleinen Grabungen für Dinge wie Internet oder Telefon problemlos im schnellen Verfahren abgewickelt werden, sagte man mir.«

Es sei ein ziemlich makabres Spiel, und dem Landwirt fehlen langsam die Worte: »Ich musste schon lachen, als mir jetzt der fünfte Termin genannt wurde für eine Instandsetzung der Leitung.« Leben ohne Internet und Telefon sei nicht nur nervig, es stellt den Hof vor große Herausforderungen. »Wir sind ein landwirtschaftlicher Betrieb und müssen ständig Dokumente verschicken, erhalten Erlaubnisse, Genehmigungen und sind allgemein in ein Fax-System eingebunden, durch das diese wichtigen Dokumente verschickt werden.« Seit dem 4. Juli sei dementsprechend kein Fax mehr beim Hof eingegangen. »Was auch immer man uns geschickt hat seitdem, ist mittlerweile verloren.« Er könne sich nur noch wundern, wie die Telekom mit diesem Problem umgehe.

Auf Anfrage dieser Zeitung sagte die Telekom am Dienstagnachmittag zwar eine kurzfristige Stellungnahme zum Problem in Burg-Gräfenrode zu, doch meldete sich bis zum Redaktionsschluss am Mittwoch niemand. Heinz Christian Bär und seiner Familie gehen die Optionen aus: »Die Ernte beginnt, wir müssen verkaufen und brauchen dafür Genehmigungen und Dokumente. Anlieferungen werden auch per Fax oder E-Mail überstellt. All das geht nicht.«

Selbst an den Vorstand der Telekom habe er sich in einem Brief gewandt, doch auch hier keine Antwort erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare