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Sein Schreibtisch steht in Rahns Vorzimmer

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Von: Holger Pegelow

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Der 29-jährige Dominik Rinkart ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung zuständig. © Holger Pegelow

Karben (pe). Kulturinteressierte kennen ihn von Auftritten als Poetry-Slammer, andere als Zeitungsreporter. Seit Kurzem hat Dominik Rinkart eine andere Aufgabe: Erst ist Pressesprecher der Stadt Karben.

Diejenigen, die den monatlichen Livestream von Bürgermeister Guido Rahn aus dem Rathaus schauen, könnten meinen, er sei bereits Pressemann der Stadt. Aber diese Funktion hatte bis Ende März Hans-Jürgen Schenk inne. Er ist jedoch Verwaltungsleiter mit vielfältigen Aufgaben. Das Amt des Pressesprechers hatte er obendrauf gepackt. »Ich freue mich, dass die Vakanz endlich beendet ist«, sagt der Bürgermeister, der nun jemanden hat, der sich voll und ganz auf die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt konzentrieren kann. »Ich denke, dass sich dadurch auch die Reaktionszeit der Stadt auf Ihre Anfragen verkürzt«, hofft Rahn.

20 Stunden pro Woche beträgt die Arbeitszeit, sprich: Rinkart hat eine halbe Stelle. Das ist das, was durch die Stadtverordneten im Stellenplan genehmigt, aber lange Zeit nicht besetzt war. Nun hat der 29-Jährige seinen Schreibtisch im Rathaus. Bezeichnenderweise neben dem Zimmer des Bürgermeisters. »Hier im Vorzimmer laufen alle Informationen zusammen. Dann kann ich Ihre Fragen sozusagen im Vorbeigehen beantwortet kriegen«, hofft Rinkart.

Das lässt vor allem die Autoren der Zeitungen hoffen, dass sie rasch und ausführlich die angefragten Informationen bekommen. Und Rinkart weiß selbst, wie das ist, denn er hat sein Volontariat von Januar 2017 bis Oktober 2018 bei der Frankfurter Neuen Presse gemacht und dann ein gutes Jahr als Redakteur dort gearbeitet. Zuvor hatte der ehemalige Kurt-Schumacher-Schüler vier Jahre an der Marburger Philips-Universität ein Studium der Deutschen Sprache und Literatur absolviert und sich im Nebenfach noch mit Friedens- und Konfliktforschung befasst.

Trotz allen Interesses an den vielen großen Themen ist Rinkart doch immer am Lokalen interessiert. Als früherer freier Mitarbeiter der FNP hat er in der Lokalberichterstattung tatkräftig mitgeholfen. Zudem hat er in seiner Freizeit Poetry-Slam-Texte verfasst. Eine besondere Affinität hat Rinkart zu den Bereichen Online, Radio und Video. Deshalb hatte er seit November 2019, nach seiner Zeit bei der FNP, als freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Social-Media-Consulting gearbeitet. In dieser Funktion bereitete er den Social-Media-Auftritt der Stadt Karben vor und baute ihn später aus. »Das war eine Idee des Bürgermeisters, die ich umgesetzt habe.« Der erste Live- stream aus dem Rathaus war auf Facebook und Instagram im November 2020 zu sehen. »Anfangs haben wir uns darauf beschränkt, die Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu beantworten.« Später sei das Format mithilfe der Technik-AG aus dem Jugendkulturzentrum ausgebaut worden. Mittlerweile sei das ein monatliches Angebot geworden. »Wir setzen nun auch für jeden Livestream ein Thema«, sagt Rinkart. Dazu gebe es die News aus dem Rathaus. Der neue Pressesprecher weiß, dass er künftig auch die Zeitungen gut versorgen muss, denn es gibt durchaus noch viele Menschen, die keinen Internetanschluss haben oder weder bei Facebook noch bei Instagram angemeldet sind. »Ich will alle gleich behandeln«, kündigt der 29-Jährige gegenüber dieser Zeitung an.

Dass Rinkart als Journalist nun quasi die Seiten gewechselt hat, ist ihm durchaus bewusst. Aber er sagt: »Meine Grundmotivation hat sich nicht geändert.« Er wolle über Menschen berichten, die dafür sorgen, dass die Stadt lebenswert ist und es ein gutes Kulturangebot gibt.« Diese Menschen müssten die Öffentlichkeit erhalten, die sie verdienen. Und noch etwas ist ihm wichtig zu erwähnen: »Ich bin nicht der Sprecher des Bürgermeisters, sondern der gesamten Verwaltung.« Rahn hat ihm auch schon gleich eine Aufgabe gegeben, mit der er neben der Beantwortung der Presseanfragen gewiss gut beschäftigt sein dürfte: mit der Aktualisierung der städtischen Homepage.

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